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Artikel

Autor(en): Regina Ostermann
Redaktion: FVA, Deutschland
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Waldgesellschaften an Fließgewässern

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In Mitteleuropa sind fließgewässerbegleitende Wälder natürlicherweise von Laubholz dominiert. In montaner Lage spielt auch die Tanne in diesen Wäldern eine Rolle. Seit die Fichte als schnellwachsende Baumart Mitte des 19. Jahrhunderts ihren Siegeszug antrat, wurde sie wie auf vielen für sie ungeeigneten Standorten auch in grund- und oberflächenwassergeprägte Auen gepflanzt.

Unter Nutzungsgesichtspunkten stellt sie hier ein hohes betriebliches Risiko dar, da sie labil aufwächst. Aus ökologischer Sicht wirkt sie ungünstig auf den Naturhaushalt, sei es durch Eintrag von Nadelstreu ins Fließgewässer, sei es durch Ausdunkelung der Gewässerbegleitvegetation oder durch Austrag von Feinsediment aufgrund ihrer nur flach streichenden Wurzeln, die nur wenig zur Bodenfestigung beitragen. Nur in den höchsten Lagen der Mittelgebirge (oberhalb 1.100 m) sind lokal auch Fichten-Sumpfwälder an dauernasse und durchsickerte Standorte natürlicherweise angepasst.

In den übrigen Mittelgebirgslagen sind solche von Fichten dominierten Bestände an Fließgewässern unter der heute landesweit geltenden Richtlinie des naturnahen Waldbaus (MLR, Richtlinie landesweiter Waldentwicklungstypen, 2014) vorrangig prädestiniert, in naturnahe Wälder entwickelt zu werden. Ohne Kenntnis der natürlichen Waldgesellschaften längs kleiner Fließgewässer können indes keine standortsgerechten und naturnahen Bestände aufgebaut werden.

Waldgesellschaften an kleinen Fließgewässern

In diesem Beitrag ist eine Auswahl der bedeutendsten Waldgesellschaften an kleinen Fließgewässern der Mittelgebirge als vergleichende Übersicht und in Form von Steckbriefen zusammengestellt. Sie werden grundlegend nach ihrem Wasserhaushalt und der Überflutungshäufigkeit unterschieden. Echte Auewälder werden gelegentlich bis häufig überflutet, Feuchtwälder hingegen sind überwiegend durch oberflächennah anstehendes, mehr oder weniger bewegtes Grundwasser gekennzeichnet. Schluchtwälder schließlich können auch hinzugerechnet werden, soweit sie in luft- und bodenfeuchten Tal-Einschnitten (meist Kerbtälern) Fließgewässer begleiten. Die Talform (Kerbtal, Kerbsohlental, Muldental, Trogtal) ist entscheidend, ob eine Aue vorhanden ist, oder nicht. Weitere Faktoren zur Unterscheidung sind Höhenlage, lokalklimatische Besonderheiten, Art, Zeitraum und Dauer von Hoch- und Niedrigwässern und deren Fließgeschwindigkeit.

Im Umfeld und längs bewaldeter Mittelgebirgsbäche spielen Weidengebüsche nur eine untergeordnete Rolle. Gründe sind u.a. starke Beschattung bei naturnaher Bestockung, die für die lichtliebenden Weiden, die ja meist Pioniergehölze sind, keinen Raum lassen, außerdem die Nichtbesiedelbarkeit tief eingeschnittener Kerbtäler oder nur wenige im Sommer trocken fallende Flachpartien.

1. Echte Auewälder

Aiternbach, Landkreis Lörrach, Südschwarzwald
Abb. 1: Bergahorn-Eschen-Schluchtwald. (Foto R. Ostermann)

Wälder in Auen von Bächen und Flüssen, geprägt durch episodische bis häufige, unterschiedlich lange dauernde Überflutungen, z.T. auch starke, vom Fließgewässer des Standorts abhängige Schwankungen des Grundwasserstands.

1.1 Hainmieren-Schwarzerlenwald
1.2 Schwarzerlen-Eschen-Wald
1.3 Grauerlen-Auewald

2. Sumpf- und Feuchtwälder

Wälder unterschiedlich basenreicher Böden mit zeitweilig oder ständig hoch anstehendem Grund- oder Sickerwasser, keine Überflutung, doch gelegentliche Überstauung durch Grundwasser

2.1 Schwarzerlen-Eschen-Sumpfwald (syn.: Traubenkirschen-Erlen-Eschen-Wald)
2.2 Fichten-Sumpfwald

3. Schlucht- und Blockwälder

Edellaubbaumreiche Wälder an Steilhängen, in Schluchten, auf Stein- und Blockhalden; weitgehend konsolidierte Standorte.

3.1 Bergahorn-Eschen-Schluchtwald

Literatur

  • Riecken U., Ries U., Symank A. (1994): Rote Liste der Biotoptypen der Bundesrepublik Deutschland. Schriftenreihe für Landschaftspflege und Naturschutz 41: 184 S. Bonn, Bad Godesberg.
  • Oberdorfer E. (1992): Süddeutsche Pflanzengesellschaften. Teil IV: Wälder und Gebüsche. 2. Auflage. Jena. Textband 282 S., Tabellenband 580 S.
  • Reidl K., Suck R., Bushart M., Herter W., Koltzenburg M., Michiels H.-G. & Wolf Th., (2007): Potenzielle Natürliche Vegetation von Baden-Württemberg mit Karte im Maßstab 1: 200.000. In: Landesanstalt für Umwelt und Messungen Baden-Württemberg (LUBW).

Downloads

  • Vergleichende Übersicht der Waldgesellschaften (PDF-Datei):
  • Steckbriefe der Waldgesellschaften (PDF-Dateien):

Hinweis

  • Dieser Beitrag ist Teil des Ratgebers "Handbuch Wald & Wasser".
    Dort finden Sie eine Vielzahl weiterer Beiträge zum Thema "Wald & Wasser".