Eine Schweiz ohne Wald ist undenkbar. Dies haben bereits unsere Vorfahren erkannt. Mit dem Waldgesetz von 1876 stoppten sie die fortschreitende Abholzung der Wälder. Diese Pioniertat zum Schutz der Schweizer Wälder hat sich bewährt. Mit seinen vielfältigen Funktionen als Rohstoffproduzent, als Arbeitsplatz, als Ort der Erholung, als Lebensraum von Tieren und Pflanzen erbringt der Wald unschätzbare Leistungen. Er versorgt uns zudem mit guter Luft, filtert unser Trinkwasser und schützt uns vor Naturgefahren unterschiedlichster Art.

Mit der Waldpolitik 2020 stimmt der Bund die ökologischen, ökonomischen und gesellschaftlichen Ansprüche an den Wald optimal aufeinander ab. Er stellt eine nachhaltige Bewirtschaftung sicher und schafft günstige Rahmenbedingungen für eine effiziente und innovative Wald- und Holzwirtschaft. Die Waldpolitik 2020 legt insgesamt elf Ziele fest. Diese lauten:

  1. Nachhaltig nutzbares Holznutzungspotential wird ausgeschöpft
  2. Klimawandel: Der Wald und die Holzverwendung tragen zur Minderung bei und die Auswirkungen auf seine Leistungen bleiben minimal
  3. Schutzwaldleistung ist sichergestellt
  4. Biodiversität bleibt erhalten und ist gezielt verbessert
  5. Waldfläche bleibt erhalten
  6. Wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Waldwirtschaft ist verbessert
  7. Waldböden, Trinkwasser und Vitalität der Bäume sind nicht gefährdet
  8. Wald wird vor Schadorganismen geschützt
  9. Das Gleichgewicht Wald-Wild ist gewährleistet
  10. Freizeit- und Erholungsnutzung erfolgt schonend
  11. Bildung, Forschung und Wissenstransfer

Für jedes Ziel formuliert die Waldpolitik 2020 mehrere strategische Stossrichtungen sowie verschiedene Massnahmen. Mit den Massnahmen ist in erster Linie der Bund in der Pflicht, es werden jedoch auch die Rolle der Kantone sowie weiterer Akteure angesprochen (Waldeigentümer, Bewirtschafter, Waldfachleute, Verbände etc.). Die Waldpolitik 2020 löst das bisherige Waldprogramm Schweiz (WAP-CH) aus dem Jahr 2004 ab.