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Artikel

Autor(en): Werner Ruhm
Redaktion: BFW, Österreich
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Die Schwarznuss – anspruchsvoll und wertvoll

Schwarznuss von unten
Gute Wuchsleistung und qualitativ wertvolles Holz
Wertästung an Schwarznusss
Astungs- und Formschnittmaßnahmen zur Produktion von Wertholz sind bei Weitverbänden unerlässlich

Bei Laubholzsubmissionen der letzten Jahre erzielten die Nussbaumarten (Walnuss, Schwarznuss) in Österreich Durchschnittspreise von € 500 bis € 800 pro Festmeter, Einzelstücke wurden um bis zu € 3000 pro Festmeter verkauft. Für die Wertholzproduktion ist die Schwarznuss von besonderem Interesse, da sie neben sehr guten Wuchsleistungen ein vor allem qualitativ hochwertiges Holz erwarten lässt. Der aktuelle Bedarf an Nussbaumholz in Österreich ist größer als die heimische Produktion.

Das natürliche Verbreitungsgebiet der Schwarznuss (Juglans nigra) erstreckt sich beinahe auf den ganzen Osten der Vereinigten Staaten. Dort kommt sie im Auwald und auf guten Laubholzstandorten selten bestandesbildend, sondern meist in trupp-  und gruppenweiser Mischung vor. Sie kann dort Höhen bis zu 46 m mit langen astfreien Schäften erreichen und  bis zu 1,8 m dick werden.

In Österreich kam es gegen Ende des 19. Jahrhunderts zu ersten Versuchsanbauten in den Donau-Auwäldern. Während die Schwarznuss als Gastbaumart eher wahrgenommen wird, gilt die Walnuss (Juglans regia) als heimisch. Doch auch die Walnuss, ursprünglich in Westasien beheimatet, verdankt ihr Vorkommen in Zentraleuropa den Römern.

Allgemeine Merkmale

Die Schwarznuss ist ein sommergrüner, relativ großer Baum mit weit ausladender Krone und dunkelgrünen Fiederblättern. Sie ist eine Lichtbaumart, die eine sehr tiefe Pfahlwurzel ausbildet und daher als sehr sturmfest gilt. Die kugelige Frucht (Nuss) hat eine gelbgrüne Außenschale, die bei längerem Liegen am Boden schwarz wird und einen Durchmesser von 4 – 6 cm hat. Der Samenkern ist grundsätzlich essbar. Tiefe Wintertemperaturen (je nach Herkunft bis -40°C) erträgt sie ohne Probleme, ist aber sehr empfindlich gegen Spätfrost. 

Sie ist bezüglich ihrer Standortsansprüche sehr anspruchsvoll und benötigt tiefgründige, lockere, gut wasser- und nährstoffversorgte Standorte mit pH-Werten zwischen 5 und 7. Diese hohen Ansprüche schränken die Anbaumöglichkeiten natürlich stark ein. Kurze Überschwemmungen werden gut vertragen langfristige (ab 2 – 3 Monaten) führen zum Absterben.

Waldbauliches Verhalten

Auf sehr guten Standorten und bei entsprechender Kronengröße sind Durchmesser (BHD) von 60 cm in 60 – 70 Jahren ohne weiteres zu erreichen. Aus Kostengründen, aber auch aufgrund der relativ guten Wuchsformen werden relativ weite Pflanzverbände bevorzugt. Pflanzabstände von 4-5 m zwischen den Reihen und 3 m in der Reihe (650 – 830 Pflanzen pro Hektar) stellen einen brauchbaren Kompromiss dar, um einerseits genügend Pflanzen für die Auswahl der Z-Bäume zu haben und andererseits die Pflanzkosten möglichst gering zu halten. 

Noch stammzahlärmere Konzepte, zum Beispiel 12 m zwischen den Reihen und 3 m in der Reihe (300 Nusspflanzen pro Hektar), erfordern die Pflanzung zusätzlicher "Treibhölzer". Je nach Standort kommen dabei Weiden, Erlen, Hainbuchen oder Traubenkirschen in Frage. Wenn bei solchen Weitverbänden Naturverjüngung zwischen den gepflanzten Schwarznüssen aufkommt, ist es für die erwünschte Astreinigung sehr förderlich.

Aber Vorsicht: Als Lichtbaumart reagiert sie sehr empfindlich auf Seitendruck. Astungs- und Formschnittmaßnahmen zur Produktion von Wertholz sind bei Weitverbänden unerlässlich. Saat, mit ein bis drei Nüssen pro Saatplatz und ähnlichen Verbänden wie bei der Pflanzung, wurde vielerorts bereits erfolgreich durchgeführt. Durchforstungen sollten frühzeitig vorgenommen werden, da eine optimal ausgebaute Krone die Voraussetzung für starke Zuwachsleistung darstellt. 

Bei einer Oberhöhe von 8 m zwischen 100 – 120 Z-Baumkandidaten pro Hektar auswählen, freistellen und asten. Bei Oberhöhe von 12 -15 m werden dann 60 – 80 Z-Bäume endgültig ausgewählt, auf Endhöhe geastet  und die Kronen konsequent freigestellt.

Gefährdungen

Die Gefährdung durch Pilz- und Bakterienbefall ist geringer als bei der Walnuss. Wildverbiss ist eher ein geringeres Problem, Fegeschäden hingegen können sich bei geringeren Pflanzenzahlen negativ auswirken. In Abhängigkeit von den Pflanzenzahlen sind daher Zaun oder Einzelschutzmaßnahmen erforderlich. Spätfröste führen zum Zurückfrieren der Terminaltriebe. Die dadurch entstehende Zwieselbildung kann durch Formschnitte wieder korrigiert werden.

Holzeigenschaften

Die Schwarznuss gehört auch in ihrer Heimat zu den begehrtesten Laubhölzern. Das Splintholz ist weißlich bis hellbraun, das Kernholz schokoladen- bis violettbraun. Das Holz ist hart, schwer, elastisch, es schwindet nur mäßig, lässt sich mit Werkzeugen gut bearbeiten, ist aber ohne Imprägnierung nicht beständig gegen Pilz und Insektenbefall. Es ist vergleichbar mit der Walnuss, daher sehr wertvoll und wird für Deckfurniere, Möbelholz, Vertäfelungen, Parkette und als Spezialholz zum Drechseln und Schnitzen verwendet.               

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