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Dr. Herbert Borchert

LWF

Bayerische Landesanstalt
für Wald und Forstwirtschaft

Abt. Forsttechnik, Betriebswirtschaft, Holz
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Autor(en): Redaktion waldwissen.net – LWF
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Nutzung der Lärche

Lärchenstamm
Abb. 1: Stamm einer Lärche mit relativ schmalem hellfarbigem Splintholz und deutlich abgesetztem Farbkern (Foto: Richter Spielgeräte GmbH)
 
Fladerschnitt
Abb. 2: Holz der Lärche im Fladerschnitt (Foto: R. Rosin, D. Grosser)
 
Querschnitt im Lupenbild
Abb. 3: Querschnitt der Lärche im Lupenbild (Foto: R. Rosin, D. Grosser)
 
Querschnitt im Mikrobild
Abb. 4: Querschnitt der Lärche im Mikrobild (Foto: D. Grosser)
 
Brücke aus Lärchenholz
Abb. 5: Im Brückenbau gehört Lärche aufgrund der großen Tragfähigkeit und hohen Dauerhaftigkeit zu den bevorzugten Holzarten (Foto: W. Teetz).
 
alpine Berghütte
Abb. 6: Im voralpinen und alpinen Raum wird das Lärchenholz seit eh und je als Bauholz verwendet (Foto: Archiv Holzforschung München).
 
Wohnhaus aus Lärchenholz
Wohnhaus aus Lärchenholz
Abb. 7: Wohnhäuser aus Lärche; das Holz wurde unter anderem für die Außenbekleidung, Balkone, Türen und Tore verwendet (Fotos: Robel)
 
Ständer- und Skelettbauweise
Abb. 8: Ständer- und Skelettbauweise in Lärchenholz (Foto: Holzforschung München)
 
Schindeln aus Lärchenholz
Abb. 9: Dauerhaft und landschaftsprägend: Schindeln aus Lärchenholz (Foto: D. Grosser)
 
Spielgerät
Abb. 10: Kletterstruktur aus dem dauerhaften Holz der Lärche – Holzschutzmittel überflüssig. Wer mag hier nicht spielen? (Foto: Richter Spielgeräte GmbH)

Die Lärche (Larix decidua) ist der Baum des Jahres 2012. Sie ist ein ganz besonderer Nadelbaum, auch hinsichtlich ihrer Holzeigenschaften und den daraus resultierenden Verwendungsmöglichkeiten.

Holzbeschreibung

Die Lärche gehört mit ihrem ausgeprägten Farbunterschied zwischen Splint- und Kernholz zu den Kernholzbäumen (Abb. 1). Der Splint ist von hellgelblicher bis rötlich gelber Farbe. Während das Kernholz frisch eine leuchtend rote bis rötlich braune Farbe aufweist, dunkelt es unter Lichteinfluss zu einem intensiven (dunkel)rotbraunen Farbton nach (Abb. 2). Da die Lärche bereits nach acht bis zehn Jahren verkernt, ist der Splint zumeist ausgesprochen schmal, vielfach kaum über zwei Zentimeter, in Hochlagen oft unter einem Zentimeter breit. Als arttypisches Merkmal besitzt Lärchenholz zahlreiche kleine bis bleistiftstarke, schwarze Äste. Diese sogenannten "Nageläste" entstehen, wenn die Zwischenquirlästchen des Stammes in das Holz einwachsen.

Das dunkle bis tiefbraune Spätholz ist sowohl an der Jahrringgrenze als auch innerhalb der Jahrringe – also beidseitig – scharf vom Frühholz abgegrenzt (Abb. 3 und 4). Dieser abrupte Übergang innerhalb der Jahrringe ist ein weiteres kennzeichnendes Merkmal des Lärchenholzes. Der ausgeprägte Farbunterschied zwischen Früh- und Spätholz bewirkt auf den Längsflächen eine ausdrucksvolle Fladerung (Tangentialschnitt, Abb. 2) bzw. Streifung (Radialschnitt).

Die Harzkanäle (Abb. 4) der Lärche sind wenig auffällig und mit bloßem Auge nur auf sauber geglätteten Hirnflächen im Spätholz als kleine helle Punkte erkennbar (Abb. 3). Auf den Längsflächen können sie durch austretendes Harz in Erscheinung treten. Die Holzstrahlen sind sehr fein und auf den Längsflächen lediglich als niedrige Spiegel sichtbar, ohne aber das Holzbild zu beeinflussen. Lärchenholz weist einen stark aromatischen Geruch auf.

Gesamtcharakter

Schmalsplintiges. dekoratives Nadelholz mit rötlich brauner bis dunkelrot brauner Kernfärbung sowie ausgeprägtem Frühholz-Spätholz-Kontrast und damit deutlicher Jahrringstruktur.

Holzeigenschaften

Mit einer mittleren Rohdichte von 0,60 g/cm3 bei 12-15 % Holzfeuchte liefert die Lärche das schwerste und zugleich härteste Holz unter den einheimischen Nadelhölzern (Tab. 1). Lediglich die Eibe ist noch schwerer. Das Gewicht variiert jedoch abhängig von Standort und Wuchsbedingungen erheblich. Das schwerste Holz wird bei Jahrringen zwischen einem und zwei Millimetern gebildet. In diesem Breitenbereich ist nämlich der prozentuale Anteil an dickwandigem Spätholz am größten. Bei Jahrringbreiten über zwei Millimeter bzw. unter einem Millimeter nehmen die prozentualen Spätholzanteile und damit die Rohdichte ab.

Entsprechend der hohen Rohdichte besitzt die Lärche ausgesprochen gute Elastizitäts- und Festigkeitswerte (Tab. 2). Zudem ist Lärchenholz von hoher Zähigkeit. Bei einem durchschnittlichen Volumenschwindmaß von 11,4-11,8 % gehört die Lärche zu den nur mäßig schwindenden Holzarten (Tab. 3). Nach der Trocknung zeigt Lärche bei geradfaserigem Wuchs und nicht zu breiten Jahrringen ein gutes bis befriedigendes Stehvermögen. Allerdings neigt die Lärche zu Drehwuchs. Lärchenholz bedarf einer sorgfältigen Trocknung, da es zu End- und Seitenrissen und zum Verwerfen neigt. Unter natürlichen Verhältnissen trocknet Lärchenholz verhältnismäßig langsam ab, die Trocknungszeit ist länger als bei anderen Nadelhölzern.

Außer bei stärkerem Drehwuchs, Grobringigkeit und Grobastigkeit lässt sich Lärche mit allen Werkzeugen gut bearbeiten. Der relativ hohe Harzgehalt des Holzes führt allerdings leicht zum Verschmieren der Werkzeuge und Maschinen. Insbesondere Sägeblätter können rasch heiß werden oder aus der Spur laufen. Ansonsten ist Lärche sauber zu hobeln, gut zu profilieren und zu bohren. Es lässt sich leicht spalten sowie problemlos messern. Nagel- und Schraubverbindungen gelingen ohne nennenswerte Schwierigkeiten. Nur bei starken Nägeln und Schrauben empfiehlt es sich vorzubohren, damit das Holz nicht aufplatzt. Auch Klebungen bereiten keine Probleme.

Lärche lässt sich gut lackieren, lasieren, mattieren und wachsen, aber weniger gut beizen. Harzgallen und stark verkernte Äste können Schwierigkeiten bei der Filmbildung von Lacken hervorrufen. Es empfiehlt sich, sehr harzreiche Hölzer auszusortieren oder mit harzlösenden Mitteln vorzubehandeln. Dies gilt insbesondere für Holz, das einer stärkeren Wärmeentwicklung ausgesetzt wird. Auch vor dem Beizen sollte entharzt werden.

Lärchenholz ist schwach sauer (pH-Wert: 4,7). Mit einem mittleren Extraktstoffgehalt von 4,5 % ist es teilweise chemisch reaktiv. Eisenteile werden zwar nur schwach korrodiert, verursachen jedoch umgekehrt in Verbindung mit Feuchtigkeit graue bis blauschwarze Holzverfärbungen. Wird Lärche unter Wasser verwendet, treten stark wasserverfärbende Kernstoffe aus. Lärchenholz ist in hohem Maß beständig gegen Alkalien, insbesondere aber gegen Säuren und ebenso äußerst resistent gegenüber aggressiven Medien.

Bezüglich der natürlichen Dauerhaftigkeit bzw. Witterungsfestigkeit ist das Kernholz der Lärche allen anderen einheimischen Nadelhölzern überlegen. Das Farbkernholz der Lärche kann in den Gebrauchsklassen 2 und 3.1 (siehe Kasten) ohne vorbeugenden chemischen Holzschutz eingesetzt werden. Unter Wasser ist Lärche von sehr langer Haltbarkeit und diesbezüglich mit dem Eichenholz durchaus vergleichbar. Sehr resistent ist das Kernholz auch gegen Holz zerstörende Insekten. Das Splintholz ist sowohl stark pilzanfällig als auch insektenanfällig. Während das Splintholz mäßig tränkbar ist, ist das Kernholz nur schwer tränkbar.

Gebrauchsklassen (GK) 2 und 3.1 nach DIN 68800-1

GK 2: Das Bauteil ist unter Dach und vollständig vor der Witterung geschützt. Es kommt aber zu einer gelegentlichen, nicht andauernden Befeuchtung durch eine hohe Umgebungsfeuchte.

GK 3.1: Das Bauteil ist der Witterung ausgesetzt, hat aber keinen Erdkontakt und keine Wasseranreicherung.

                                                               Quelle: www.holzfragen.de

Verwendungsbereiche des Holzes

Lärchenholz lässt sich sowohl als Konstruktions- als auch als Ausstattungsholz sehr vielseitig verwenden. Zudem ist es für eine Reihe von Sonderverwendungen geeignet.

Als Bau- und Konstruktionsholz bietet sich die Lärche vor allem für hochbeanspruchte Konstruktionen an – außen für den Erd-, Brücken-, und Wasserbau (Abb. 5), innen für Dachtragwerke, Wand- und Deckenkonstruktionen. Im Hausbau ist Lärche im Außenbereich für Rahmenkonstruktionen, Fassadenelemente, Brüstungen, flächendeckende Bekleidungen von Wänden, Balkone, Dachüberstände, Giebel, Haustüren, Garagentore und Fenster vorteilhaft verwendbar (Abb. 6 bis 8). Darüber hinaus gehört Lärche zu den bevorzugten Holzarten für die Herstellung von Dachschindeln (Abb. 9).

Im Innenbereich findet sie unter anderem Verwendung für Treppen, Parkett- und Dielenböden, Decken- und Wandbekleidungen sowie Einbauten. Lärchenholz kommt desweiteren im Möbelbau zum Einsatz. Insbesondere werden daraus Küchen- und Bauernmöbel bzw. Möbel im alpenländischen Stil, Eckbänke mit Tischen und dergleichen hergestellt.

Aufgrund seiner hohen Resistenz gegenüber Chemikalien wird Lärchenholz speziell zur Herstellung von Fässern, Bottichen und sonstigen Behältern für chemische Lösungen verwendet. Es eignet sich hervorragend für den Bau von Kühltürmen, von Silos und Stallungen. Wegen seiner hohen Zähigkeit und Elastizität wurden früher die Hauptbalken der Windmühlenflügel aus Lärchenholz hergestellt.

Da beim Farbkernholz chemische Holzschutzmaßnahmen nicht zwingend notwendig sind, ist Lärchenholz außerordentlich geeignet zur Herstellung von Kinderspielanlagen und -geräten (Abb. 10). Zu den zahlreichen weiteren Verwendungsbereichen zählen Rammpfähle, Masten, Stangen, Eisenbahnschwellen sowie der Waggon-, Boots- und Schiffbau. Es bietet sich für Lärmschutzwände, Palisaden, Zäune, Pergolen, Pflanzenbehälter sowie als Bodenbelag für Terrassen und Wege an. Letztlich sei erwähnt, dass aus Lärchenholz Drechslerwaren, Haushaltsgegenstände und ähnliches hergestellt werden.

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