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Autor(en): Wolfgang Herzog (HERZOG.BAUM)
Redaktion: WSL, Schweiz
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Alternative Baumarten für den Christbaumanbau

Es gibt eine grosse Auswahl an ver­schiedenen Tannen- und Fichtenarten für die Christbaum- und Reisigpro­duktion. Das bietet die Möglichkeit, auch schwierige Standorte sinnvoll zu nutzen. Für nasse Stellen, Mulden mit Frostgefahr oder trockene Südhänge stehen alternative Arten zur Verfü­gung, die hier die Nordmannstanne ersetzen können. Vielfach gelingt es, damit auch neue Kunden anzuspre­chen. Die wichtigsten Arten sind hier kurz vorgestellt:

         
  Abies bornmuelleriana (Türkische Tanne)   Abies lasiocarpa var. arizonica (Korktanne)  

Abies bornmuelleriana (Türkische Tanne)
Eine nahe Verwandte der Nordmannstanne. Ihre Nadeln sind etwas steifer und rund um den Zweig gestellt. Ihr Höhenwachstum und damit der gesamte Aufbau sind regel-
mässiger als bei allen Nordmanns-Herkünften. Das ergibt eine höhere Ausbeute an verkaufsfähigen mittelbreiten Bäumen. Der frühe Austrieb kann bei sehr späten Frösten auch ein Vorteil sein.
  Abies lasiocarpa var. arizonica (Korktanne)
Eine schöne blaunadelige Tannenart mit schlanker Wuchsform und besonders guter Nadelhaltbarkeit. Häufig auftretende kleine Formfehler wie Zwiesel oder Steiläste können mit einfachen Korrekturschnitten beseitigt werden. Bei längeren Nässe-
perioden und auf zu feuchten Standorten kann es Probleme mit Wurzelpilzen und Nadelvergilbungen geben. Früher Austrieb.
 
         
  Abies grandis (Küstentanne)   Abies koreana (Koreatanne)  
  Abies grandis (Küstentanne)
Nur mit der frostharten Inlands-Herkunft "Sears Creek" werden der erwünschte langsame Wuchs und die guten Form erreicht. Wir empfehlen Abies grandis nur auf trockenen und gut durchlüfteten Standorten wie zum Beispiel Kuppen oder Südhängen. Dort liefert sie in kurzer Zeit sehr ansprechende Sortimente. Bei konsequenter Unkraut-Bekämpfung sind kleine Bäume bereits nach drei Jahren verkaufsfähig.
  Abies koreana (Koreatanne)
Noch immer ist die Koreatanne als die anspruchsloseste Tanne einzustufen. Sie ist absolut winterhart und durch ihren sehr späten Austrieb auch für den Anbau in Spätfrost-Lagen geeignet. Mit ihr kann man auch schwierige Standorte nutzen. Kenntnisse in Form- und Korrekturschnitt sind jedoch nötig. Eine interessante Züchtung ist die blaunadelige Koreatanne "Blauer Pfiff" (s. Foto).
 
         
  Abies fraseri (Frasertanne)   Abies homolepis (Nikkotanne)  
  Abies fraseri (Frasertanne)
Diese Tanne stellt an der Ostküste der USA 90% aller verkauften Naturbäume. Hauptgrund für ihre Beliebtheit ist die besonders gute Schnitt-Verträglichkeit. Aber auch die besonders gute Nadelhaltbarkeit ist als positive Eigenschaft hervorzuheben. Da der Formschnitt auch bei uns eine immer grössere Bedeutung erlangt, empfehlen wir diese robuste Tannenart für klimatisch schwierige Standorte.

Abies homolepis (Nikkotanne)
Durch ihren sehr späten Austrieb und ihre hohe Toleranz gegenüber Nässe eignet sich diese Tanne gut für die Bepflanzung von Unterhängen und Mulden, die häufig unter Spätfrösten und Staunässe leiden. Sie hat einen gleichmässigen, schmalen Wuchs und benötigt auch sonst kaum Formschnitte. Als Nachteile sind die helle Nadelfarbe und kürzere Nadelhaltbarkeit zu nennen.
 
         
  Abies concolor glauca (Coloradotanne)   Abies concolor var. lowiana (Sierratanne)  
  Abies concolor glauca (Coloradotanne)
Eine schmale bis mittelbreite Tannenart für trockene, heisse Standorte und sehr schwache Bonitäten. Auch mit hohen pH-Werten kommt sie gut zu Recht. Ihre Form wird mit zunehmender Grösse immer besser. Guten Absatz gibt es besonders in Flächen, wo sich die Kunden ihre Bäume selbst auswählen und schlagen.
  Abies concolor var. lowiana (Sierratanne)
Ein natürlicher Hybrid (Kreuzung) zwischen Abies grandis und Abies concolor. Sie gleicht sehr stark der Riesentanne (Abies grandis) und unterscheidet sich von dieser durch mattgrünen Farbstich, kompakten, langsameren Wuchs und höhere Widerstandsfähigkeit gegen Nadelbräune.
 
         
  Abies nobilis/procera (Edeltanne)      
  Abies nobilis/procera (Edeltanne)
Stellt sehr hohe Ansprüche an Standort- und Bodenverhältnisse. Benötigt gut durchlüftete Böden mit niedrigen pH-Werten, hohe Luft-
feuchtigkeit, ausgeglichene Temperaturen. Anbau nur bei Umtriebszeiten von 25 bis 30 Jahren für die Schmuckreisig-Produktion wirtschaftlich. Ausbeute an Weihnachts-
bäumen hängt sehr stark von der verwendeten Herkunft ab.
     
         
  Picea pungens glauca (Blaufichte), Apache National Forest   Picea pungens glauca (Blaufichte), Kaibab Nation Forest  
  Picea pungens glauca (Blaufichte)
Apache National Forest

Diese offen und zügig wachsende Herkunft zeichnet sich durch eine sehr gute, regel-
mässige Wuchsform aus. Auf Normalböden bringt sie rund 70% Bäume mit Blaufärbung hervor. Auch gegenüber Schadeinflüssen zeigt sie sich äusserst robust.
  Picea pungens glauca (Blaufichte)
Kaibab Nation Forest

Diese Provenienz bringt dichte, schwere Bäume mit einer sehr guten Ausfärbung hervor. Man kann ca. 85% blau gefärbte Exemplare erwarten. Auch auf sehr guten Böden fängt sie nicht zu schiessen an und eignet sich für die Anzucht grosser Bäume.
 
         
  Picea Engelmanni (Engelmannsfichte)   Picea glauca (Weissfichte)  
  Picea engelmanni (Engelmannsfichte)
Unterscheidet sich von der Blaufichte positiv in ihrer weichen Benadelung und gleichmässigen Blau-violett-Färbung. Ein sehr anspruchsloser Baum, der gut auf Extremstandorten zurechtkommt. Aufgrund des frühen Austriebes wird eine Pflanzung an Hanglagen empfohlen.
  Picea glauca (Weissfichte)
Diese Fichtenart ähnelt in Aufbau, Habitus und Benadelung der heimischen Fichte. Die Nadelfarbe ist allerdings dunkler, häufig grün-blau. Gedeiht auch auf extrem nassen Stellen. Besonders ist der sehr frühe Zapfenbehang  (ab 4. Standjahr). Die jungen, sehr kompakten Bäume lassen sich besonders gut für Dekorationszwecke vermarkten.
 

Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit der Zeitschrift Wald und Holz. Wald und Holz

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