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Dr. Gerald Kändler

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Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA)
Abt. Biometrie und Informatik

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79100 Freiburg

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Artikel

Autor(en): B. Bösch
Redaktion: FVA, Deutschland
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Schätzhilfen für die Wuchsleistungen der Hauptbaumarten

Standortsproduktivität wird unterschätzt

Schon Mitte der 80er Jahre wurden erste Untersuchungen publiziert, die auf eine langfristig anhaltende Zunahme des Waldwachstums hinwiesen. Auch neue Veröffentlichungen bestätigen, dass das heute beobachtete Wachstum stark von den in den Ertragstafeln prognostizierten Wachstumsgängen abweicht. Die Ergebnisse der Bundeswaldinventur und erste Auswertungen der Wiederholungen der Betriebsinventuren in Baden-Württemberg liefern weitere Hinweise für diese Annahme. Dennoch werden die für die Planung des Hiebssatzes maßgeblichen Zuwachsweiser lGZ, dGZ und dGZU anhand gängiger Ertragstafeln vorgenommen, was zu einer deutlichen Unterschätzung der Standortsproduktivität führt.

Neue Zuwachsuntersuchungen, bekannte Modellansätze

Ziel des Projektes war es, für die Forsteinrichtung neue Schätzhilfen mit aktualisierten Zuwachswerten herzuleiten. Für die Berechnung der Höhenmodelle standen neuere Höhentriebmessungen aus Voruntersuchungen für die zweite Bundeswaldinventur und aktuelle Daten aus Versuchsflächen der Abteilung Waldwachstum zur Verfügung. Für alle Baumarten wurde ein schon früher bei Ertragstafelkonstruktionen verwendeter Modellansatz gewählt, der auf folgenden zwei Gesetzmäßigkeiten beruht: Die Gesamtwuchsleistung wird als Funktion der Oberhöhe berechnet: GWL = f(H). Dabei wird davon ausgegangen, dass sich Veränderungen des Höhenwachstums nicht auf das Ertragsniveau auswirken. Im zweiten Modell wird die Oberhöhe als Funktion des Alters in Form eines bonitätsabhängigen Wuchsfächers dargestellt: H=g(T). Die Standortsproduktivität, der lGZ und der dGZ100 ergeben sich aus der Kombination der Modelle.

Neue Schätzhilfen in Form von Kreuztabellen

Die neuen Schätzhilfen sind in Form von Kreuztabellen Alter x Höhe aufgebaut, in den Zellen steht der dem jeweiligen Alter bzw. der Höhe entsprechende lGZ. Die Ertragsklassen werden durch unterschiedliche Farben dargestellt. Für Baumarten wie Linde und andere, für die keine Zuwachserhebungen vorliegen, wurden die existierenden Ertragstafeln in die untenstehende Form gebracht.

Kreuztabelle
 Schätzhilfe am Beispiel der Fichte.

40% höherer Zuwachs

Der Vergleich der Schätzhilfen mit den Ertragstafeln zeigt die insgesamt erwarteten Steigerungen des Zuwachses. So ergeben sich z.B. bei der Fichte lGZ-Werte, die bei älteren Beständen schlechter Bonität bis zu 40% über den bisherigen Zuwachswerten liegen. Bei der Buche werden diese Werte nicht ganz erreicht; die Steigerung des lGZ liegt bei maximal 20%.

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