URL: https://www.waldwissen.net/waldwirtschaft/holz/lagerung/fva_folienlagerung/index_DE
Originalartikel: Odenthal-Kahabka, J. (2005): Handbuch Sturmschadensbewältigung. Hrsg. Landesforstverwaltung Baden-Württemberg und Landesforsten Rheinland-Pfalz.
Autor(en): J. Odenthal-Kahabka
Online-Version: Stand: 29.02.2012
Redaktion: FVA, D

Sturmholz in Folie lagern

Verfahrensprinzip

Handbuch Sturm
Ratgeber "Forstliches Krisenmanagement"

Das zu konservierende Holz wird luftdicht in handelsübliche Silofolie verpackt. Die noch lebenden Holzzellen verbrauchen den im Paket eingeschlossenen Sauerstoff. Dadurch stellt sich eine sauerstoffarme Atmosphäre ein, in der weder holzschädigende Pilze noch Insekten überleben können. Zur Sicherung des Konservierungserfolgs muss der Sauerstoffgehalt innerhalb des verpackten Polters regelmäßig kontrolliert werden. Die Folie wird nach dem Gebrauch stofflich oder thermisch verwertet.

Bisherige Erfahrungen

Bereits nach "Wiebke und Vivian" 1991 wurden Versuche unternommen, mithilfe von Folienlagerung wertvolle Sortimente qualitätserhaltend zu lagern. Ermuntert durch die guten Erfahrungen wurden nach "Lothar" im Jahr 2000 über 40.000 fm Fichten-/ Tannen-/ Dougalsien-/ Kiefern- und Buchenholz eingelagert. Obwohl Verarbeiter bei einigen der Pakete Qualitätsminderungen beanstandeten (Einlauf und verstärkte Rissbildung bei Buche, Bläue, bzw. Rotstreifigkeit und vereinzelt auch Braunstreifigkeit bei Fichte und Tanne) konnten alle mit diesem Verfahren konservierten Hölzer ihrem zu Beginn der Folienlagerung festgelegten Verwendungszweck zugeführt werden. Da aus den vorhergenden Untersuchungen diese Phänomene nicht bekannt waren, wird davon ausgegangen, dass die Qualitätsbeeinträchtigungen auf die Hiebsursache "Sturm" und die z.T. längeren Zeitspannen zwischen Abstocken und Einlagerung zurückzuführen sind.

Folienlager in einem Schwarzwälder Tal
Foliengelagertes Holz im Schwarzwald.

Vorteile

Nachteile

Voraussetzungen

Holz
Material
Lagerplatz

Aufbau eines Folienlagers

Auslegen der Bodenfolie
Aufpoltern der Stämme
Fertig eingeschweißte Polter
Arbeiter beim Verschweißen der Folien
Letzte Arbeiten an der Verpackung
Alle Fotos: FVA Baden-Württemberg, Abt. Waldnutzung.

Kosten

In Abhängigkeit von Poltergröße, Polterform und dem Übungsgrad der Mitarbeiter liegen die Konservierungskosten zwischen 7,50 und 12,50 € je Festmeter Rundholz. Darin enthalten sind nur die Material- und Personalkosten, weder aber die Kosten für die Beifuhr und Manipulation am Lagerort noch die Kosten für die eventuelle Anmietung von Lagerplätzen. Unkalkulierbare Kosten können im Laufe der Lagerung durch die Behebung von Beschädigungen an der Folie (Vandalismus, Mäuse, Wind, s.o.) entstehen. Diese können u.U. zu erheblichen Kostensteigerungen führen.

Silofolie wird in Agrarhandlungen in verschiedenen Abmessungen angeboten. Die Preise liegen bei einer Breite von 16 m bei ca. 3,3 €/lfm zuzügl. Mwst.

Empfehlungen

Die Folienlagerung kann als Instrument der Qualitätserhaltung der Hölzer eingesetzt werden. Aufgrund der Voraussetzungen und Restriktionen kann die Folienverpackung allerdings nicht als Konservierungsart für große Mengen Holz dienen, sondern sollte sich auf die Verwendung zur kurzfristigen Lagerung von qualitativ hochwertigen (Laubholz-) Sortimenten auf befriedeten, befestigten Plätzen beschränken.

Vor Anlage eines Folienlagers sollte unbedingt Kontakt zur Abteilung Waldnutzung der FVA aufgenommen werden. Einen Schulung der zuständigen Mitarbeiter ist nötig.

Arbeitssicherheit: Die Lagerung von frischem (noch feuchtem) Holz unter Sauerstoffabschluss in Folie führt zum Ansteigen der Temperatur im Inneren des Lagers und bietet damit dem Wachstum von Schimmelpilzen optimale Lebensbedingungen. Beim Öffnen des Polters wird daher geraten, eine Atemmaske zu tragen, da das Einatmen von Pilzsporen zu allergischen Reaktionen führen kann.

Literatur

Hinweis