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Artikel

Autor(en): Michael Mößnang
Redaktion: LWF, Deutschland
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Naturobjekte 2006 – Schwarzpappel, Stachelbart und Kleiber

Rarität aus dem Auwald wird geadelt – die Schwarzpappel ist Baum des Jahres

Schwarzpappel
Abb. 1: Die Schwarzpappel steht auf der Roten Liste. In Deutschland sind kaum mehr als 3.000 Altbäume sicher identifiziert (Foto: A. Bach).
 
Ästige Stachelbart
Abb. 2: Der stark verästelte Stachelbart ist mit vielen kleinen Stacheln überzogen und wächst auf totem Holz (Foto: S. Thierfelder).
 
Kleiber
Abb. 3: Kopfüber – der Kleiber, er steht stellvertretend für den Schutz naturnaher Eichen- und Buchenwälder (Foto: M. Delpho/NABU).

Der Baum des Jahres 2006 ist in den Auwäldern entlang der Isar eine echte Rarität. Aber nicht nur dort, die Schwarzpappel findet sich heute in der "Roten Liste" der gefährdeten Arten wieder.

Nur wenigen Spaziergängern dürfte auffallen, dass in den Auwäldern entlang der Isar eine echte Rarität heimisch ist. Mit dem Verschwinden der natürlichen Flusslandschaften ist diese interessante Baumart selten geworden. Dass sie bei uns noch zu finden ist, spricht für die Naturnähe des Isar-Auwaldes zwischen Freising und Landshut.

Die Schwarzpappel findet sich heute in der "Roten Liste" der gefährdeten Arten wieder. Ursache dafür sind ihre speziellen Ansprüche an den Boden. Nur auf sehr kiesig-trockenen oder sandigen Flächen, wie sie entlang unregulierter Flüsse noch häufiger entstehen, kann sich die Schwarzpappel natürlich verjüngen. Nachwuchs ist daher bei dieser Baumart, bei der es übrigens männliche und weibliche Bäume gibt, die Ausnahme.

Dabei bereichert die Schwarzpappel die natürliche Vielfalt. Zahlreiche Tierarten haben sich auf sie spezialisiert. Schmetterlinge wie der seltene Kleine Schillerfalter lieben die Blätter der Pappel, die Larven des Großen Pappelbocks leben in ihrem weichen Holz. Letzteres bevorzugt auch der Grauspecht beim Bau seiner Höhlen. In morschen Stämmen und Ästen stochern Spechte und Weidenmeisen nach Insektenlarven.

Eine aus dem Nahen Osten stammende Varietät der Schwarzpappel ist dagegen in Parks und Städten ein häufiger Anblick. Die schlanke Pyramidenpappel säumt zum Beispiel die Münchener Leopoldstraße. Allerdings sind von diesem Vetter der Schwarzpappel meist nur männliche Exemplare bei uns eingeführt.

Pilz des Jahres: der Ästige Stachelbart

Der Ästige Stachelbart (Hericium coralloides), geformt wie eine Südseekoralle und blendend weiß, kommt bei uns vor allem in alten Buchenwäldern vor. Der Pilz mit einem Durchmesser von bis zu 20 cm und mehr wächst ausschließlich auf totem Holz und bereitet dadurch u. a. tote Baumstämme als Lebensraum für andere Organismen, so z. B. für Insekten, die im morschen Holz leben oder Spechte, die dort leichter ihre Höhlen zimmern können. Sein Vorkommen ist in Deutschland stark gefährdet. Absterbende Buchen sollten nach Möglichkeit stehen bleiben, um diesem Pilz geeigneten Lebensraum zu erhalten. Mehr unter www.dgfm-ev.de

Vogel des Jahres: der Kleiber

Der Kleiber (Sitta europaea) ist ein typischer Waldvogel. Er liebt höhlenreiche Altholzbestände in strukturreichen Laub- und Nadelwäldern. Der Kleiber steht stellvertretend für einen Lebensraum, der ebenso unverzichtbar für viele andere Vögel wie Spechte, Meisen oder Greifvögel ist. Seinen deutschen Namen verdankt er seinem "Kleibern" (Kleben). Er verkleinert nämlich regelmäßig einen zu großen Eingang seiner Bruthöhle mit Lehm auf seine Körpergröße.

Der Kleiber ist etwa so groß wie eine Kohlmeise. Seine Stimme mit der lauten Pfeifstrophe "wi wi wi" ist das ganze Jahr über zu hören. Mehr unter www.nabu.de

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