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Matthias Bürgi

Forschungsanstalt WSL

Eidg. Forschungsanstalt WSL
Landschaftsökologie
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Artikel

Autor(en): Beatrice Miranda Botello-Gut, Matthias Bürgi
Redaktion: WSL, Schweiz
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Spechte – anspruchsvolle Waldbewohner

Spechte gehören wohl zu den bekanntesten waldbewohnenden Tierarten. Für viele Menschen sind der Klang ihrer auffälligen Trommelwirbel und die Spuren ihrer Hack- und Bautätigkeit an den Bäumen Teil des Naturerlebnisses im Wald. Als sogenannte Schlüsselarten schaffen Spechte unentbehrliche Lebensraumelemente für weitere Tierarten. Eine besonders wichtige Rolle erfüllen sie als Höhlenbauer. Ihr attraktives Erscheinungsbild und ihre Lebensweise machen die Spechte zu hervorragenden Botschaftern des Ökosystems Wald.

Schwarzspecht (Dryocopos martius)
Abb. 1 - Der Schwarzspecht (Dryocopos martius), der grösste einheimische Specht.
Foto: Ich-und-Du / pixelio.de

Weltweit gibt es 216 Spechtarten; die Mehrzahl davon sind Waldbewohner. Die enge Bindung der Spechte an das Leben an und in den Bäumen unterstreicht eine ganze Reihe von Anpassungen: Eine Wendezehe an den Füssen und ein Stützschwanz mit verstärkten Federkielen ermöglichen ihnen, sich auch an senkrechten Stämmen festzuhalten und sich rasch und geschickt fortzubewegen. Der starke Schnabel ist vielseitig einsetzbar. Klopfend und hackend suchen die Spechte nach unter der Rinde versteckter Nahrung, mit rhythmischem Trommeln demonstrieren sie ihren Revieranspruch und mit gezieltem Hacken zimmern sie ihre Bruthöhlen ins Holz.

Verschiedene Besonderheiten im Bauplan des Spechtkopfes verhindern, dass das Gehirn durch diese harten Schläge geschädigt wird. Bemerkenswert ist auch die Arbeitsweise des Zungenapparates: Spechte können ihre Zunge weit aus dem Schnabel hervor in Ritzen und Löcher strecken. Mit der klebrigen und mit Borsten besetzten Zungenspitze klauben sie im Holz verborgene Insektenlarven heraus. Dank dieser speziellen Anpassung haben sie sich eine Nahrungsquelle erschlossen, die anderen Vögeln nicht zugänglich ist.

Die Spechte der Schweiz

In der Schweiz kommen neun Spechtarten vor:

  • Schwarzspecht (Dryocopos martius) – der grösste einheimische Specht
  • Grünspecht (Picus viridis) – ein Ameisenspezialist
  • Grauspecht (Picus canus) – ein Bewohner von alten Laubwäldern
  • Buntspecht (Dendrocopos major) – der Generalist
  • Mittelspecht (Dendrocopos medius) – anspruchsvoll und gefährdet
  • Kleinspecht (Dendrocopos minor) – der Unauffällige
  • Weissrückenspecht (Dendrocopos leucotos) – wieder in der Schweiz
  • Dreizehenspecht (Picoides tridactylus) – Charakterart der subalpinen Fichtenwälder

Im Gegensatz zu diesen acht Spechtarten, die alle mehr oder weniger stark vom Lebensraum Wald abhängig sind, lebt der Wendehals (Jynx torquilla) vorwiegend im Offenland und zieht als einziger in der Schweiz vorkommenden Spechte im Winter in den Süden.

Merkblatt für die Praxis

Grünspecht (Picus viridis)
Abb. 2 - Der Grünspecht (Picus viridis) ist ein Ameisenspezialist.
Foto: Roland Bollinger / pixelio.de

Alles Wichtige rund um die einheimischen Spechte erfahren Interessierte im Merkblatt "Spechte - anspruchsvolle Waldbewohner". Sie finden dort Informationen zu folgenden Themen:

  • Schutz des Lebensraums
  • Naturnaher Waldbau mit viel Altholz
  • Totholz
  • Höhlenbäume
  • Vernetzung von Habitaten
  • Ameisen als Nahrung
  • Massnahmen für gefährdete Spechte
  • Umsetzung

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