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Dr. Rudi Suchant

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Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA)
Abteilung Wald und Gesellschaft

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Artikel

Autor(en): Rudi Suchant
Redaktion: FVA, Deutschland
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Die Arbeitsgruppe Rauhfußhühner

Im April 1995 wurde von der Landesforstverwaltung eine "AG Raufußhühner" (AGR) ins Leben gerufen, in der zahlreiche Interessengruppen vertreten sind:

Auerhahn
Abb. 1: Balztoller Auerhahn; Südschwarzwald, Frühjahr 2004. (Foto: Andreas Schmidt)
  • Verwaltungen: Landesforstverwaltung, Naturschutzverwaltung 
  • Institutionen/Verbände: Landesjagdverband, Auerwildhegegemeinschaft Südbaden, Auerwildhegeringe Freudenstadt und Calw, Landesnaturschutzverband, NABU, Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Umweltbeirat des Deutschen Skiverbandes 
  • Forschungseinrichtungen: Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden- Württemberg, Universität Freiburg, Wildforschungsstelle Baden-Württemberg, Vogelwarte Radolfzell 

Die Arbeitsgruppe trifft sich im Durchschnitt zweimal im Jahr, um sich gegenseitig über den aktuellen Stand von Aktivitäten zu informieren und um Vorhaben, Projekte und strittige Themen abzustimmen. Im Vordergrund des Arbeitsprogramms der AGR steht die Aufstellung und Umsetzung eines integrativen Schutzkonzeptes, zunächst in ausgewählten Modellgebieten und speziellen Projekten, um danach im gesamten Schwarzwald einen nachhaltigen Schutz sicherstellen zu können. In diesem Schutzkonzept werden nicht nur die Lebensraumansprüche der Raufußhühner berücksichtigt, sondern auch die Ansprüche der Menschen in einer vielfältig genutzten Kulturlandschaft.

Voraussetzung hierfür ist die Einbindung des Arten- und Biotopschutzes in eine naturnahe Waldwirtschaft. Dadurch können die Schutzziele auf großer Fläche und in allen Waldbesitzarten erreicht werden. Eine an ökologischen Gesichtspunkten orientierte Jagd und ein natur- und landschaftsverträglicher Tourismus sind notwendige Ergänzungen des Schutzzieles. Aus dieser Zielsetzung wurden zu Beginn der Gruppenarbeit von den AGR-Mitgliedern Leitbilder für die gemeinsame Arbeit entwickelt. Zur Lösung von Zielkonflikten und als Basis für Aktivitäten werden die Leitbilder als gemeinsamer Nenner von allen an der AGR beteiligten Interessengruppen vertreten.

Die Leitbilder der AGR

  • Leitbild "Artenschutz": Das Haselhuhn ist im Schwarzwald akut vom Aussterben bedroht, das Auerhuhn gilt als stark gefährdet. Auerhuhn und Haselhuhn sind als Leitarten charakteristischer Waldlebensgemeinschaften zu erhalten.
  • Leitbild "Biotopschutz": Der entscheidende Faktor für das Überleben einer Tierart ist die Qualität des Lebensraumes. Der für ein Überleben notwendige Lebensraum ist durch eine Waldwirtschaft zu gestalten und zu sichern, welche die Habitatansprüche der beiden Raufußhuhnarten berücksichtigt.
  • Leitbild "Waldentwicklung": Das Überleben der Raufußhühner kann nicht über die isolierte Betrachtung einzelner, aktuell geeigneter Flächen gesichert werden. Die dynamische Entwicklung von Wäldern und der Flächenanspruch überlebensfähiger Populationen erfordern die Einbeziehung des gesamten Schwarzwaldes in ein Schutzkonzept.
  • Leitbild "Waldwirtschaft": Neben kurzfristig notwendigen Hilfsmaßnahmen sind waldbauliche Maßnahmen zugunsten der Raufußhühner nur dort sinnvoll und vertretbar, wo sie natürliche Prozesse unterstützen. In das Konzept einer Waldwirtschaft zugunsten der Raufußhühner müssen sowohl natürliche Prozesse als auch die verschiedenen Nutzungsansprüche integriert werden.
  • Leitbild "Jagd": Auf eine Bejagung wird beim Haselwild in Baden-Württemberg seit 1954 und beim Auerwild seit 1972 verzichtet. Eine auf die Erhaltung der Raufußhühner und ihres Lebensraumes ausgerichtete Jagd sollte für Prädatoren Bejagungskonzepte entwickeln, die Schalenwilddichte dem natürlichen Äsungsangebot anpassen und Störungen vermeiden.
  • Leitbild "Tourismus": Unterschiedliche Erholungsarten nutzen bei zunehmender Freizeit den Wald als Erholungsraum. Die touristische Nutzung von Natur und Landschaft muss in Form naturverträglicher Erholungs- und Sportarten räumlich und zeitlich in ein auf die Ansprüche der Raufußhühner abgestimmtes Gesamtkonzept eingebunden werden.
  • Leitbild "Öffentlichkeitsarbeit": Die breite Öffentlichkeit, aber auch Interessengruppen und Fachleute sollen mit jeweils geeigneten Medien über das Schutzkonzept der AGR informiert, sensibilisiert und zur Mitarbeit motiviert werden. Ziel ist die Förderung eines naturbewussten Verhaltens.

Folgende Projekte und Vorhaben wurden von der AGR seit 1995 durchgeführt oder begleitet, um Beispiele für die Umsetzung der genannten Leitbilder zu schaffen:

Artenschutz

Um einen laufenden Überblick über die Entwicklung des Bestandes von Auerhuhn und Haselhuhn zu haben, wurde ein schwarzwaldweites Monitoring aufgebaut, das in Zusammenarbeit mit den Forstbehörden, den Auerwildhegeringen/-gemeinschaft und einzelnen Ornithologen durchgeführt wird.

Wichtigste Kennzeichen dieses Monitorings sind: jährliche Erfassung der Zahl balzender Auerhähne, halbjährliche Erfassung von Beobachtungsdaten, Abgrenzung der Verbreitungsgebiete im 5-Jahres-Turnus, die Benennung von Wildtierbeauftragten, das Zusammenführen von Beobachtungsdaten in einer Datenbank bei der FVA, Auswertung mit GIS, "Geheimhaltung" von Balzplatzdaten mit Ortsbezug.

Für die künftige Arbeit der AGR ist das Monitoring eine Daueraufgabe. Erheblicher Forschungsbedarf besteht noch bei der Frage, für welche Arten Auerhuhn und Haselhuhn als Indikatoren anzusehen sind bzw. wie die jeweiligen charakteristischen Lebensgemeinschaften definiert werden können.

Biotopschutz

Typischer Lebensraum
Abb. 2: Geeignete Habitatstruktur für das Auerhuhn

Grundsätze des Biotopschutzes für Auerhuhn und Haselhuhn wurden von der AGR schon frühzeitig zusammengestellt. Diese Grundsätze wurden sowohl in die Richtlinien zur Jungbestandspflege, als auch in die Vorgaben für Waldentwicklungstypen integriert. In zahlreichen Projekten wurden und werden diese Maßnahmen beispielgebend umgesetzt. Hierbei kamen Gelder der EU, des Naturschutzbundes Deutschland NABU, des Naturparks Südschwarzwald, des Deutschen Jagdschutzverbandes, des Landesjagdverbandes und verschiedener Sponsoren zum Einsatz, während von Seiten der Landesforstverwaltung, der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt und der Waldbesitzer Personal- und Logistikmittel eingesetzt wurden. Künftig wird es noch intensiver darum gehen müssen, auf welchen Flächen eine aktive Habitatgestaltung einen Sinn macht und wo sie gegebenenfalls anderen Zielsetzungen des Naturschutzes oder der Waldwirtschaft konträr entgegenläuft.

Waldentwicklung

Mittlerweile hat sich der Grundsatz der Einbeziehung des gesamten Schwarzwaldes in ein Schutzkonzept durchgesetzt. Unter anderem wurden 74% der Auerhuhngebiete und 90% der balzenden Hähne in die Kulisse der Vogelschutzgebiete aufgenommen. Dies bedeutet, dass alle bekannten "geeignetsten " Gebiete in der Kulisse enthalten sind.

Die Vogelschutzgebiete im Rahmen des europäischen Netzwerks NATURA 2000 sind zwar auch ein wichtiger Baustein, können aber allein die Zielsetzung nicht erfüllen, da insbesondere die Frage des Biotopverbundes durch diese Schutzgebiete (noch) nicht berücksichtigt wird. Für ein schwarzwaldweites Konzept liefern die von SUCHANT (2002) erarbeiteten Grundlagen die wissenschaftliche Basis.

Danach werden für eine überlebensfähige Population im Schwarzwald 50.000 Hektar als Verbreitungsgebiet angenommen, wenn die räumliche Lage der Einzelflächen einen Populationsaustausch ermöglicht. Innerhalb dieser Fläche müssen jeweils mindestens 30% der Waldbestände für das Auerhuhn geeignete Strukturen aufweisen.

Um diese 30% zu erreichen, kann auf folgende Strukturparameter geachtet werden: Mindestens 10% der Fläche sollten stark aufgelichtete Bereiche sein (Lücken, kleinere Kahlflächen), mindestens 20% der Fläche sollten einen Bestandesschlussgrad von 50 bis 70% aufweisen. Die Erfüllung dieses Leitbildes kann erst als abgeschlossen gelten, wenn diese Strukturparameter im Rahmen von Forsteinrichtungsplanungen und/oder Pflege- und Entwicklungsplänen erhoben und als Zielwerte für die Waldbauplanung vorgegeben werden.

Waldwirtschaft

Zurzeit ist ein Forschungsprojekt bei der FVA in Bearbeitung, das die Flächen herausfiltern soll, die für das Auerhuhn langfristig relevant sind. Damit wird ein neuer Weg im Artenschutz gegangen: Eine Art soll nicht nur dort geschützt werden, wo sie aktuell vorkommt, sondern dort, wo aufgrund der landschaftsökologischen Bedingungen (u. a. Landnutzung, Klima, Boden-/Standortsverhältnisse) die Erhaltung und Neuschaffung von geeigneten Habitaten natürliche Prozesse unterstützen.

Im Jahr 2007 wird daraus abgeleitet eine Karte vorliegen, auf der alle für das Auerhuhn langfristig relevanten Biotopflächen dargestellt sind, einschließlich der für den Biotopverbund wichtigen Korridore und/oder Trittsteine.

Jagd

Der Verzicht auf die Bejagung von Auer- und Haselwild hat in Baden-Württemberg eine über 50-jährige Tradition und wird in absehbarer Zeit aufgrund der niedrigen Bestände an Raufußhühnern sicher auch nicht in Frage gestellt. Die Bejagung von Prädatoren ist ein vielfach erkanntes, aber bislang nicht gelöstes Problem. Einigkeit besteht auch auf wissenschaftlicher Ebene darin, dass diverse Prädatoren (v.a. Fuchs) aufgrund ihrer hohen und zunehmenden Dichte einen Einfluss auf Raufußhühner haben. Sollte aber beispielsweise die Bejagung des Fuchses einen für die Auerhuhnpopulation positiven Effekt haben, müsste sie über große Flächen, lange Zeiträume und mit hoher Intensität betrieben werden. Ansonsten sind die regional wirksamen, landschaftsökologischen Bedingungen in Verbindung mit dem jeweils vorhandenen Nahrungsangebot der die Fuchspopulation stärker steuernde Faktor.

Die AGR hat sich dem Thema Prädatoren zusammen mit dem LJV angenommen. Mit Seminaren zur Fuchsbejagung im Schwarzwald, der Herausgabe der "Anreize zur verstärkten Bejagung des Fuchses" und der Produktion des Videos "Fuchs frisst Auerhahn" wurde versucht, die Jägerschaft zur verstärkten Prädatorenbejagung zu motivieren. Die Förderung eines von der AGR beantragten Fuchsbejagungsprojektes aus Mitteln der Landesjagdabgabe kam leider nicht zustande. Es wird eine wichtige Aufgabe der AGR bleiben, sich mit dem Thema Prädatoren auseinander zu setzen und Lösungsmöglichkeiten zu entwickeln. Dies ist aus zwei Gründen nicht einfach:

  1. Die Meinungen zur Bedeutung des Einflusses von Prädatoren und insbesondere die Vorschläge zur Lösung des Problems gehen weit auseinander. Das eine Extrem kann beschrieben werden mit der Forderung nach intensiver "Prädatorenbekämpfung", das andere Extrem lautet: "alles den natürlichen Prozessen überlassen".
  2. Eine großflächige, intensive und langfristige Bejagung von Prädatoren ist sehr aufwändig und mit den bisherigen Instrumenten nicht zu realisieren. 

Dennoch ist es für die AGR künftig wichtig das "Prädatorenproblem" in Form von Forschungsarbeiten und Umsetzungsbeispielen weiter zu bearbeiten.

Räumliches Konzept nach Suchant
Abb. 3: Räumliches Konzept. (nach SUCHANT 2005)

Tourismus

Das in diesem Leitbild formulierte Ziel konnte schon in einigen Projekten umgesetzt werden. Im Modellprojekt Rohrhardsberg wurde eine beispielhafte Konzeption zur Integration von Naturschutz, Waldwirtschaft, Erholung und Sport nicht nur entwickelt, sondern konsequent im Sinne "alle sind Gewinner" umgesetzt (SUCHANT 1999). In zwei Folgeprojekten, die durch das EU-Förderprogramm LIFE-Natur kofinanziert wurden, konnten sowohl im Süd- als auch im Nordschwarzwald Modellbeispiele der Integration geschaffen werden. Die in diesen Projekten gesammelten Erfahrungen wurden mit europäischen Partnern im Rahmen eines EU-LIFE-Kooperationsprojektes "Grouse and Tourism in NATURA 2000 Areas" diskutiert und in Form von Richtlinien weiterentwickelt.

Diese Richtlinien sind dreisprachig erhältlich (engl., franz., deutsch) und im Internet unter www.grouse-tourism.de einsehbar. Das von SUCHANT (2005) vorgeschlagene Zonierungskonzept (Abb. 3) ist ein wesentlicher Bestandteil der Integration von Raufußhühnern und Tourismus. Dieses soll in einem weiteren EU-LIFE-Projekt im Oberen Hotzenwald umgesetzt werden, das Ende 2005 begonnen wurde und bis 2011 durchgeführt wird. Im Rahmen des Südschwarzwälder Projektes wurde auch eine zentraleuropäische Expertengruppe gegründet, die sich seit 1998 einmal jährlich zum Erfahrungsaustausch in Umsetzungsprojekten trifft. Künftig wird es darum gehen müssen, in allen Überschneidungsbereichen von Raufußhühnern und Tourismus räumliche Konzepte zu entwickeln, die beide Seiten zu Gewinnern macht. Gleichzeitig wird es wichtig sein die Akteure vor Ort und die Nutzer der Landschaft von diesem räumlichen Konzept zu überzeugen und alle hinter das in Vorarlberg formulierte Motto zu bringen: "RespekTiere deine Grenzen".

Öffentlichkeitsarbeit

Mit der Broschüre "Seltene Tierarten des Schwarzwaldes", 5 Faltblättern (Arbeitsgruppe Raufußhühner, Nachweismethoden Auerhuhn, Nachweismethoden Haselhuhn, Habitatgestaltung, LIFE-Projekt "Integraler Habitatschutz für Raufußhühner"), einem Film "Fuchs frisst Auerhuhn", 3 Diaserien und einer Wanderausstellung wurden bei zahlreichen Exkursionen und Seminaren die Inhalte und Ziele des Schutzkonzeptes weiter vermittelt. Mit der über den Naturpark Südschwarzwald kofinanzierten Broschüre und der CD "Ein Tag im Wald des Auerhuhns" stehen weitere Medien für die Öffentlichkeitsarbeit zur Verfügung.

Hinweistafel am Feldberg
Abb. 4: Informationstafel im Naturschutzgebiet Feldberg. Foto: Justus Ammann

Im Rahmen des LIFE-Projektes Grindenschwarzwald wurde ein weiterer Film mit dem Titel "Eine Allianz für die Zukunft: Leben mit dem Auerhuhn" gedreht und ein Faltblatt-Carrier mit dem Titel "Bewegende Augenblicke" erstellt, in dem ein Faltblatt "Sommerbeerenparadies" und ein Faltblatt "Winterwunderwelt" enthalten ist. Die Öffentlichkeitsarbeit muss auch künftig fortgesetzt werden, um die Identifikation der einzelnen Waldnutzer mit den Zielen des Schutzes von Auerhuhn und Haselhuhn zu erreichen.

Neben diesen auf die Leitbilder bezogenen Aktivitäten gab es auch eine intensive Forschungstätigkeit, die mit der AGR abgestimmt und von dieser begleitet wurde. Die Vogelwarte Radolfzell, die Vogelwarte Sempach/CH und die FVA führen ein umfangreiches Forschungsprogramm zum Auerhuhn durch. Dieses beinhaltet neben verschiedenen Untersuchungen zur Ernährung und Genetik insbesondere auch Habitatanalysen und die sogenannte Telemetrie. Hierbei werden Auerhühner tierschutzgerecht gefangen und mit einem das Tier nicht störenden Mini-Sender versehen. Dieser erlaubt über Satellit oder terrestrische Peilantennen den Vogel genau zu lokalisieren ohne ihn dabei zu stören. Auch bei grundsätzlichen Fragen zum Schutz der Raufußhühner wurde eine intensive Diskussion geführt und wurden gemeinsame Grundsätze gefasst.

Als Beispiele seien genannt das Grundsatzpapier zu "Auerhuhn und Windkraftanlagen", das Strategiepapier der AGR zur "Wiederbewaldung von Sturmwurfflächen" und die Regelung zur Schwarzwild-Kirrung im Rahmen der Durchführungsverordnung zum Landesjagdgesetz.

Fazit

Zusammenfassend können als Erfolge der bisherigen Arbeit der AGR angesehen werden: Die Zusammenarbeit verschiedener Interessengruppen auf der Basis abgestimmter Leitbilder und Grundsatzpapiere; Aufbau eines gemeinsamen Monitoring-Systems; Einbringen von Grundsätzen des Schutzes von Raufußhühnern in Richtlinien und Vorgaben; Fachlich fundierte Einbeziehung der Raufußhühner in das NATURA 2000 Konzept; Beispielgebende Umsetzungsmaßnahmen zur Biotopgestaltung in zahlreichen Projekten; Breit angelegte, wirkungsvolle Öffentlichkeitsarbeit; Erschließung von Geldquellen für den Schutz von Raufußhühnern; Mit der Praxis und den beteiligten Mitgliedern abgestimmte Forschungstätigkeit.

Dennoch gibt es auch künftig noch viel zu tun: Die Kommunikation und Information zwischen den Mitgliedern muss weiter verbessert werden; Ein nachvollziehbares Flächenkonzept ist zu entwickeln, damit die Frage, wo, was, mit welchem Geld sinnvoll umgesetzt werden soll, beantwortet werden kann; Das Monitoring ist kontinuierlich weiterzuführen und wo nötig zu verbessern; Die Erstellung der Pflege- und Entwicklungspläne in NATURA 2000 Gebieten muss fachlich begleitet werden; Weitere Umsetzungsprojekte sind zu initiieren; Bei der Öffentlichkeitsarbeit sollte die Errichtung eines Auerhuhn-Freigeheges im Vordergrund stehen; Für alle Aktivitäten müssen weitere Geldquellen erschlossen werden; Forschungsarbeiten sind fortzuführen und sollten insbesondere folgende Themen bearbeiten: Populationsverbund, Lebensraum, Einfluss von Prädatoren, Einfluss von Standort und Klima, Einfluss von Störungen.

Literatur

  • SUCHANT, R. (1998): Die Arbeitsgruppe Raufußhühner. In: Auerhuhn und Haselhuhn in einer mitteleuropäischen Kulturlandschaft. Berichte Freiburger Forstliche Forschung 2, 10-24.
    SUCHANT, R. (1999): Harmonie zwischen Naturschutz, Waldwirtschaft, Erholung und Sport? – Das Modellprojekt Rohrhardsberg. In: Landesanstalt für Umweltschutz Baden-Württemberg (Hrsg.). Der Rohrhardsberg, LFU. Naturschutz-Spectrum Themen 91, 47-74.
    SUCHANT, R. (2002): Die Entwicklung eines mehrdimensionalen Habitatmodells für Auerhuhnareale (Tetrao urogallus L.) als Grundlage für die Integration von Diversität in die Waldbaupraxis. Schriftenreihe Freiburger Forstliche Forschung 16, 331 S.
    SUCHANT, R. (2005): Sporttourismus in Wildtierlebensräumen. Kongressbericht "Umwelt, Naturschutz und Sport im Dialog ". Köln. 13.-14. September 2004. Schriftenreihe Natursport und Ökologie. Deutsche Sporthochschule Köln 17, 26-37.
    SUCHANT, R.; BRAUNISCH, V. (2005): Grouse and Tourism in NATURA 2000 areas – guidelines for an integration of nature conservation and nature use. FVA/EU-LIFENature fonds, 32 S.

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