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Artikel

Autor(en): Klaus Spichale, Jan Engel
Redaktion: LFE, Deutschland
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In der Kürze liegt die Würze? Zeitliche Auswertung von Ansitzdrückjagden

Der Jagderfolg ist nicht unbedingt von der Dauer der Jagd abhängig. (Foto: K. Spichale)
Abb. 1: Der Jagderfolg ist nicht unbedingt von der Länge des Treibens abhängig. (Foto: K. Spichale)

Wie die Erfahrung zeigt, sind die ersten 60 Minuten und die letzte Viertelstunde auf Drückjagden oft die erfolgreichsten Zeitabschnitte um Strecke zu machen. In den letzten Jahren haben sich vielfach zeitlich sehr ausgedehnte Treiben eingebürgert, doch sind diese überhaupt effektiv?

In der Auswertung von 45 Ansitzdrückjagden im Landesforst und Bundesforst in Brandenburg in den Jahren 2003 bis 2009 wurden während der Jagd die abgegebenen Schüsse in Zeitintervallen von je 15 min ab Beginn des Treibens gezählt, wobei deren jeweilige Dauer von 2–4 Stunden variierte.

Deutlich zeigte sich, dass unabhängig von der Dauer des Treibens nach zwei Stunden rund 90% der Schüsse abgegeben wurden (Abb. 2). Geht man von einer gleichmäßigen Trefferverteilung über den gesamten Zeitraum aus, so kann bis zu diesem Zeitpunkt auch mit 90% der Strecke gerechnet werden.

Folgendes Datenmaterial lag dieser Auswertung zugrunde:

Tab. 1: Datengrundlage der Auswertung 
Anzahl ausgewerteter Ansitz-Drückjagden 45
Beobachtungszeitraum 2003 bis 2009
Gesamtzahl der gezählten Schüsse 1715
Gesamtzahl erlegtes Stück Wild 823
Durchschnittliche Jagdstrecke pro Jagd (min. 1)   18,29   (max. 101)
Durchschnittl. Anzahl Schüsse pro erlegtem Stück Wild (min. 1)    2,08  (max. 11)
Abgegebene Schüsse (auflaufend) in 15-Minuten-Intervallen
Abb. 2: Abgegebene Schüsse (auflaufend) in 15-Minuten-Intervallen

Zum Vergrößern bitte anklicken

 
Abgegebene Schüsse (auflaufend) in 15-Minuten-Intervallen
Abb. 3: Anteil der Schüsse in den Beobachtungsintervallen an der Gesamtzahl

Zum Vergrößern bitte anklicken

Betrachtet man den Anteil der abgegebenen Schüsse in den Beobachtungsintervallen (Abb. 3) zeigt sich ein Anstieg zwischen 15 und 30 Minuten (Beginn des Treibens) und noch einmal nach 1h und 2h 30 min sowie nach Ende der Treiberaktivitäten kurz vor Ende der Jagd.

Ob die abgegebenen Schüsse auch bei extrem kurzen (<1,5h) oder sehr langen (>3,5h) Treiben dieser Verteilung folgen, müsste mit einer größeren Stichprobe überprüft werden.

Erfolgsaussichten bei der Planung einschätzen

Dennoch soll diese kleine Auswertung dazu anregen, das Aufwand-Nutzen-Verhältnis bei der Jagdplanung auch hinsichtlich der Zeitplanung im Auge zu behalten.

Für insgesamt kürzere Treiben (bis zu zwei Stunden) sprechen daher auch aus Sicherheitsgründen beim Ablauf der Jagd folgende weitere Gründe:

  • Höhere Konzentration bei den Schützen
  • Geringere Ermüdung von Treibern/Hundeführern
  • Schnellerer Beginn von Nachsuchen und Versorgung des Wildes bei milder Witterung

sowie Zeitreserven für:

  • unvorhergesehene Ereignisse (Autopannen, Unfälle etc.)
  • längere Wege zum Versorgen und Bergen des Wildes
  • gewissenhafte Nachsuchen
  • Warten auf Hunde
  • Umsetzen für evtl. ein weiteres Treiben
  • Streckelegen und Schüsseltreiben

Dennoch bleiben wichtige Faktoren für die Festlegung der Dauer eines Treibens die Größe und Struktur des bejagten Gebietes, die beteiligten Reviere, Anzahl der Jäger, Treiber und Hunde sowie die aktuelle Witterung und natürlich auch die Vorstellungen der Gastgeber und Gäste, die der Jagdleiter letztlich unter einen Hut zu bringen hat.

Originalartikel

  • Der Originalartikel ist als pdf-Datei (4,6 MB) verfügbar

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