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Artikel

Autor(en): Wolf Guglhör
Redaktion: LWF, Deutschland
Kommentare: Artikel hat 1 Kommentar
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Anbaugerät für die Wegepflege

Prototyp neues Anbaugerät für Wegepflege
Abb. 1: Anders als beim R2-Gerät werden beide Wegseiten gleichzeitig gepflegt. (Foto: W. Guglhör)

Seit den 1950er Jahren gab es in der bayerischen Forstwirtschaft zahllose Erfindungen zum Wegebau und –unterhalt sowie heiße Debatten um ihre Vor- und Nachteile. Im Lauf der Jahrzehnte haben sich sand- und wassergebundene Decken durchgesetzt. Das Problem dabei liegt, neben der Staubbildung, im Unterhalt.

Aus kornabgestuftem Kies profiliert und verdichtet, magert die Oberfläche durch Verkehr, Regen und Wind aus, Feinanteile verschwinden und das gröbere Korn hat keine Bindung mehr. Deshalb wird im Standardverfahren außerhalb des Waldes nach einigen Jahren die Decke durch einen Grader aufgerissen und durchmischt sowie neu eingebaut und angewalzt. Periodisch muss darüber hinaus auch Feimaterial zugeführt werden.

Die hohen Kosten und oft nicht zufrieden stellenden Ergebnissen haben zu Dutzenden von Erfindungen und Verbesserungsvorschlägen geführt, von nachgezogenen Gummireifen bis zu hydraulisch verstellbaren Anbaugeräten. Ziel war immer, mit geringem Aufwand die Wasserableitung im Querprofil zu sichern, Feinmaterial vom Straßenrand (Wulst) zurückzuholen und Bewuchs zu entfernen. Am bekanntesten und in Bayern weit verbreitet ist das R2-Gerät nach Forstdirektor Dr. Gottfried Reissinger.

Ein- oder mehrmals im Jahr sollten die Wege in mehreren Durchgängen unterhalten werden. Aufgrund der hohen Arbeitsgeschwindigkeit und den geringen Stundenkosten mit dem R2-Gerät sind pro Jahr und lfm nur 20-50 Cent erforderlich.

Der Prototyp

Nun haben Edmund Eberl, Waldbesitzer, und Gerhard Grabmann, Metallbauer, aus Winterzhofen bei Berching ein neues Anbaugerät entwickelt. Ausgangspunkt war die Beobachtung, dass beim Bau von land- und forstwirtschaftlichen Wegen das abschließende und entscheidende Profilieren durch einen Grader trotz hoher Kosten oft misslingt, weil die Maschinenführer wenig Praxis im Profilieren schmaler Wege haben. Zur sicheren Wasserableitung ist jedoch ein Dachprofil mit 2 bis 6 % Querneigung erforderlich. Gekennzeichnet ist der Prototyp durch folgende Eigenschaften:

  • Ein relativ schwerer Schlepper ab 80 kW fährt mit variabler Arbeitsgeschwindigkeit in der Straßenmitte.
  • Zwei Schare werden V-förmig in die Dreipunkt-Hydraulik eingesetzt, die hydraulisch von der Kabine aus für eine Breite von 2 – 4 m verstellbar sind.
  • Seitlich sind kleine Schare angebracht, die Bewuchs und organisches Material nach außen schneiden.
  • Zusätzlich sind Glattwalzen oder Rüttelplatten angebracht, um die profilierte Decke zu verdichten. Dies ist für den Neubau von Decken interessant.

Das neue Gerät profitiert von der Technik der aktuellen Generation landwirtschaftlicher Schlepper und ermöglicht durch das mittige Fahren sowie der hydraulischen Verstellmöglichkeiten auch bei einem weniger erfahrenen Maschinenführer eine präzise Profilierung.

Auskünfte erteilt der Hersteller:

Grabmann & Eberl GmbH
Winterzhofen 10
92334 Berching