Mittelwald, archaische Bewirtschaftungsform und Geburtsstätte nachhaltiger Forstwirtschaft

Mittelwald ist eine Bewirtschaftungsform mit zwei Zielen: Erzeugung von Brennholz und Erzeugung von Bauholz. Beides erfolgt auf derselben Fläche aber in unterschiedlichen Schichten und in unterschiedlichen Umtriebszeiten der Bäume. In der Unterschicht wird Brennholz im 30jährigen Umtrieb erzeugt. Durch die Ausschlagfähigkeit der Stöcke wächst das Unterholz immer wieder nach. In der Oberschicht wächst Bauholz heran, hier stehen die Bäume 150 Jahre und länger. Sie verjüngen sich aus Samen. In der Oberschichtfinden sich v.a. Eichen, in der Unterschicht auch Hainbuchen und Linden.

Die Mittelwaldwirtschaft ist seit dem13. Jahrhundert nachweisbar. Durch sie versorgten sich die mittelalterlichen Gemeinwesen auf ideale Weise mit Energie und mit Rohstoffen. In Bayern findet man Mittelwälder nur noch auf weniger als 0,2 % der Waldfläche, v.a. in Unterfranken und in Mittelfranken. Mittelwälder haben eine vielfältige Struktur und gehören deshalb zu den artenreichsten Biotopen. Durch die Lage im warmen Weinbaugebiet und die stark variierenden Bodenarten des Keupers finden sich in den fränkischen Mittelwäldern besonders viele und seltene Tier- und Pflanzenarten.

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