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Autor(en): Redaktion waldwissen.net – LWF
Redaktion: LWF, Deutschland
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In und an der Elsbeere

Rötende Tramete
Abb. 1: Die Rötende Tramete (Daedaleopsis confragosa) ist ein weltweit verbreiteter Porenpilz, der als Saprobiont das Holz von Laubbäumen besiedelt (Foto: JC Schou, biopix.dk).

Auf die Elsbeere (Sorbus torminalis) sind weder im Pilz- noch im Insektenreich viele Arten spezialisiert. Die meisten Lebewesen, die an der Elsbeere zu finden sind, besiedeln auch andere Baumarten. Das mag nicht zuletzt daran liegen, dass die Elsbeere bei uns nur recht vereinzelt vorkommt, und Spezialisten somit einen schweren Stand hätten. Im Folgenden werden die Pilze und Insekten vorgestellt, die an der "schönen Else" vorkommen können.

Pilze

Pilzsammler werden unter Elsbeeren keine Mykorrhiza-Speisepilze finden. Denn die Bäume der Gattung Sorbus gehen mit bestimmten Pilzgattungen eine Endomykorrhiza ein. Deren Arten haben nur winzig kleine Fruchtkörper, die meistens im Boden ausgebildet werden.

Als parasitischer Pilz tritt bei der Elsbeere ein Rostpilz (Gymnosporangium torminali-juniperum) auf, der wirtswechselnd mit der Gattung Wacholder (Juniperus) lebt. An der Unterseite der Blätter entstehen zunächst gelbe bis rötliche Flecken und in der Folge die Fruchtkörper der Acidiosporen. Sie infizieren den Bast von Wacholder-Stämmen oder -Ästen. Auch Wurzelhalsfäulen der Gattung Phytophthora sowie von Pilzen der Gattung Verticillium hervorgerufene Welkeerkrankungen betreffen die Gewächse der Gattung Sorbus.

An der Elsbeere sind auch eine Reihe holzbesiedelnder Pilze nachgewiesen. Viele dieser Arten sind aber keineswegs Spezialisten an dieser Baumart, sondern regelmäßig auch an anderen Laubbäumen, vor allem Eiche und Buche, zu finden.

mykologische Gruppe wissenschaftlicher Name deutscher Name Bemerkungen
Blätterpilze Coprinus alopecia Großer Rausportintling auch an Ahorn, Eiche, Buche
Mycena speirea Bogenblättriger Helmling auch an Erlen, Weiden
Pholiota tuberculosa Rötender Schüppling auch an Linden
Dachpilze Pluteus cervinus Rehbrauner Dachpilz stark zersetztem Holz zahlreicher Laubbäume
Pluteus chrysohaeus - stark zersetztem Holz zahlreicher Laubbäume
Pluteus thomsonii Graustieliger Adern-Dachpilz stark zersetztem Holz zahlreicher Laubbäume
Olivschnitzlinge Simocybe centunculus Kleinsporiger Olivschnitzling auch an Buche, Eiche
Simocybe sumptuosa Üppiger Olivschnitzling auch an Buche, Eiche
Trompetenschnitzlinge Tubaria conspersa Flockiger Trompetenschnitzling häufig nicht unmittelbar auf dem oberirdischen Totholz
Porlinge Daedaleopsis confragosa Rötende Tramete (Abb.1)
typische Art der Buchenwälder
Oligoporus tephroleucus Milchweißer Saftporling typische Art der Buchenwälder
Polyporus leptocephalus Löwengelber Stielporling typische Art der Buchenwälder
Stromatoscypha fimbriata Gefranstes Becherstroma typische Art der Buchenwälder
Trametes gibbosa Buckeltramete typische Art der Buchenwälder
Trametes versicolor Schmetterlingstramete typische Art der Buchenwälder
Inonotus hispidus Zottiger Schillerporling wurde in England an der Elsbeere nachgewiesen, typische Art der Buchenwälder
Rindenpilze Steccherinum ochraceum Öckerrötlicher Resupinatstacheling typische Art der Buchenwälder
Tulasnella violea Lilafarbener Wachskrustenpilz typische Art der Buchenwälder
Schlauchpilze Bisporella citrina Zitronengelbes Reisigbecherchen
Diatrype stigma Flächiges Eckenscheibchen
Hypoxylon fuscum Rotbraune Kohlenbeere
Lachnum virgineum Jungfern-Weißhaarbecherchen
Lasiosphaeria ovina Eiförmiger Kohlenkugelpilz
Melanomma pulvis-pyrius Brandschwarzes Kugelkissen
Propolomyces versicolor Grauweißes Holzscheibchen
Xylaria hypoxylon Geweihförmige Holzkeule
- Eutypa lata - bevorzugt andere Laubhölzer
- Trichonectria hirta - bevorzugt andere Laubhölzer

Insekten

Systematische Forschungsarbeiten zur Insektenfauna an Elsbeere fehlen. Konkrete Nachweise an der Elsbeere existieren für das Blausieb (Zeuzera pyrina), die Apfel- oder Ebereschenmotte (Argyresthia conjugella) und die Pflaumen-Gespinstmotte (Yponomeuta padella). Für die Zwergminierfalter Stigmella torminalis und Stigmella hahniella wird ausschließlich die Elsbeere als Futterpflanze angegeben. Deren Vorkommen wurde bisher in Bayern nicht bestätigt. Für weitere Gruppen liegen ebenfalls nur spärliche Informationen vor:

Gruppe wissenschaftlicher Name deutscher Name Bemerkungen
Blattläuse Pomaphis aucupariae -
Rhopalosiphum insertum Apfelgraslaus
Sappaphis aucupariae -
Gallmücken Contarinia sorbi -
Samenwespen Torymus druparum -
Borkenkäfer Scolytus mali Großer Obstbaumsplintkäfer
Scolytus rugulosus Runzliger Obstbaumsplintkäfer
Xyleborus dispar Ungleicher Holzbohrer Ambrosia-Pilzzüchter
Xyleborus saxesenii Kleiner Holzbohrer Ambrosia-Pilzzüchter
Rüsselkäfer Rhynchites coeruleus Obstbaumtriebstecher Larven entwickeln sich in angeschnittenen Trieben
Bockkäfer Cerambyx scopolii Buchenspießbock Zufallsbeobachtung
Nagekäfer Ptilinus pectinicornis Gekämmter Pochkäfer Zufallsbeobachtung

Buchenspießbock und Gekämmter Pochkäfer nutzen das Elsbeerenholz als Brutsubstrat. Es ist davon auszugehen, dass viel mehr xylobionte Käferarten der wärmegetönten Eichenmischwälder die Elsbeere besiedeln. Die Blüte der Elsbeere bietet vielen Insekten (Hautflüglern, Zweiflüglern, Schmetterlingen, Käfern) ein reiches Nektar- und Pollenangebot.

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