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Simon Birrer

Schweizerische Vogelwarte Sempach

Schweizerische Vogelwarte
Leiter der Abteilung "Förderung
der Vogelwelt"
CH - 6204 Sempach

Tel. +41 462 97 38 (Mo, Mi-Fr)

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Artikel

Autor(en): Schweizerische Vogelwarte
Redaktion: WSL, Schweiz
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Einheimische Waldvögel: Die Waldschnepfe (Scolopax rusticola)

Die Waldschnepfe ist dank ihres braunrot gescheckten Gefieders optimal für ein Leben auf dem Waldboden angepasst. Als Lebensraum benötigt sie ausgedehnte, eher feuchte und störungsarme Wälder.

Die Waldschnepfe (Scolopax rusticola)
Foto: Robert Gross

Lebensraum
Brütet in ausgedehnten, feuchten Laub- und Mischwäldern mit Lichtungen und Schneisen. In den Voralpen eher an Schattenhängen.

Anspruch an Fläche
Balzende Männchen überfliegen Areale von 40–130 ha, wobei sich Areale verschiedener Männchen stark überlappen können. Der Aktionsraum steigt mit zunehmender Zerstückelung der Waldflächen und mit grösser werdendem Anteil an offener Landschaft.

Nahrung
Stochert mit dem langen Schnabel im Boden nach Regenwürmern, Insekten und Spinnen. Kleiner Anteil an pflanzlicher Nahrung. Nahrungssuche auch im angrenzenden Offenland.

Verhalten
Versteckte Lebensweise. Dämmerungs- und nachtaktiv. Am ehesten können Balzflüge in der Dämmerung beobachtet werden (April–Juli).

Gefährdung
Die Gründe des Rückgangs sind unklar. In Diskussion sind unter anderem:

  • Lebensraumverlust durch Grundwasserabsenkungen und Entwässerung der Wälder
  • Störungen während der Brut (Freizeitaktivitäten und Waldarbeiten)
  • Bejagung in den Durchzugs- und Überwinterungsgebieten, vor allem in Südwesteuropa


Förderung
Die Waldschnepfe ist eine jener Arten, deren Ansprüche mit dem naturnahen Waldbau allein nicht genügend abgedeckt werden können. Als notwendige Ergänzung zu den übrigen Naturschutzinstrumenten ist die Waldschnepfe auf ein Artenförderungsprogramm angewiesen. Zielgerichtete Massnahmen können allerdings erst ergriffen werden, wenn die Rückgangsursachen geklärt sind. Immerhin ist bekannt, wie zusätzliche Lebensraumbeeinträchtigungen vermieden werden können:

  • Erhalten von Feucht- und Nassstandorten im Wald
  • Verzicht auf Unterhalt von Drainagen in Waldflächen
  • Schaffen lichter Wälder mit offenen Flächen
  • Keine Forstarbeiten während der Brutzeit (April–Juli)


Verbreitung in der Schweiz
Die Waldschnepfe brütet hauptsächlich in den Voralpen und im Jura zwischen 1000–1700 m Höhe. Lokal kommt sie auch in den Niederungen, in den Zentralalpen und auf der Alpensüdseite vor. Im Mittelland ist sie selten geworden.

Verbreitung der Waldschnepfe

Wichtigste Merkmale: Taubengrosser, braun und schwarz gezeichneter Vogel mit sehr langem Schnabel. Schwarze Querbänder auf dem Scheitel. Gefieder wirkt optisch wie Falllaub. Beide Geschlechter gleich gefärbt. Dämmerungsaktiv.

Grösse und Gewicht: 34 cm, 250–420 g

Ähnliche Arten: Bekassine, Zwergschnepfe und Doppelschnepfe: kleiner als Waldschnepfe, zudem in anderen Lebensräumen und nur auf dem Durchzug. Weibchen von Haselhuhn, Birkhuhn und Auerhuhn: Kürzerer Schnabel.

Brutort: Boden

Gelege: 1 Gelege à 4 Eier

Brutdauer: 22–23 Tage

Flugfähigkeit: nach 15–20 Tagen

Zugverhalten: Kurzstreckenzieher; Nachtzieher

Bestand in der Schweiz: 1130–1630 Brutpaare

Trend: Rückläufige Bestände in den Niederungen, gebietsweise auch in den mittleren Lagen.

Rote Liste Schweiz: Verletzlich

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