Ursprünglich mit breitem Blatt für den Einsatzbereich auf leichten und wenig durchwurzelten, gesteinsarmen Böden entwickelt, wurde das Verfahren wegen der einfachen Handhabung mit schmalem Blatt auch für stärker durchwurzelte, schwerere oder gesteinsreichere Böden modifiziert. Allerdings beschränkt sich dort sein Einsatz auf Kleinpflanzen und Pfahlwurzler. Der besondere Vorteil des Verfahrens liegt jedoch in seiner ergonomisch günstigen Körperbeanspruchung und dabei trotzdem flüssigem Arbeitsablauf.

Im Folgenden nun eine kurze Beschreibung mit Bildern, die den Arbeitsablauf mit dem Göttinger Fahrradlenker veranschaulichen und nach ein bisschen Übung eine fachgerechte, körperschonende und wurzelgerechte Pflanzung gewährleisten.

Arbeitsvorbereitung

Pflanzenauswahl

geeignet für 20 bis 25 cm lange Pflanzen (ohne Wurzel) möglich ist das Beschneiden überlanger Saugwurzeln mit scharfem Werkzeug.

Achtung: Pfahlwurzel oder starke Hauptwurzeln nicht kappen, Pflanzen mit zu großem Wurzelwerk aussortieren und mit anderem Verfahren pflanzen!

Lenker einstellen

Die Höhe des Göttinger Fahrradlenkers ist so einzustellen, dass die Unterarme waagerecht ausgerichtet sind und die Handgelenke nicht abgeknickt werden. Der Ergonomieeffekt hängt von "geraden Gelenken“ ab. Hierdurch wird erreicht, dass zuerst das Körpergewicht und dann kräftige Muskelgruppen eingesetzt werden können. Beabsichtigte Pflanzabstände können auf dem Lenker markiert werden (z. B. mit farbigem Isolierband).

Taschen einstellen

Eine Tasche wird auf der Seite getragen (wenn man rechts neben dem Pflanzloch abkniet auf der linken Seite), die Vorratstasche hängt hinten mittig. Den Beckengurt in Höhe des Beckens einrichten, Verschlüsse von Brust- und Beckengurt in der Körpermitte platzieren.

Arbeitsschritte bei der Pflanzung

  1. schräges Einstechen – Tritthilfe verwenden und das Körpergewicht einsetzen.
  2. Pflanzspalt je nach Wurzelgröße und Bodenverhältnissen öffnen (dabei wiederum das Körpergewicht einsetzen) seitlich neben das Pflanzloch treten und dabei den Lenker zurückbewegen.
  3. Abknien und Pflanze einschwingen, dabei auf geraden Rücken achten.
  4. Gegenzug: Herausziehen des Blattes und gleichzeitiges Nachschieben der Pflanze. Dadurch wird gewährleistet, dass die Saugwurzeln an die tiefste Stelle des Pflanzloches gelangen und Erde, Sand oder Nadelstreu nicht nachrutschen.
  5. Entspannen: Die Pflanze durch leichtes anheben in die Höhe bringen, wie sie im Verschulbeet stand. Die natürliche Wurzelausformung wird gewährleistet und Wurzelstauchung vermieden.
  6. Aufstehen. Dabei den Lenker senkrecht ca. 10 cm hinter Pflanzloch stellen und sich daran beim Aufstehen abstützen.
  7. Senkrechten Schließstich hinter dem Pflanzloch und den Pflanzspalt schließen. Dabei 1. unten den "Keller“ zudrücken, 2. oben den Erdkeil andrücken und nach Entfernen des Lenkers den offenen Spalt zum Schließstich zutreten. Wiederum sind dabei "gerade Gelenke“ und der Einsatz des Körpergewichtes wichtig.
  8. Richten, Antreten und Festsitz kontrollieren, Pflanze dabei nicht beschädigen.
  9. Abstand nehmen zur nächsten Pflanze (Markierung auf dem Lenker nutzen).
     

Kleiner Tipp:

"Rückwärts arbeiten“ macht einiges leichter. Aber Achtung - nicht hinfallen!

Abb. 5 - Arbeitsschritte bei der Pflanzung.

Fotos: K. Lange und I. Fritsche

Hinweise zu weiteren Pflanzverfahren können Sie der vom Staatsbetrieb Sachsenforst für Privatwaldbesitzer herausgegebenen Informationsbroschüre entnehmen – oder sehen Sie sich die Pflanzarbeiten einfach mal im Landeswald an. Die Forstbezirke und der für Sie zuständige Revierförster bieten Ihnen gern Unterstützung an.

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