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Artikel

Autor(en): Peter Muck
Redaktion: LWF, Deutschland
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Öko-Rasenmäher in Christbaumkulturen

Shropshire-Schafe in einer Christbaumkultur
Abb. 1: Multitalent Shropshire; bis zu zehn Mutterschafe mit ihren Lämmern können auf einer ein Hektar großen Weihnachtsbaumkultur gehalten werden (Foto M. Kimpel).

Shropshire county, diese englische Grafschaft an der Grenze zu Wales ist die Heimat einer ganz besonderen Schafrasse. Ursprünglich als hochwertige Fleischlieferanten im England des 19.Jahrhunderts gezüchtet, bietet die nicht ganz alltägliche Lebensweise der Shropshires dem Christbaumpflanzer eine ganze Palette neuer Möglichkeiten: umweltfreundliche Unkrautbekämpfung, bodenschonende Düngung oder lukrative Fleischproduktion.

Nur Shrobshire-Schafe können das

Die Shropshire-Schafe sind die Nummer eins unter den Öko-Rasenmähern in Weihnachtsbaumkulturen. Von den weltweit rund 800 Schafrassen können nur Shropshire-Schafe in Christbaumkulturen und Obstbaumplantagen zur Graswuchsregulierung eingesetzt werden, weil die Tiere bei richtiger Weidetechnik und guter Gesundheit die Bäume nicht verbeißen oder schälen. Das senkt den Einsatz von Herbiziden erheblich und bedeutet eine erhöhte Attraktivität der Bäume für umweltbewusste Christbaumkäufer. Diese Eigenschaft hängt mit dem angeborenen Fressverhalten der Schafrasse zusammen. Shropshire-Schafe selektieren ihre Futterpflanzen, d.h. Gräser und verschiedene Unkräuter.

Shropshires sind dank ihrer kräftigen Konstitution wetterfest und dementsprechend unkompliziert ist ihre Haltung. Einfache Unterstände reichen völlig aus. Die Zahl der Shropshire-Schafe ist in Deutschland in den vergangenen Jahren angewachsen. Die deutsche Interessengemeinschaft der Shropshire-Züchter geht auch weiterhin von steigenden Schafzahlen aus, da deren Einsatz auch in der Landschaftspflege zunehmend gefragt ist.

Die englische Schafrasse beweidet als vergleichsweise kostengünstiger "Rasenmäher" die Koniferenkulturen. Das schont gleichermaßen die Umwelt und den Geldbeutel. Aufwändiges Ausgrasen oder alternativ der Einsatz von Unkrautbekämpfungsmitteln reduzieren sich erheblich. Lediglich Brennnesseln und Disteln verschmäht das Schaf.

Bis zu zehn Schafe pro Hektar

Pro Hektar Kulturfläche werden fünf bis zehn Schafe eingesetzt. Ab April werden sie in die Kulturen getrieben. Dort sollen sie alle paar Wochen die Parzelle wechseln. Auf diese Weise werden die Flächen sauber abgeweidet und die Parasitierung der Tiere ist geringer. Dennoch müssen die Schafe mehrere Male im Jahr entwurmt werden. Auf Grund der Beweidung entsteht eine dichte Grasnarbe, die den Unkrautwuchs hemmt. Die Nährstoffe bleiben der Kulturfläche weitgehend erhalten. Kurzer Graswuchs reduziert die Vermehrung von Mäusen, dementsprechend geringer fallen die Nageschäden an den Bäumen aus.

Shropshire-Schafe zeigen ein ruhiges Wesen und lassen sich ohne großen Aufwand halten. Für weitere Auskünfte steht u. a. die "Interessengemeinschaft Shropshireschafe Deutschland e. V." zur Verfügung (www.shropshireschafe-ev.de).

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