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Artikel

Autor(en): Werner Ruhm, Hannes Schönauer
Redaktion: BFW, Österreich
Kommentare: Artikel hat 0 Kommentare
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Douglasie, die anpassungsfähige

Die Douglasie wächst von Kanada bis Mexiko und von der Pazifikküste bis zu den  Rocky Mountains. Deshalb gibt es viele, an ökologische Bedingungen angepasste  Lokalrassen. Die Wahl der richtigen Herkunft ist daher einer der wichtigsten Faktoren  für das erfolgreiche Wachstum dieser Baumart.

Douglasien-Starkholz
Abbildung 1: Produktionsziel ist Douglasien-Starkholz

Welche Herkunft für den jeweiligen Standort die beste ist, erfährt man unter www.herkunftsberatung.at.

Der Steckbrief

Douglasien gehören zu den höchsten Bäumen. In ihrer Heimat erreichen sie ein Alter von bis zu 700 Jahren, Höhen bis zu 100 Meter und Stammdurchmesser (BHD) bis zu 3,5 Meter. In Mitteleuropa wurden Höhen bis zu 57 Meter und BHD bis zu 1,15 Meter beobachtet.

Im Idealfall, auf tiefgründigen und gut durchlüfteten Böden, bildet die Douglasie ein dicht verzweigtes tiefreichendes Herzwurzelsystem. Auf flachgründigen, dichten und staunassen Standorten entwickeln sie eher flache Wurzelteller und sind dadurch anfällig für Windwurf.

Die Douglasie bevorzugt tiefgründige, gut durchlüftete, leichte bis mittelschwere Böden (Sand bis Lehm). Sie stellt aber relativ geringe Anforderungen an die Nährstoffversorgung und den Wasserhaushalt. Sie mag es mäßig trocken bis frisch. Dichte, staunasse Böden, ausgeprägte Flachgründigkeit, Frostmulden, starker Nährstoffmangel und Böden mit freiem Kalk sollte man meiden, da es sonst zu erhöhtem Windwurfrisiko, schwächerem Wachstum oder chlorotischen Erscheinungen kommen kann.

Die Douglasie zeichnet sich aus durch

  • hohe Produktionsleistung in relativ kurzer Zeit,
  • hohe Produktionsleistung auch auf mittleren bis schlechteren Standorten, höher als bei heimischen Baumarten (Abbildung 1),
  • ökologische Verträglichkeit, bodenpfleglich,
  • gutes Naturverjüngungspotential,
    geringeres abiotisches und biotisches Gefährdungspotential als manche heimischen
    Baumarten und
  • hervorragende holztechnologische Eigenschaften.

Waldbauliche Behandlung

Je nach Verwendung des Douglasienschnittholzes (Abbildung 2) ergeben sich zwei unterschiedliche Erziehungskonzepte. Die Art der Bestandesbegründung und Jungwuchspflege sind für beide Konzepte gleich.

Douglasien-Schnittholz
Abbildung 2: Die Douglasie produziert Qualitätsholz mit hohen Festigkeitswerten, guter Witterungsbeständigkeit und guten Verarbeitungseigenschaften

Man pflanzt zirka 2000 Douglasien pro Hektar im Verband von zwei mal 2,5 Meter. Die Jungwuchspflege beschränkt sich bei der oben angeführten Pflanzenanzahl auf den Aushieb von starken Protzen und Zwieseln. Erstmals durchforstet man im Normalfall bei einer Bestandshöhe von zwölf bis 15 Meter. Z-Bäume sind als Zukunftsbäume die zukünftigen Wertträger des Bestandes. Die Anzahl der Z-Bäume und die Stärke der Durchforstungseingriffe sind auf das gewählte Erziehungskonzept und die Verwertung abzustimmen.

Die Verwertung kann erfolgen

  • als Bau- und Konstruktionsholz Die Anzahl der Z-Bäume sollte bei diesem Konzept etwa 200 Stück je Hektar betragen. Als Ziel wird ungeastete Massenware mit maximal 50 Zentimeter BHD angestrebt. Die Durchforstungseingriffe führt man
    so aus, dass die Aststärken möglichst unter vier Zentimeter bleiben;
  • oder für den Innenausbau und die Möbelindustrie. Die Z-Baumanzahl soll 80
    bis 90 Stück je Hektar nicht überschreiten. Das Ziel ist – ähnlich wie bei der Wertholzerziehung des Laubholzes – ein möglichst kleiner astiger Kern, den man durch rechtzeitige Astung erreicht und daran anschließend ein breiter astreiner Holzmantel. Man strebt einen BHD von 80 bis 90 Zentimeter an.

Gefährdungen

  • Häufig auftretender Pflanzschock bei der Kulturbegründung.
  • Ausgeprägte Vorliebe von Rehböcken, junge Douglasien zu verfegen.
    Eine je nach Herkunft schwankende Anfälligkeit auf verschiedene Formen von Frostereignissen (Winter-, Spätfröste, Frosttrocknis).
  • In Jungwüchsen und Jungbeständen auftretende Nadelschäden, zum Beispiel Rußige und Rostige Douglasienschütte. Diese Pilzerkrankungen rufen vor allem luftfeuchte  Lagen und zu dichter Stand hervor.
  • Wurzelfäulepilze, wie Hallimasch und Rotfäule

Holzeigenschaften

Die Douglasie produziert Qualitätsholz mit hohen Festigkeitswerten, guter Witterungsbeständigkeit und guten Verarbeitungseigenschaften. Splint- und Kernholz unterscheiden sich bei der Douglasie deutlich und sind dem der Lärche sehr ähnlich (Abbildung 3).

Kern- und Splintholz der Douglasie
Abbildung 3: Splint- und Kernholz unterscheiden sich bei der Douglasie deutlich und sind dem der Lärche sehr ähnlich

Je nach Standort und Wuchsbedingungen können das Bild des Holzes und seine Eigenschaften stark schwanken. Feine Jahresringe, wenige Äste und geringer Harzgehalt sind allgemein Kennzeichen für gute Holzeigenschaften.

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