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Artikel

Autor(en): Anja Bindewald, Axel Wedler, Hans-Gerhard Michiels
Redaktion: FVA, Deutschland
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Waldbiotopkartierung: Wie invasiv ist die Douglasie?

Ausschlussflächen für ihren Anbau in Baden-Württemberg

Die baden-württembergische Waldbiotopkartierung liefert empirische Daten über das aktuelle Ausmaß der Etablierung und Ausbreitung der Douglasie auf geschützten Waldstandorten. Solche Informationen dienen der Herleitung adäquater Ausschlussflächen für ihren Anbau und leisten somit einen wertvollen Naturschutzbeitrag.

Inhalt

Mit dem Ziel, die Leistungsfähigkeit und die Stabilität der Wälder zu erhöhen, wurden in Deutschland ab Mitte des 18. Jahrhunderts verschiedene Baumarten eingeführt. Die Douglasie (Pseudotsuga menziesii [Mirb.] Franco) ist eine solche Art: Sie stammt von der Westküste Nordamerikas und wird seit 1850 in Deutschland forstlich angebaut (Quelle). Insbesondere im Südwesten Deutschlands hat sie sich zur wirtschaftlich wichtigsten eingeführten Baumart entwickelt. Bundesweit trägt die Douglasie 2% zur Gesamtwaldfläche bei, im Bundesland Baden-Württemberg sind es 3,3% (BWI 2012). Die Douglasie wird als eine wichtige Ersatzbaumart für die Fichte gesehen, da sie als weniger anfällig gegenüber Trockenstress gilt (Quelle). Es wird deshalb erwartet, dass die Bedeutung der Douglasie in Baden-Württemberg und in anderen Teilen Mitteleuropas zunehmen wird.

Der forstwirtschaftliche Anbau eingeführter Baumarten wie der der Douglasie birgt jedoch auch ökologische Risiken, da sich manche Arten in angrenzende, naturnahe Ökosysteme ausbreiten und heimische Arten gefährden können. Solche Baumarten werden häufig als "invasiv" klassifiziert und können Interessenkonflikte zwischen Naturschutz und Forstwirtschaft verursachen. Ein grundsätzliches Problem vieler Bewertungen ist, dass von einer Invasivität eingeführter Arten ausgegangen wird, ohne dass hierfür zweifelsfreie wissenschaftliche Belege vorliegen. Auch stark verallgemeinernde Einstufungen ohne konkreten Flächenbezug (z. B. Weiße, Graue und Schwarze Liste des Bundesamtes für Naturschutz, Quelle) tragen nicht zur Versachlichung der Diskussion bei und es fehlen wertvolle regionale Angaben, auf welchen Standorten und in welchem Ausmaß ein Risikomanagement notwendig ist. Eine differenzierte Analyse des tatsächlichen Ausmaßes der Ausbreitung einer möglicherweise invasiven Baumart erlauben systematisch erfasste Waldinventurdaten, weil sie das Vorkommen und die Etablierung eingeführter Baumarten über die ganze Bandbreite von Waldökosystemen widerspiegeln. Dabei kann die Etablierung einer Art in Gebieten, in denen sie im Hauptbestand nicht vorkommt, als ein Maß für ihre erfolgreiche Ausbreitung herangezogen werden und ihre Etablierung in naturnahen und schützenswerten Waldökosystemen als Indiz dafür, dass sie einheimische Arten verdrängt. Insbesondere für den regionalen Waldnaturschutz stellen solche Daten wertvolle Informationen dar, da auf dieser Basis adäquate Managementmaßnahmen abgeleitet und der Schutz wertvoller Waldbiotope verbessert werden kann.

In diesem Beitrag soll eine Möglichkeit vorgestellt werden, wie auf der Basis von der Waldbiotopkartierung Baden-Württembergs die Invasivität einer eingeführten Baumart standörtlich differenziert bewertet werden kann. Speziell geht es hier um die Frage, in welchen geschützten Waldbiotopen und Naturräumen sich die Douglasie aktuell in Baden-Württemberg natürlich verjüngt und welche angrenzenden Waldflächen daher für den weiteren Anbau dieser Art ausgeschlossen werden sollen.

Landesweite Verteilung der geschützten Biotopbestände, die von einer Einwanderung der Douglasie betroffen sind gemäß Waldbiotopkartierung Stand 2018.
Abb. 1: Landesweite Verteilung der geschützten Biotopbestände, die von einer Einwanderung der Douglasie betroffen sind gemäß Waldbiotopkartierung Stand 2018.

Waldbiotopkartierung

Als Datengrundlage diente hier die Waldbiotopkartierung (WBK) Baden- Württemberg der Abteilung Waldnaturschutz. Im Rahmen der WBK werden seltene und besonders wertvolle Biotopstrukturen landesweit in allen Waldbesitzarten erfasst und beschrieben. Diese Biotope stehen unter dem gesetzlichen Schutz des § 33 Naturschutzgesetz Baden-Württembergs, des § 30a Landeswaldgesetz (Biotopschutzwald) oder des § 30 des Bundesnaturschutzgesetze. Hinzu kommen Waldbiotope ohne besonderen gesetzlichen Schutzstatus (z. B. Vorkommen seltener oder gefährdeter Arten oder totholzreiche Bestände). Die Überwachung des Biotopzustandes erfolgt seit 2002 in einem Turnus von zehn Jahren mit jährlichen Aktualisierungen für verschiedene Regionen. Gegenwärtig wird in Baden-Württemberg eine Gesamtfläche von rund 81.700 ha Waldbiotope und über 120.000 Einzelflächen überwacht. Die WBK fasst dabei die Biotopstrukturen in zwölf Leitbiotoptypen zusammen, zum Beispiel gehören 32% der gesamten erfassten Fläche (d. h. 26.450 ha) dem Leitbiotoptyp "Seltene, naturnahe Waldgesellschaften" an (Tab. 1, WBK 2005-2017). Die WBK protokolliert dabei unter anderem den jeweiligen Artenbestand und auch aktuelle Beeinträchtigungen. Durch Änderungen in der Kartiersystematik seit 2002 sind außerdem die Lebensraumtypen nach der FFH-Richtlinie in den Waldbiotopen erfasst (zur Methodik vgl. fva-bw.de).

Tab. 1: Natürliche Ausbreitung der Douglasie in geschützten Biotopstrukturen in Baden-Württemberg. Erfasste Biotope werden in zwölf Leitbiotoptypen zusammengefasst (WBK 2007-2017).
Leitbiotoptyp Fläche mit Douglasien-Naturverjüngung (ha) Erfasste Fläche (ha) % Anteil Fläche an Gesamtfläche
Naturgebilde 52,5 8.944 0,6
Seltene naturnahe Waldgesellschaft 117,3 26.642 0,4
Wald mit schützenswerten Tieren 11,9 4.616 0,3
Reste historischer Bewirtschaftung 2,8 902 0,3
Strukturreiche Waldbestände 27,3 11.146 0,2
Trockenbiotop 0,2 3.461 ~0,0
Moorbereich und Feuchtbiotop 0,4 4.792 ~0,0
Stillgewässer 1.709 ~0,0
Fließgewässer 0,4 8.148 ~0,0
Waldrand 646 ~0,0
Wald mit schützenswerten Pflanzen 0,7 4.185 ~0,0
Sukzessionsfläche 1,6 5.553 ~0,0
Summe 215,2 80.746 0,3%

Die natürliche Ausbreitung der Douglasie wird seit 2012 explizit als "Beeinträchtigungstatbestand" in der WBK verschlüsselt. Die Daten der vorhergehenden Jahre (bis 2007) wurden nachträglich aufbereitet, indem die Belege der Biotope auf entsprechende Hinweise überprüft wurden (z. B. Beeinträchtigung des Biotopes im Zusammenhang mit der Douglasie). Somit ist für den Datensatz von 2007 bis 2017 für den jeweiligen Biotop- bzw. Waldlebensraumtyp vermerkt, ob Douglasien-Naturverjüngung vorhanden ist, mit einer Einschätzung zum Grad der Beeinträchtigung und einer kurzen textlichen Erläuterung hierzu. Auf dieser Datenbasis wurden die Waldbiotopflächen mit Douglasien-Naturverjüngung ermittelt und deren Anteil am jeweiligen Biotoptyp ausgewertet.

Auswertung und Interpretation der Waldbiotopkartierung

Flächenanteile der seltenen, naturnahen Waldgesellschaften in Baden-Württemberg mit Douglasien-Naturverjüngung nach Biotoptyp (WBK Stand 2015). Die Biotoptypen Hainsimsen-Traubeneichenwald und Hainsimsen-Traubeneichenwald mit Leimkraut wurden zu einem Biotoptyp zusammengefasst. NV=Naturverjüngung;  Biotoptyp:  1 = Drahtschmielen-Bergahorn-Blockwald 2 = Hainsimsen-Traubeneichen-Wald 3= Heidelbeer-Buchen-Wald 4 = Traubeneichen-Linden-Blockwald 5 = Birken-Blockwald 6 = Ahorn-Eschen-Blockwald 7 = Hainsimsen-Buchen-Wald 8 = Rauschbeeren-Bergkiefern-Moorwald
Abb. 2: Flächenanteile der seltenen, naturnahen Waldgesellschaften in Baden-Württemberg mit Douglasien-Naturverjüngung nach Biotoptyp (WBK Stand 2015). Die Biotoptypen Hainsimsen-Traubeneichenwald und Hainsimsen-Traubeneichenwald mit Leimkraut wurden zu einem Biotoptyp zusammengefasst. NV=Naturverjüngung; Biotoptyp:
1 = Drahtschmielen-Bergahorn-Blockwald
2 = Hainsimsen-Traubeneichen-Wald
3 = Heidelbeer-Buchen-Wald
4 = Traubeneichen-Linden-Blockwald
5 = Birken-Blockwald
6 = Ahorn-Eschen-Blockwald
7 = Hainsimsen-Buchen-Wald
8 = Rauschbeeren-Bergkiefern-Moorwald
Douglasien-Naturverjüngung in einem Hainsimsen-Traubeneichenwald (Luzulo-Quercetum) im Südschwarzwald in Baden-Württemberg. (Foto: Maria-Barbara Winter)
Abb. 3: Douglasien-Naturverjüngung in einem Hainsimsen-Traubeneichenwald (Luzulo-Quercetum) im Südschwarzwald in Baden-Württemberg. (Foto: Maria-Barbara Winter)

Laut WBK Stand 2017 ist in 0,3% der erfassten Biotope (d. h. 215 ha) Douglasien-Naturverjüngung anzutreffen (Tab. 1; WBK 2007-2017). Aus den bisherigen Daten geht hervor, dass es sich um eine eher mäßige bis geringe Ausbreitung handelt. Eine flächige Einwanderung ist nur in 6 % aller festgestellten Fälle dokumentiert. Räumlich beschränkt sich die Ausbreitung der Douglasie überwiegend auf Biotopstrukturen in den westlichen Gebirgslagen von Schwarz- und Odenwald (Abb. 1). Hauptsächlich anzutreffen ist dort Douglasien-Naturverjüngung im Leitbiotoptyp "Naturgebilde" auf offenen Felsstandorten aus saurem Gestein sowie im Leitbiotoptyp "Seltene, naturnahe Waldgesellschaften" (Abb. 2): in 10,6% der trockenen, bodensauren Hainsimsen-Traubeneichenwälder (Abb. 3) und in 25,8% der Drahtschmielen-Bergahorn-Blockwälder. Letzteres ist auch ein nach der Fauna-Flora-Habitatrichtlinie geschütztes Biotop (FFH 9180).

Es umfasst lichte Wälder auf Blockhalden, basenarmer Gesteine und gehört mit einer Gesamtfläche von 24 ha in Baden-Württemberg regional zu den seltensten und kleinflächigsten Waldbiotoptypen. Eine geringe Kronenüberschirmung, eine fehlende Strauchschicht und somit eine hohe Lichtverfügbarkeit sind wichtige Merkmale dieses Biotops. Daraus ergeben sich geeignete Bedingungen für die natürliche Verjüngung der Douglasie, aber theoretisch auch jeder anderen lichtbedürftigen (gesellschaftsuntypischen) Baumart. In der WBK stehen keine systematisch erfassten Daten zur Naturverjüngung anderer Gehölzarten zur Verfügung, sofern sie keine Beeinträchtigung darstellen, sodass weitere Aufnahmen vor Ort notwendig wären. Der Verjüngungserfolg der Douglasie auf offenen Felsstandorten lässt sich dadurch begründen, dass es sich bei ihr um einen Mineralbodenkeimer handelt (Quelle). Hinzu kommt, dass sich die Eichen wegen des starken Wildverbisses auf solchen potenziellen Traubeneichenwald-Standorten nicht mehr ausreichend verjüngen. Die Douglasie scheint vom Wildverbiss nicht oder nur wenig betroffen zu sein. Aufgrund ihrer großen Konkurrenzkraft wird befürchtet, dass sie sich auf trockenen, sauren und nährstoffarmen Waldstandorten zur vorherrschenden Baumart entwickeln könnte.

Generell ist die Nähe zu Samenbäumen Voraussetzung für den Erfolg der Douglasie auf solchen Sonderstandorten. Sollten Samenbäume in einem Radius von etwa 200 m fehlen, wird sich die Douglasie kaum verjüngen. Hinsichtlich einer fachlich begründeten abschließenden Bewertung der Invasivität der Douglasie gibt es noch einige Wissenslücken: Mögliche Ausbreitungsdistanzen einer eingeführten (Baum-)Art sind ein wichtiges Element, um deren Invasionserfolg zu bestimmen. Für die Douglasie liegen in Deutschland diesbezüglich wenige Kenntnisse vor, und die Distanzen werden in verschiedenen Veröffentlichungen sehr unterschiedlich beziffert. Zum Beispiel geht man davon aus, dass 90% der Samen innerhalb von zwei Baumlängen (ca. 60 m) aufschlagen, während in Einzelfällen auch schon bis zu 2000 m dokumentiert wurden. Eine weitere noch weitgehend ungeklärte Frage besteht bezüglich des Einflusses des Douglasienanbaus auf die Biodiversität. Insbesondere bestehen noch erhebliche Wissensdefizite in Bezug auf Veränderungen der ursprünglichen und standorttypischen Artenzusammensetzung seltener und gefährdeter Waldgesellschaften auf trockenen, bodensauren Sonderstandorten.

Ausschlussflächen für den Anbau

Die Douglasie kann in bestimmten geschützten Biotopstrukturen Baden-Württembergs als potenziell invasiv eingestuft werden, da es möglich ist, dass sie an solchen Sonderstandorten Dominanzbestände ausbildet und einheimische lichtbedürftige Arten durch Ausschatten verdrängt. Das Auftreten der Douglasie an einem Wuchsort, der nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie geschützt ist, führt nach dem bundeseinheitlichen LRT-Bewertungsschlüssel zu einer Verschlechterung des Erhaltungszustandes des Lebensraums. Geschützte Biotope dürfen nachhaltig nicht beeinträchtigt werden, sodass sich die Notwendigkeit ergibt, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen.

Die Gefahr für diese Biotope geht dabei vom aktuellen forstwirtschaftlich motivierten Douglasienanbau aus. Im Umfeld von bestimmten Biotop- bzw. FFH-Lebensraumtypen auf bodensauren, basenarmen und trockenen Standorten ist daher im Rahmen der Forsteinrichtung im Staatswald eine Pufferzone von 300 m einzurichten, um eine zukünftige Etablierung der Douglasie zu verhindern. Hierfür stellt die zentrale WBK-Datenbank der FVA Baden-Württemberg mit "Douglasien – sensibel" gekennzeichnete Datensätze bereit. Bereits in die Biotope eingewanderte Initialbestände müssen beseitigt werden. Da Douglasien-Naturverjüngung insgesamt bisher nur in einem geringen Teil der geschützten Waldbiotope (d. h. 215 ha) verzeichnet wurde und sich die Baumart weder über Stockausschlag noch über Wurzelbrut verbreitet, sollte ihre Beseitigung aus solchen Gebieten problemlos möglich sein. Um einer Verschlechterung des Erhaltungsstandes der geschützten Waldbiotope entgegenzuwirken, müssen diese kontinuierlich gepflegt werden.

Schlussfolgerung

Die Douglasie kann in bestimmten geschützten Biotopstrukturen Baden-Württembergs als potenziell invasiv eingestuft werden, da es möglich ist, dass sie an solchen Sonderstandorten Dominanzbestände ausbildet und einheimische lichtbedürftige Arten durch Ausschatten verdrängt. Das Auftreten der Douglasie an einem Wuchsort, der nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie geschützt ist, führt nach dem bundeseinheitlichen LRT-Bewertungsschlüssel zu einer Verschlechterung des Erhaltungszustandes des Lebensraums. Geschützte Biotope dürfen nachhaltig nicht beeinträchtigt werden, sodass sich die Notwendigkeit ergibt, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. Die Gefahr für diese Biotope geht dabei vom aktuellen forstwirtschaftlich motivierten Douglasienanbau aus. Im Umfeld von bestimmten Biotop- bzw. FFH-Lebensraumtypen auf bodensauren, basenarmen und trockenen Standorten ist daher im Rahmen der Forsteinrichtung im Staatswald eine Pufferzone von 300 m einzurichten, um eine zukünftige Etablierung der Douglasie zu verhindern. Hierfür stellt die zentrale WBK-Datenbank der FVA Baden-Württemberg mit "Douglasien – sensibel" gekennzeichnete Datensätze bereit. Bereits in die Biotope eingewanderte Initialbestände müssen beseitigt werden. Da Douglasien-Naturverjüngung insgesamt bisher nur in einem geringen Teil der geschützten Waldbiotope (d. h. 215 ha) verzeichnet wurde und sich die Baumart weder über Stockausschlag noch über Wurzelbrut verbreitet, sollte ihre Beseitigung aus solchen Gebieten problemlos möglich sein.

Um einer Verschlechterung des Erhaltungsstandes der geschützten Waldbiotope entgegenzuwirken, müssen diese kontinuierlich gepflegt werden. Schlussfolgerung Im Allgemeinen scheint die Invasivität eingeführter Baumarten in den bisherigen Bewertungen unzureichend belegt zu sein, insbesondere weil diese sich lediglich auf qualitative Daten oder kleine Datensätze stützen. Systematisch erfasste Informationen zur Naturverjüngung aus Waldinventuren wie die der WBK stellen wertvolle empirische Daten dar, die für die Risikobewertung eingeführter Baumarten herangezogen werden können, da sie Hinweise auf den Etablierungserfolg und das Verbreitungspotenzial einer solchen Baumart liefern. Auch ermöglichen sie eine kontextbezogene Analyse der verschiedenen Waldbiotope und können so das Management eingeführter Baumarten auf einer standörtlichen Grundlage differenziert angleichen und den Schutz wertvoller Biotope, z. B. durch Pufferzonen und kontinuierliche Habitatpflege, weiter verbessern. Die Forstwirtschaft steht in der Verantwortung, ökologische Risiken eingeführter Baumarten so gering wie möglich zu halten. Dazu gehört auch, dass geschützte Biotope durch regelmäßiges Monitoring überwacht werden, sodass Invasionsprozesse rechtzeitig erkannt und Maßnahmen ergriffen werden. Bislang wird nur die Ausbreitung der Douglasie von der WBK Baden-Württemberg systematisch erfasst. Es ist daher empfehlenswert, zukünftig auch die Ausbreitung anderer eingeführter Gehölzarten wie zum Beispiel die der Roteiche (Quercus rubra L.) oder Rotesche (Fraxinus pennsylvanica Marshall) gezielt aufzunehmen und auszuwerten.

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