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Artikel

Autor(en): Werner Ruhm
Redaktion: BFW, Österreich
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Die Roteiche, wüchsig und attraktiv

Die Heimat der Roteiche liegt im Osten Nordamerikas. Schon 1691 wurde sie in die Schweiz importiert. Ursprünglich als Park- und Alleebaum angepflanzt, wird sie heute in vielen Bereichen Europas forstwirtschaftlich genutzt.

Die Roteiche ist im Osten Nordamerikas eine der bedeutendsten Laubbaumarten und eine häufige Mischbaumart artenreicher Laubwälder der Niederungen und Mittelgebirge. In den Appalachen kommt sie bis über 1600 Meter vor.

Roteiche (Quelle: http://commons.wikimedia.org, Author: Jason Hollinger)
Die Roteiche, Quercus rubra gehört zu den Baumarten, die als Ergänzung des heimischen Baumartenspektrums diskutiert werden

Eher geringe Ansprüche an den Boden

Die Roteiche stellt an den Boden eher geringe Ansprüche; sie liebt lockere, kalkarme Böden in feucht mildem Klima. Selbst auf Standorten mit mäßiger Wasser- und Nährstoffversorgung zeigt sie noch bemerkenswerte Wuchsleistungen. Nur auf Lehm- oder Tonböden mit starkem Wasserstau, Vernässungen, kalkhaltigen oder sehr trockenen Standorten ist von ihr abzuraten.

Im Vergleich zu den heimischen Eichenarten ist die Roteiche resistenter gegen Schädlinge und Krankheiten, etwas schattenverträglicher und vor allem zuwachsstärker. Sie besitzt in der Jugend eine Pfahlwurzel-, später ein stark verzweigtes Herzwurzelsystem und kann als „sturmfest“ bezeichnet werden.

Blätter sind die Markenzeichen

Die Roteiche verdankt ihren Namen den Blättern, die sich im Herbst leuchtend orange bis rot verfärben. Die ansonst dunkelgrünen Blätter sind mit zehn bis 25 Zentimetern relativ groß, sehr tief eingeschnitten mit vorne spitz zulaufenden Lappen. Die graue Rinde bleibt lange glatt, später wird eine nicht sehr tiefrissige Borke gebildet.

Leistungsstark und attraktiv

Die Roteiche zeichnet sich aus durch:

  • sehr gute Qualitäts- und Massenleistung
  • relativ geringe Ansprüche an die Standortsgüte
  • häufige und starke Fruktifikation
  • besondere Robustheit und damit geringes Anbaurisiko
  • optische Attraktivität und damit Bereicherung des Landschaftsbildes

Reinbestand und leistungsstarke Beimischung

Die Roteiche kann man erfolgreich in Reinbeständen und auch als leistungsstarke Beimischung in Buchen- und Nadelholzbeständen verwenden. Die Mischungsform ist maßgeblich verantwortlich für den waldbaulichen Erfolg und den dafür benötigten Pflegeaufwand.

Auf Einzelmischung sollte man verzichten. Gruppen-, horst- oder streifenweise Mischungsformen führen eher zu stabilen Mischbeständen. Bei der Begründung kann mit Pflanzenzahlen von 3500 bis 4000 Stück pro Hektar im Verband zwei mal 1,2 bis 1,5 Metern ein, für die natürliche Astreinigung ausreichender Dichtstand erzeugt werden. Sind Astungsmaßnahmen vorgesehen oder wird brauchbare Naturverjüngung miteinbezogen, so kann auch mit geringeren Pflanzenzahlen das Ziel der Jungbestandspflege, die Erziehung eines astreinen Schaftes, erreicht werden.

Gute Astreinigung bei Dichtstand

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Im Vergleich zu den heimischen Eichenarten ist die Roteiche resistenter gegen Schädlinge und Krankheiten

Die Roteiche wächst nach der Pflanzung gut an und zeigt von Jugend an ein lang anhaltendes und starkes Wachstum, wodurch sich die Kulturpflege meist nicht sehr aufwendig gestaltet. Die natürliche Astreinigung ist bei entsprechendem Dichtstand gut.

Bei einer Oberhöhe von 16 bis 18 Metern erreicht die Roteiche meist eine astfreie Schaftlänge von fünf bis acht oder zehn Metern. Dann werden 60 bis 80 Z-Bäume ausgewählt und kräftig freigestellt. Das Produktionsziel mit Roteiche sollte möglichst gerades und astfreies Wertholz mit 50 bis 70 Zentimeter Brusthöhendurchmesser (BHD) sein, das sich für Furnier und hochwertiges Schnittholz eignet.

Um starkes Roteichenholz mit einer Umtriebszeit von zirka 80 Jahren produzieren zu können, ist eine konsequente Kronenpflege unumgänglich. Schwache Durchforstungseingriffe führen zu kurzkronigen Individuen mit mäßigem Zuwachs und reduzierter Vitalität.

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60 bis 80 Z-Bäume werden je Hektar ausgewählt und kräftig frei gestellt

Versuchsflächen des BFW im Burgenland erbrachten bereits mit 80 Jahren bei einer Höhe von 30 Metern eine Gesamtwuchsleistung von 750 Vorratsfestmetern. Ein jüngerer Bestand in Niederösterreich erreichte mit 25 Jahren eine Höhe von 16 Metern. Die Leistung von heimischen Eichen- oder Kiefernbeständen auf gleichen Standort wird also deutlich übertroffen.

Holzeigenschaften

Ihr Holz wird ähnlich verwendet wie die heimischen Stiel- und Traubeneichen. Der Kern ist rotbraun mit hellem Splint. Das Holz ist nicht witterungsbeständig, aber gut imprägnierbar. Verwendung findet es im Innen- und imprägniert im Außenbereich. Roteiche wird als Parkettholz, für den Treppenbau und zur Herstellung von Fenstern und Türen verwendet. Roteichenholz ist elastischer und fast so hart wie Stiel- oder Traubeneiche. Sie ist den heimischen Eichen in der Biege- und Druckfestigkeit überlegen.

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