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Dr. Rudi Suchant

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Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA)
Abteilung Wald und Gesellschaft

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D-79100 Freiburg

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Artikel

Autor(en): Ulrich Müller, Martin Strein, Rudi Suchant
Redaktion: FVA, Deutschland
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Wildtierkorridore in Baden-Württemberg

Grünbrücke über Autobahn
Sind wichtige Wildtierkorridore bekannt, kann dies beispielsweise beim Strassenneubau berücksichtigt werden.

In Zusammenarbeit mit dem Landesjagdverband und der Wildforschungsstelle Baden-Württemberg wurde von der FVA Baden-Württemberg der großräumige Lebensraumverbund für ausgewählte Wildarten (Rotwild, Gams) in Baden-Württemberg untersucht. In Teilprojekten wurden weitere Arten berücksichtigt (z.B. Auerhuhn, Schwarzwild, Reh).

Migration von Wildtieren

In dem Forschungsvorhaben sollte erkundet werden, wie einheimische Wildtierarten, vor allem solche mit hohem Raumbedarf, isoliertem Vorkommen und aktivem Ausbreitungsverhalten, dauerhaft in der heutigen Kulturlandschaft überleben können. Im Brennpunkt der Arbeiten stand die Erhebung der Durchlässigkeit der Landschaft einerseits und von Migrationsbarrieren andererseits. Die Datenbasis im zentralen Projekt-Modul bilden Angaben der Jägerschaft und Forstverwaltung zum Vorkommen der ausgewählten Tierarten sowie die jagdstatistischen Erhebungen der Wildforschungsstelle Aulendorf. Aus der räumlichen Verteilung von Kerngebieten und Einzelnachweisen wurden in einer Computeranalyse die wahrscheinlichen Bewegungsachsen berechnet und Parameter für die Durchlässigkeit beziehungsweise die Barrierewirkung von linearen und flächigen Landschaftselementen abgeleitet.

Karte Ergebnis eines Computermodells für potenzielle Bewegungsachsen zwischen den Rotwildgebieten Nord- und Südschwarzwald. Bei dieser ersten Analyse sind nur die Verteilung von Wald und Landwirtschaft sowie von Strassen und Siedlungen berücksichtigt. Ziel des Projektes ist die detaillierte Bewertung von Landschaftselementen. Die Basisinformationen dafür werden aus der Jagdstatistik und durch Befragungen von Jägerschaft und Forst erhoben.

Legende

Wildtierunfälle

Ein Indiz für die zunehmende Fragmentierung durch Straßen ist die gestiegene Zahl an Wildunfällen. Allein in Baden-Württemberg beträgt der jährliche Verlust bei Schalenwild etwa 17.000 Tiere. Wildunfälle konzentrieren sich in der Regel an ganz bestimmten Straßenabschnitten. Der Grund dafür ist, neben dem Ausbaustand und der Verkehrsdichte der Straße, die Verteilung der für das Wild notwendigen Ressourcen auf Bereiche beidseits der Straße. In einem Projektteil wurden solche landschaftsökologischen Parameter ermittelt, die zu einer Häufung von Wildunfällen führen.

Raumplanerische Grundlage

Das Computermodell der Bewegungsachsen soll die Beurteilung verschiedener Szenarien der Landschaftsentwicklung im Hinblick auf den großräumigen Lebensraumverbund von Wildtieren erlauben. Die Analyse der Wildunfälle liefert zusätzlich die Kenntnis, welche lokalen und überregionalen Konstellationen von Landschaftsparametern zu einer erhöhten Gefährdung von Verkehrsteilnehmern und Wildtieren führen. Beide Projektteile stellen eine wissenschaftlich basierte Grundlage zur Verfügung, um die Auswirkung eines Strassen- oder Bahn-Neubaus abzuschätzen, Trassen-Varianten zu vergleichen, künstliche Querungshilfen (Grünbrücken, Durchlässe) zu planen und Wildunfälle zu vermeiden.

Download

Der ausführliche Schlussbericht kann als PDF-Datei (1,3 MB) heruntergeladen werden.

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