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Artikel

Autor(en): Christoph Graf, Albert Böll, Frank Graf
Redaktion: WSL, Schweiz
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Pflanzen im Einsatz gegen Erosion und oberflächennahe Rutschungen

Die Stabilisierung erosions- und rutschgefährdeter Gebiete ist für den Schutz vor Naturereignissen äusserst wichtig. Dabei spielt die Wiederherstellung einer standortgerechten Vegetationsdecke eine entscheidende Rolle. Was es dabei zu beachten gilt, zeigt ein Merkblatt für die Praxis.

Heckenbuschlage kurz nach der Fertigstellung
Heckenbuschlage 10 Jahre nach der Fertigstellung
Abb. 1 - Heckenbuschlage: Bermen (Kleinterassen) mit eingelegten Weidenstecklingen sowie bewurzelten Erlen- und Ligustersämlingen kurz nach der Fertigstellung (oben) und 10 Jahre danach.
 

Erosions- und Verwitterungsprozesse im Oberflächenbereich spielen eine entscheidende Rolle bei der Entstehung und Entwicklung von Rutschhängen und Runsen. Der Oberflächenschutz ist daher ein wichtiger Bestandteil der Stabilisierungsmassnahmen. Das vordringliche Ziel muss die dauerhafte Wiederbepflanzung kahler Erosionsflächen sein (Abb. 1). Denn für eine langfristige Stabilisierung braucht es eine intakte Vegetation mit entsprechend gut ausgebildetem Wurzelwerk.

Methoden der Wiederbegrünung

  • (Hecken-) Buschlagenbau: Linienförmige Bepflanzung (Weiden, Erlen) quer zur Falllinie
  • Spritz- oder Hydrosaat: Saatgut wird als wässrige Lösung ins Gelände gespritzt.
  • Stützwerke aus Holz, Beton oder Gestein zur Neigungsreduktion
  • Drainage

Bodenverhältnisse nach Erosion

Nach Erosions- und Rutschungsereignissen bleiben sehr einseitige Substratverhältnisse zurück, die äusserst Lebensfeindlich sind. Erhöhter Wasserabfluss und zusätzliche Erosionsprozesse waschen die Samen, Sporen und Überdauerungsorgane von Pflanzen leicht aus. Die neuen Bodenoberflächen weisen zudem im Vergleich zum Ursprungsmaterial häufig eine höhere Dichte auf, da sie zuvor unter der Last der darüber liegenden Schichten lagen. Dies verzögert die Etablierung einer Vegetationsdecke beträchtlich.

Geeignete Pflanzenarten

Für die verschiedenen Anwendungen der Ingenieurbiologie sind hautsächlich Pionierpflanzen gefragt. Von Vorteil sind ausschlagfähige Gehölze wie Weiden, Erlen oder der Liguster. Im Zusammenhang mit Saaten verwendet man vorwiegend Gräser und Leguminosen.

Mykorrhiza: "Bodenbauerin" und "Pflanzen-Ernährerin"

Die künstliche Zugabe von Mikroorganismen und Mykorrhizapilzen dient oft dem Ziel der schnellen Wiederbepflanzung. Einerseits sind sie Baumeister von Bodenaggregaten und mitverantwortlich für eine stabile Bodenmatrix und Porenstruktur. Andererseits übernehmen sie wichtige Funktionen in der Pflanzenernährung und im Nährstoffkreislauf. Eine Pilzwurzel durchdringt den Boden viel intensiver als es die Pflanzenwurzeln können, und die grossräumigen Hyphennetzwerke der Pilze verkitten lose Partikel im Boden zu stabilen Aggregaten.

       
Begrünung eines Erosionshanges im Zeitraffer Begrünung eines Erosionshanges im Zeitraffer Begrünung eines Erosionshanges im Zeitraffer  
Abb. 2 - Wiederbegrünung eines Erosionshanges Der gleiche Hang nach zehn...
 ...und nach 15 Jahren
 



 
Fotos: Werner Gerber (WSL)

 
       

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