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Marcus Schaub

Forschungsanstalt WSL

Eidg. Forschungsanstalt WSL
Ökophysiologie
Zürcherstrasse 111
CH - 8903 Birmensdorf

Tel: +41 44 739 25 64
Fax: +41 44 739 22 15

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Artikel

Autor(en): Marcus Schaub, Beate Kittl
Redaktion: WSL, Schweiz
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Die Ozonwerte sinken, aber die Belastung der Wälder bleibt hoch

Noch immer ist die Ozonbelastung der Wälder in Europa zu hoch. Ozon kann sich auch in abgelegenen Regionen bilden, weil die für seine Bildung verantwortlichen Luftschadstoffe über lange Strecken transportiert werden. Die gute Nachricht ist, dass die Ozonwerte europaweit langsam, aber stetig abnehmen. Waldforschende der Eidg. Forschungsanstalt WSL berichten über die neusten Trends.

ICP Forests ist ein europaweites Netzwerk von Waldstandorten, auf dem die Einflüsse von Luftschadstoffen auf Bäume untersucht werden. Wissenschaftler messen die Ozonwerte seit dem Jahr 2000 auf 233 Forschungsflächen in 18 Ländern und haben eine geringe, aber statistisch zuverlässige Abnahme der Durchschnittswerte im Sommer beobachtet. Die Südschweiz gehört hierbei allerdings weiterhin zu den Regionen mit den höchsten Ozonwerten Europas; Gebiete in Nordeuropa sind weniger stark betroffen. 

 
Sichtbare Ozonschäden auf einem Feldahorn-Blatt
Abb. 1 - Sichtbare Ozonschäden auf einem Feldahorn-Blatt (Acer campestre). Die dunklen Punkte sind kollabierte Zellen, deren Zellwände durch Ozon oxidiert worden sind.
Foto: Marcus Schaub (WSL)
 

Der aggressive Luftschadstoff Ozon verursacht auf vielen Standorten des ICP Forests-Messnetzes sichtbare Schäden an Blättern und Nadeln (Abb. 1 und 2). Diese variieren je nach Baumart und wie gut die Bäume mit Wasser, Licht und Nährstoffen versorgt sind. Die Ozonschäden können das Wachstum und den Wasserhaushalt der Bäume beinträchtigen und tragen dazu bei, dass Wälder und ihre wichtigen Leistungen gefährdet sind: Wälder sorgen für reinere Luft, sauberes Grundwasser, produzieren Bau- und Energieholz, schützen vor Naturgefahren und erhalten die Biodiversität.

WSL-Forscher fassen diese Resultate im "ICP Forests Brief Nr. 3" zusammen. Ihre wichtigsten Botschaften sind:

  • Ozon ist ein gasförmiger Luftschadstoff, der Schäden an Pflanzen verursachen kann. Er entsteht auch in äusserst abgelegenen Gebieten.
  • Trotz eines deutlichen Rückgangs liegen die Ozonwerte an den Standorten von ICP Forests immer noch über dem gesetzlich festgelegten Grenzwert, der für den Schutz von Bäumen vor Schäden gilt.
  • Ozon-induzierte Blattsymptome traten bei den verschiedensten Gehölzpflanzen in ganz Europa auf.
  • Weitere Studien zur langfristigen Beobachtung und Überwachung der Wälder sind erforderlich, um unterschiedliche Ozon-Konzentrationen und ihre Auswirkungen auf das Waldwachstum besser beziffern zu können.
 
Blätter des Wolligen Schneeballs mit Ozonsymptomen
Abb. 2 - Blätter des Wolligen Schneeballs (Viburnum lantana) mit Ozonsymptomen.
Foto: Marcus Schaub (WSL)
 

Mehr Ozon im Süden als im Norden Europas

Die langfristigen durchschnittlichen Ozonkonzentrationen während der Vegetationsperiode (April bis September) zeigen, dass die Ozonwerte in den Wäldern Europas im Zeitraum zwischen 2000 und 2014 von Nord nach Süd zunehmen. Im Durchschnitt lagen die Werte bei 36,2 ppb, mit einem Schwankungsbereich von 14,5 bis 70,1 ppb (Abb. 3). Die höchsten Ozonkonzentrationen in der Luft wurden in Italien, im Tessin, in Tschechien, in der Slowakei, in Rumänien und in Griechenland gemessen.

 
Räumliche Verbreitung durchschnittlicher Ozonkonzentrationen von April bis September
Abb. 3 - Räumliche Verbreitung durchschnittlicher Ozonkonzentrationen von April bis September interpoliert von 18'464 automatischen Messstellen auf 205 Flächen in 15 Ländern im Zeitraum 2000–2014 (Hintergrundfarbe) und Auftreten von ozonbedingten Blattsymptomen auf 155 Flächen in 11 Ländern im Zeitraum 2002–2014 (farbige Punkte). Quelle: ICP Forests Brief No 3
 

Das ICP Forests (International Co-operative Programme on Assessment and Monitoring of Air Pollution Effects on Forests) ist ein europäisches Netzwerk für die langfristige Erforschung der Schadstoffbelastung von Wäldern. Es findet im Rahmen des UN-Übereinkommens über weiträumige grenzüberschreitende Luftverunreinigung (CLRTAP) statt. ICP Forests wurde 1985 gegründet und überwacht den Zustand der Wälder auf ca. 6’000 Langzeit-Beobachtungsflächen (Level I) und 800 Forschungsflächen (Level II) in 42 Ländern.

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