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Originalartikel: Odenthal-Kahabka, J. (2005): Handreichung Sturmschadensbewältigung. Hrsg. Landesforstverwaltung Baden-Württemberg und Landesforsten Rheinland-Pfalz.
Autor(en): J. Odenthal-Kahabka
Online-Version: Stand: 24.05.2018
Redaktion: FVA, D

Nasslager - Hallimaschbefall

Handbuch Sturm
Ratgeber "Forstliches Krisenmanagement"

Seit den Stürmen im Jahr 1990 ist bekannt, dass sich Hallimasch (Armillaria mellea) unabhängig vom Beregnungssystem bzw. der Beregnungsqualität in nassgelagerten Hölzern ausbreiten kann. Die erkennbare Besiedelung des Holzes kann bereits ab dem (zweiten) dritten Jahr der Beregnung auftreten. Wirtschaftlicher Schaden durch Splintfäule (Mantelfäule) wurde in der Regel ab dem vierten Jahr der Beregnung beobachtet.

In den von Hallimasch befallenen Poltern können folgende charakteristischen Merkmale beobachtet werden: Unter frischer Rinde bildet der Hallimasch zunächst weißes Flächenmycel. Ist die Rinde abgestorben, breitet sich der Pilz eher durch Wurzel- oder schnurähnliche Rhizomorphen aus, die in reifen Zustand schwarz ummantelt sind. Über weite Zeiträume kann dieser Hallimaschbefall ohne Holzabbau auf die Stammoberfläche oder die Rinde begrenzt sein.

Erfahrungen

Nachfolgende Hinweise basieren auf Forschungsergebnissen der FVA, Abteilung Waldnutzung und Aufnahmen der Forstdirektion Stuttgart nach den Stürmen im Februar 1990 (Vivian und Wiebke) sowie auf Erfahrungen nach Sturm Lothar (Dezember 1999):

Flächenmycel
Flächenmycel unter frische Rinde. (Foto: B. Metzler)
 
Beilprobe
Beilprobe. (Foto: R. Willmann)

Entrindetes Holz ist nicht gefährdet

Bei Beregnung von entrindetem Holz wurde bisher kein Hallimaschbefall beobachtet. Begleitende Untersuchungen über die Nasslagerung von entrindeten Stammhölzern konnten von der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg nach "Lothar" nicht durchgeführt werden. Ein Erfahrungsaustausch der FVA mit einzelnen Betreibern von Nasslagerplätzen und Sägewerken hat nach über dreijähriger Nasslagerung die grundsätzlich positive Auswirkung längerfristiger Einlagerung ohne Rinde aufgezeigt: kein Hallimaschbefall, keine Braunverfärbung.

Im Forstamt Oberkochen wurden unmittelbar nach dem Sturmwurf rd. 20.000 Fm Nadelstammholz ohne Rinde aufgearbeitet, eingelagert und mit hoher Beregnungsqualität beregnet. An repräsentativen Stämmen erfolgte erstmalig im Juni 2003 eine äußerliche Holzansprache mit zusätzlicher Probennahme in Form von Stammscheiben aus Stammfuß, Mitte und Zopfbereich. An keinem der Stämme wurde Hallimaschbefall festgestellt. Dies deckt sich u.a. mit positiven Forschungsergebnissen der Universität München. Es ist davon auszugehen, dass intensiv beregnetes Stammholz durch eine vorherige Entrindung zuverlässig vor Hallimaschbefall geschützt werden kann.

Schadenserfassung

Für Baden-Württemberg gilt: Schadensbewertungen über den Hallimaschbefall sollen nach einem von der FVA entwickelten Aufnahmeverfahren zentral durchgeführt werden. Dieses Verfahren berücksichtigt, dass durch die Mantelfäule die Ausbeute und nicht die Güte des Holzes beeinträchtigt wird. Im Schadensfall erfolgt eine Massenbewertung bzw. eine Durchmesser- und damit Massenreduktion.

Download

Über das baden-württembergische Aufnahmeverfahren bei Hallimaschbefall können folgende Dateien heruntergeladen werden:

Hinweis

Literatur