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Artikel

Autor(en): Gerhard Huber
Redaktion: LWF, Deutschland
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Bayern ohne Tollwut

Die Impfaktionen beim Fuchs gegen Tollwut scheinen sich in Bayern auszuzahlen. Nach 2002 konnten zum zweiten mal hintereinander auch 2003 keine Tollwuterkrankungen mehr festgestellt werden. Auch im Bundesgebiet verringerte sich die Anzahl 2003 auf insgesamt 24 Wildtollwutfälle (21 Füchse, 1 Reh, 2 Dachse). Der einzige Wildtollwut-Seuchenherd liegt in Südhessen, im Raum Frankfurt und dem Frankfurter Stadtgebiet.

Um die Ausbreitung nach Bayern zu verhindern, wurden in Unterfranken auf einer Fläche von über 4.800 km2 Füchse mit Impfködern oral immunisiert, ein Impfriegel zum Nachbarland Hessen wurde aufgebaut. Die Fressköder wurden in drei Etappen (März/April, Ende Mai, September) mit dem Flugzeug ausgebracht. Das Impfgebiet umfasste die Landkreise Aschaffenburg, Miltenberg, Main-Spessart, Würzburg und Bad Kissingen sowie Rhön-Grabfeld. Die Impfaktion wird in enger Abstimmung mit den Ländern Hessen und Baden-Württemberg auch 2004 fortgeführt.

Fledermaustollwut

Die Fledermaustollwut, hervorgerufen vom Europäischen Fledermausvirus (European Bat Lyssavirus, EBLV, Typ I u. II), wurde 2003 insgesamt 13 mal im Bundesgebiet festgestellt (Berlin 3, Bremen 1, Niedersachsen 3, Sachsen-Anhalt 1, Schleswig-Holstein 5). In Bayern traten keine Fälle auf.

Im Zeitraum von 1990 bis 2003 wurden in Deutschland insgesamt 107 Fälle bekannt. Nach den Niederlanden mit 109 Fällen liegt Deutschland an 2. Stelle, gefolgt von Dänemark mit 45 Erkrankungen. Eine Übertragung auf Säugetiere oder Menschen kommt nach Expertenmeinung aber sehr selten vor. Hauptüberträger ist die im Flachland weit verbreitete Breitflügelfledermaus (Eptesicus serotinus). Einer besonderen Gefährdung unterliegen Personen, die beruflich oder ehrenamtlich mit Fledermäusen zu tun haben. Sie sollten daher präventiv immunisiert werden.

Neue Gefährdungen

Mehr Risiken drohen von Marderhund, Waschbär und Mink, die sich seit Jahrzehnten bei uns ausbreiten und ein potentielles Reservoir für die Wildtollwut darstellen. Insbesondere aus den östlichen Ländern (Polen, Slowakei, Ukraine usw.), die nicht tollwutfrei sind, könnte die Krankheit wieder einschleppt werden. Zwar bleibt die Immunisierung bei Füchsen ein Leben lang erhalten, aber bei einer durchschnittlichen Lebenserwartung von 1,8 Jahren nimmt die Immunisierungsrate der Fuchspopulationen sehr rasch wieder ab, so dass wieder geimpft werden müsste. Mit der EU-Osterweiterung sollen aber auch die neuen EU-Länder in die Tollwutbekämpfung mit einbezogen werden.

Ergänzung

Datenquelle: Dr. Bruno Keller, Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, Dienststelle Oberschleißheim.

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