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Artikel

Autor(en): Thomi Püntener (externer Autor)
Redaktion: WSL, Schweiz
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Heli-Logging: Holzernte mit dem Helikopter

In erschlossenen Gebirgswäldern kommen heute in vielen Fällen Gebirgsharvester zum Einsatz. Etwas schwieriger gestaltet sich die Angelegenheit in schlecht zugänglichen Gebieten. Hier erfolgt die Holzernte oft mit konventionellen Seilkrananlagen. Eine echte Alternative dazu ist der Einsatz eines Helikopters.

Helikopter
Abb. 1 - Der K-Max ist als 1-Plätzer ein reiner Transporthelikopter

Die Vorteile der Holzbringung mit dem Hubschrauber liegen auf der Hand: Es sind keine Erschliessungsstrassen nötig, es müssen keine Schneisen für Seilkrananlagen geschlagen werden, der Einsatz kann punktuell erfolgen und die Leistung von bis zu 600 m3 pro Tag übersteigt jene einer Seilkrananlage um ein Vielfaches.

Im Alpenraum hat sich der Einsatz des K-Max-Helikopters bestens bewährt. Dieses Fluggerät wurde in Amerika entwickelt und ist als 1-Plätzer ein reiner Transporthelikopter (Abb. 1). Wo für Kleinhelikopter die Bäume oft mehrmals zerkleinert werden müssen und Grosshelikopter im Gegenzug nur schlecht ausgelastet werden können, ist der K-Max mit einer Nutzlast von bis zu 2722 kg geradezu prädestiniert für diese Aufgabe.

Technische Entwicklungen

In den letzen Jahren wurden die Techniken beim Heli-Logging immer mehr verfeinert. Versuchte man früher ganze Holzschläge im Voraus mit Stahlstruppen vorzubereiten, stellte sich heraus, dass es sinnvoller ist, wenn die Lasten während des eigentlichen Flugeinsatzes vorbereitet werden.

Fast schon eine kleine Revolution erlebte die Schweizer Helibranche, als die Rotex-Helicopter AG 1998 als erste Firma in der Schweiz die Doppelklinke einsetzte (Abb. 2). Der Clou dabei: Wenn der Pilot beim Anheben der Last merkt, dass diese zu schwer ist, kann er innert kürzester Zeit einen Teil der Last ohne Zutun des Flughelfers am Boden ausklinken. Dies hat einen enormen Zeitgewinn zur Folge. Weiter war es ebenfalls die Rotex-Helicopter AG, die das Fliegen mit Doppelbesatzung einführte. So kann in Stosszeiten bis zu 14 Stunden pro Tag an mehreren verschiedenen Einsatzorten geflogen werden.

Eine weitere Innovation ist der Grapple (Abb. 3). Dabei handelt es sich um eine automatische Greifzange, die anstelle des normalen Lasthakens an der Logging-Leine angebracht wird. Das Spezielle daran ist, dass der Pilot ohne fremde Hilfe Baumstämme aufnehmen und ablegen kann. Diese Technik kommt vor allem in Gebieten zum Einsatz, wo der Zutritt für Personen unmöglich oder zu gefährlich ist. So zum Beispiel in Steinschlaggebieten, in sehr steilem Gelände oder an Flüssen und Seen.

Doppelklinke Grapple  
Abb. 2 - Mit Hilfe der Doppelklinke lässt sich eine optimale Auslastung des Helikopters erreichen. Abb. 3 - Der Grapple ermöglicht es dem Piloten, Bäume ohne fremde Hilfe aufzunehmen.  

Vorbereitung und Ausführung

Holzstapel
Abb. 4 - Der Einsatz eines Schleppers auf dem Abladeplatz erhöht die Effizienz und ermöglicht es, auch auf kleinen Abladeplätzen grössere Mengen an Holz abzuladen.

Das A und O für einen reibungslosen Ablauf ist eine perfekte Vorbereitung. Bereits eine saubere Ausführung der Holzereiarbeiten trägt zu einem optimalen Helikoptereinsatz bei. Die Fällrichtung sollte grundsätzlich quer zum Hang sein. Um eine optimale Auslastung zu erreichen, können die Angaben auf der Walzertafel sehr hilfreich sein. Viele helierfahrene Forstbetriebe und Unternehmer setzen während der Holzfällarbeiten oftmals eine Seilwinde wie zum Beispiel den Waldrapp ein. Um das fortlaufende Anbringen der Stahlseile während des Flugbetriebes nicht unnötig zu erschweren, ist es von Vorteil, wenn das Holz nicht von Ästen verdeckt wird.

Ist der Helikopter einmal in der Luft, muss alles rund laufen. Der Einsatz von zwei bis drei Mannschaften im Wald garantiert, dass es zu keinen Unterbrüchen kommt und alle genügend Zeit haben, um ihre Lasten vorzubereiten. Die Kommunikation zwischen Pilot und Bodenpersonal erfolgt über Funk. Knappe, aber klare Befehle reichen aus, um einen reibungslosen Ablauf zu garantieren.

Hat der Pilot die Last abgehoben, dirigiert er sein Arbeitsgerät gekonnt Richtung Abladeplatz. Dort angekommen, wird er ebenfalls über Funk eingewiesen. Um unnötigen Zeitverlust beim Ablegen zu verhindern, ist in den meisten Fällen ein Bagger oder Forstschlepper mit einer Holzzange auf Platz, mit dem das Holz sauber gestapelt wird (Abb. 4). So ist es möglich, auch bei engen Platzverhältnissen viel Holz auf dem gleichen Platz abzulegen Ein weiterer Vorteil von sauber gestapeltem Holz auf dem Abladeplatz zeigt sich spätestens beim Aufrüsten: Ohne Probleme lässt sich Stamm für Stamm verarbeiten.

Ökologie

Oftmals argumentieren die Gegner von Hubschraubereinsätzen mit der Umweltbelastung. Natürlich bedeutet der Einsatz des Helikopters – wie jeder anderen Transporttechnik auch – eine Belastung der Umwelt. Aber auch hier spielt der K-Max seine Trümpfe aus. Der Kerosinverbrauch von nur 300 l/Std. und die sehr geringe Lärmbelastung (80dB für das Bodenpersonal am Lastaufnahmeort) sind für einen Helikopter dieser Grösse einmalig. Zudem braucht es beim Holztransport mit dem Helikopter keine Schneisen für Strassen und Seilbahnen.

Was kostet Heli-Logging?  
Abb. 5 - Was kostet Heli-Logging? In der Gegenüberstellung mehrerer Holzschläge mit unterschiedlichen Voraussetzungen sind die Auswirkungen der einzelnen Variablen (Rotationszeit, spezifisches Gewicht und Auslastung) ersichtlich. Die durchschnittliche Auslastung pro Rotation liegt bei ca. 2000 bis 2100 kg, ist aber stark von der Rüstqualität abhängig. Diese Preise beinhalten sämtliche Leistungen wie vorgängiges Rekognoszieren, Helitrac-Einsatz, Flughelfer, Pilot und Flugbetriebsmaterial.  
Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit der Zeitschrift Wald und Holz. Wald und Holz

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