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Artikel

Autor(en): Bernd Stimm
Redaktion: LWF, Deutschland
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Bayerns Wälder in vor- und frühgeschichtlicher Zeit

Versteinertes Gingkoblatt
Abb. 1: Ein versteinertes Gingkoblatt von einem Fundort nahe Freising.

Ein erdgeschichtlicher Exkurs in Bayerns Wälder vor der Eiszeit zeigt, dass sie Heimat einer feuchte- und wärmeliebenden Baumflora waren, mit Amberbaum, Hickory, Kastanie, Magnolie, Walnuss und Christdorn (Rieber in FSB 1986). Eine wechselnde Abfolge von Kalt- und Warmzeiten kennzeichnete die Eiszeit. In den Kaltzeiten erloschen die wärmeliebenden Elemente des Tertiärs. So fehlten in der Zeit der Biber-/Donau-Warmzeit bereits Sequoie und Amberbaum. Sumpfzypresse, Tsuga, Flügelnuss und einige andere blieben vorhanden bzw. wanderten erneut ein. Sie sind auch noch im Günz-/Mindel- und Mindel-/Riss-Interglazial nachgewiesen. Nach der Riss- Eiszeit (vor 140.000 Jahren) waren schließlich auch sie nicht mehr anzutreffen. Verblieben sind Gattungen, wie wir sie noch heute in unseren Wäldern vorfinden.

Abkühlung und Trockenheit im Zuge der Kaltzeiten verursachten die Arealverschiebung und Florenverarmung. Die Vegetation wurde nach Süden abgedrängt. Dabei bildeten aber die in Ost-West-Richtung verlaufenden Alpen eine nahezu unüberwindliche Barriere, die umgangen werden musste. Die bedeutendsten Rückzugsgebiete der Vegetation während der Kaltzeiten lagen im Südwesten und Südosten Europas. Ausgehend von diesen Refugien, in denen ein Teil der Flora in vergleichsweise kleinen Populationen überlebte, fand mit Beginn der jeweiligen Warmzeit eine Rückwanderung nach Norden statt. Dieser Ablauf wiederholte sich mit dem Vorstoßen und Zurückweichen des Eispanzers mehrere Male. Gemessen an der Vielfalt der Baumvegetation vor der Eiszeit überlebten nur wenige Gattungen. Sie bildeten das Ausgangspotential für unsere heutigen Wälder mit ihrer, im Vergleich zu ähnlichen Klimazonen der Erde wie z. B. Nordamerika, geringeren Zahl an Baumarten.

Befürworter des Anbaus gebietsfremder Baumarten argumentieren gelegentlich damit, dass es sich um eine "Spätheimkehr" bzw. "Wiedereinbürgerung" ehemals heimischer Arten handelt. Dem wird entgegnet, dass die wiedereingeführten Arten über Tausende von Jahren keine Koevolution mit einheimischen Tieren und Pflanzen durchlaufen konnten und ihnen damit die ökosystemare Einbindung fehlt (Kowarik 2003).

Literatur

Auf Anfrage beim Verfasser.