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Forschungsanstalt WSL

Eidg. Forschungsanstalt WSL
Walddynamik
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Artikel

Autor(en): Andreas Rigling, Matthias Dobbertin et al.
Redaktion: WSL, Schweiz
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Verdrängen Flaumeichen die Walliser Waldföhren?

Im Wallis und in anderen inneralpinen Tälern weisen die Waldföhren seit Jahrzehnten eine erhöhte Sterberate auf. Dafür wächst vermehrt die Flaumeiche. Hauptgründe sind die Klimaerwärmung und die veränderte Landnutzung. Ein Merkblatt der Forschungsanstalt WSL fasst die wichtigsten Erkenntnise zu diesem Thema zusammen.

Vitale Flaumeiche, abgestorbenen Waldföhren
Abb. 1 - Vitale Flaumeiche umgeben von abgestorbenen Waldföhren.
 
Baumartenwechsel bei Visp
Abb. 2 - Baumartenwechsel bei Visp: Die Waldföhren sterben ab, die Flaumeichen breiten sich aus.
 
Fotos: WSL

Der Walliser Waldföhrengürtel ist ein prägendes Landschaftselement. Er bietet Schutz vor Steinschlag, Erosion und Lawinen, ist ein einzigartiger Lebensraum für Pflanzen und Tiere und dient als Erholungsraum für Einheimische und Touristen. Doch die Föhren weisen in den tieferen Lagen eine bis zu zehn Mal höhere Sterberate auf als in vergleichbaren Wäldern des Mittellandes. Gleichzeitig breitet sich die Flaumeiche weiter aus.

Das Föhrensterben kann nicht durch einzelne Faktoren erklärt werden. Vielmehr ist das Zusammenspiel verschiedener Einflüsse entscheidend. Zwei Hauptgründe liessen sich finden: die Klimaerwärmung und die veränderte Landnutzung. Besonders im Sommer leiden die Föhren unter Wassermangel. Es zeigt sich, dass nach trockenen, heissen Sommern jeweils besonders viele Föhren eingehen. Solche Sommer sind in den letzten zwanzig Jahren vermehrt aufgetreten.

Durch die veränderte Landnutzung wird die Föhre zusätzlich durch die Flaumeiche verdrängt. Bis in die 1950er Jahre weideten Ziegen und Schafe in den Wäldern und frassen mit Vorliebe Eichenblätter. Das Überleben der Laubbäume war eingeschränkt. Ausserdem wurden durch die Streunutzung die Eicheln entfernt. Durch die Aufgabe dieser Art von Waldwirtschaft dehnt sich nun die Flaumeiche weiter aus. Ein weiterer Grund für das Föhrensterben sind Misteln. Die Misteln entziehen den Bäumen Wasser und Nährstoffe, insbesondere in Trockenzeiten. Früher ernteten die Leute Misteln für medizinische Anwendungen und befreiten so die Föhren von den zusätzlichen "Trinkern".

Weil Klimaerwärmung und die Aufgabe der traditionellen Landnutzung das Föhrensterben fördern, ist es schwierig Massnahmen dagegen zu ergreifen. Die Forschenden betonen deshalb die Wichtigkeit von waldbaulichen Massnahmen. Ziel ist es, einen gut gemischten Laub- oder Flaumeichenwald mit Bäumen unterschiedlichen Alters zu haben. Ein solcher Wald kann langfristig die Schutzfunktion der Föhrenwälder übernehmen.

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