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Artikel

Autor(en): Christian Lackner
Redaktion: BFW, Österreich
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Österreichs Wald wächst jedes Jahr um 3400 Hektar

Die Waldinventur des Bundesforschungszentrums für Wald zeigt eine Zunahme an Waldfläche sowie einen Trend zu mehr Laub- und Mischwäldern auf.

Wie steht es um Österreichs Wald in seiner Gesamtheit? Dies erfasst die österreichische Waldinventur des Bundesforschungszentrums für Wald (BFW) - die größte Erhebung in diesem Bereich. Dafür wurden in den vergangenen drei Jahren auf 5500 Waldflächen in ganz Österreich umfassende Erhebungen durchgeführt. Die Untersuchung dauert sechs Jahre und erfasst insgesamt 11.000 Punkte.

Die Waldfläche wächst weiter
Quelle: Waldinventur 2018 des BFW, Infografik: BMNT

Die Waldfläche wächst weiter

"Österreichs Waldfläche hat erstmals die Marke von vier Millionen Hektar überschritten. Somit ist fast die Hälfte der Österreichischen Staatsfläche Wald", so Bundesministerin Elisabeth Köstinger (BMNT). Genau genommen: 47,9%. Das waldreichste Bundesland ist die Steiermark mit 62%, gefolgt von Kärnten (61%), Salzburg (53%) und Oberösterreich (42%). Der Wald hat in den letzten zehn Jahren durchschnittlich um 3400 Hektar je Jahr zugenommen - dies entspricht 4762 Fußballfeldern.

Der Wald hat in den letzten zehn Jahren durchschnittlich um 3400 Hektar je Jahr zugenommen
Quelle: Waldinventur 2018 des BFW, Infografik: BMNT

Der Trend zur mehr Laub- und Mischwald geht weiter: Die Fichte bleibt die Hauptbaumart mit einem Anteil von 57,4%, sie hat jedoch in den vergangenen Jahren an Fläche verloren – von 1,709 Millionen Hektar (2008) auf 1,646 Millionen Hektar (2018). Im Gegensatz dazu legt die Buche zu (von 336.000 Hektar auf 342.000 Hektar) und hat einen Anteil von rund 12%. Beim Laubholz hat neben der Buche auch die Verbreitung von Ahorn zugenommen. "Laub- und Mischwälder sind stabiler und resistenter, sowohl gegen Schädlingsbefall, als auch gegen klimatische Veränderungen. Auch die Biodiversität und Artenvielfalt profitiert von dieser Entwicklung", so Köstinger. 

Der Trend zur mehr Laub- und Mischwald geht weiter
Quelle: Waldinventur 2018 des BFW, Infografik: BMNT

Nutzung und Bewirtschaftung

Im Jahr 2018 wuchsen 29,7 Millionen Kubikmeter zu, davon wurden 26,2 Millionen Kubikmeter genutzt. Die Nutzung des Waldes ist von 85% auf 88% gestiegen. "Diese nachhaltige Nutzung ist für die Erreichung unsere Zielsetzungen in der Bioökonomie, der Unabhängigkeit von fossilen Rohstoffen und einer erdölfreien Gesellschaft, ein wichtiger Aspekt", betont Köstinger.

Besonders positiv zu vermerken ist auch, dass Kleinwaldbesitzerinnen und –besitzer, das sind Betriebe unter 200 Hektar Größe, sich vermehrt um ihren Wald kümmern und ihn auch als Einkommensquelle sehen. Sie nutzen bereits 85% des Zuwachses, vor zehn Jahren waren dies nur 74%. Das ist wichtig, denn nur bewirtschaftete und gepflegte Wälder können ihre Beiträge zum Klimaschutz und dem Schutz vor Naturgefahren leisten. Bei den Großbetrieben liegt die Nutzungsrate weiterhin bei 100% und bei den Bundesforsten hat sie entsprechend den Planungen und der aktuellen Alterszusammensetzung der Bäume auf 76% abgenommen.

Die Nutzung des Waldes ist gestiegen
Quelle: Waldinventur 2018 des BFW, Infografik: BMNT

Die Wertschöpfungskette Holz bietet in über 172.000 Betrieben rund 280.000 Menschen in Österreich Einkommen. Der Produktionswert der gesamten Wertschöpfungskette beträgt rund zwölf Milliarden Euro pro Jahr. Der durchschnittliche Exportüberschuss beträgt 3,5 Milliarden Euro. Die Wertschöpfungskette Holz zählt damit zu den wichtigsten Devisenbringern der heimischen Leistungsbilanz.

Wald fördert die Gesundheit

"Verschreiben Sie sich den Wald. Der Aufenthalt im Wald hat positive Auswirkungen auf unseren Körper und unsere Psyche", sagt Dr. Peter Mayer, Leiter des Bundesforschungszentrums für Wald (BFW). Vor allem die emotional-psychische Komponente wird sehr stark angesprochen, wenn wir in den Wald gehen. Waldaufenthalte können positive Emotionen fördern und tragen zur Stressreduktion bei.

"Verschreiben Sie sich den Wald."
Der Wald wirkt sich positiv auf die Gesundheit und das Wohlbefinden aus. Bild: Pexels

Das Bundesforschungszentrum für Wald (BFW) setzt im Rahmen von Green Care WALD Impulse, um den Wald auch für soziale Projekte zu nutzen. Die Sonderkrankenanstalt für Rehabilitation Thermenhof in Warmbad-Villach setzt beispielsweise bei Schmerzpatienten bereits auf waldtherapeutische Maßnahmen. Während verschiedener Naturelebnisse "vergessen" die Patienten an ihre Schmerzen zu denken, etwa wenn sie im Frühling mit Stethoskopen den Saftfluss der Bäume abhören. Wenn Patienten abgelenkt oder versunken in angenehme Naturbilder sind, nimmt der Schmerz in der wahrgenommenen Intensität ab. 

Ein weiteres Beispiel ist die "soziale Waldarbeit" im Bezirk Weiz, die im Rahmen von Green Care WALD vom Waldverband Steiermark gemeinsam mit der Initiative "Chance B" sowie weiteren Projektpartnern durchgeführt wird. "Chance B" ist ein großer Anbieter für soziale Dienstleistungen in der Steiermark. Sie versucht für Menschen mit Lernschwierigkeiten neue Arbeitsfelder am ersten Arbeitsmarkt zu erschließen. Menschen mit Behinderungen oder arbeitsmarktferne Personen werden gezielt für waldpflegerische Tätigkeiten herangezogen.

Wald als Klimaschützer

Nicht nur für die menschliche Gesundheit ist der Wald unentbehrlich, sondern auch für den Klimaschutz. Der Wald mit Waldboden speichert gesamt rund 985 Millionen Tonnen Kohlenstoff (oder rund 3,6 Milliarden Tonnen CO2-Äquivalente - das ist mehr als das Vierzigfache des jährlichen CO2-Ausstoßes in Österreich von 79,7 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten). Jede Sekunde wächst ein Kubikmeter Holz in Österreichs Wald nach, somit bindet der Wald jede Sekunde 200 Kilogramm Kohlenstoff bzw. 750 Kilogramm CO2.

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