Die Einschlagserhebung der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) ergab für Bayern im Jahr 2025 einen Gesamteinschlag von 19,8 Mio. Festmetern und lag damit um 4 % unter dem Vorjahreswert. Im Privatwald wurde insgesamt eine Holzmenge von 12,79 Mio. Festmetern und im Körperschaftswald von 1,7 Mio. Festmetern eingeschlagen. Die Einschlagsmengen sind somit gegenüber dem Vorjahr im Privatwald um 7 % gesunken und im Körperschaftswald um 5 % gestiegen. Aus dem Staatswald (mit Nationalparken) wurde eine Einschlagsmenge von 5,16 Mio. Festmetern gemeldet. Der Holzanfall war damit um 1 % höher als 2024. Im Bundeswald wurden etwa 151.400 Festmeter genutzt, was einer Abnahme von 10 % entspricht. Abbildung 1 informiert über die eingeschlagenen Holzmengen der vergangenen drei Jahre – zum einen differenziert nach Waldbesitzarten, zum anderen bezogen auf den bayerischen Gesamtwald nach den Baumartengruppen und ausgehaltenen Sortimenten.
An der Umfrage zum Holzeinschlag nahmen 430 Privatwald- und 324 Körperschaftswaldbetriebe teil. Gemäß der amtlichen Einschlagsstatistik werden in der Erhebung vier Baumartengruppen unterschieden:
- Fichtengruppe mit Fichte, Tanne, Douglasie
- Kieferngruppe mit Kiefer und Lärche
- Eichengruppe mit Stiel-, Trauben- und Roteiche
- Buchengruppe mit Buche und allen übrigen Laubholzarten
Innerhalb dieser Gruppierungen wird die Holzmenge in Erntefestmetern ohne Rinde (Efm. o. R.) nach Stamm-, Industrie- und Energieholz (Scheitholz und Hackschnitzel) aufgeteilt erhoben.
Bei den Einschlagsmengen nach den Baumartengruppen zeigte sich 2025 auf den Gesamtwald bezogen bei der Fichte eine Abnahme um 5 % im Vergleich zum Vorjahr. Nur bei der Kiefer ist 2025 insgesamt ein Einschlagsplus von 12 % zu verzeichnen (Details s. Abbildung 2). Bei den Sortimenten wurde mit jeweils –17 % insgesamt deutlich weniger Laubstammholz und Energieholz ausgehalten als noch 2024 (Details s. Abbildung 3 und 4).
Holzmarkt und Schadholzsituation im Jahresverlauf
Auf dem Holzmarkt kam es 2025 infolge des zunächst geringeren Holzeinschlags und relativ niedriger Kalamitätsholzanfälle zu einer deutlichen Reduzierung des Aufkommens an Nadelrundhölzern. Dies wurde zunächst von den Sägewerken durch den Abbau von Lagerbeständen abgepuffert, in den Sommermonaten ist die Versorgungsproblematik auf den Rundholzmärkten aber immer deutlicher geworden. Der daraus resultierende Anstieg der Rundholzpreise, in Kombination mit den nur schleppend laufenden Absatzmärkten für Schnittholz, stellte die Sägeindustrie regional vor große Herausforderungen (Quelle EUWID). Bis zum Ende des Jahres konnte die eingeschlagene Nadelstammholzmenge jedoch den Vorjahreswert sogar um 3 % übersteigen, was vor allem auf den deutlichen Anstieg des Kiefernstammholzes um 37 % zurückzuführen ist. Das Fichtenstammholz lag dagegen 1 % unter dem Vorjahreswert.
Bedingt durch die günstige Witterung und gutes Mangement bei der Waldbewirtschaftung ging die Schadholzmenge in Bayern 2025 erfreulicherweise deutlich zurück. Insgesamt verringerte sie sich um 54 % und machte damit “nur” noch 25 % des Gesamteinschlags aus. Im Vorjahr machte die Schadholzmenge dagegen noch über die Hälfte des Gesamteinschlags aus. Vor allem im Norden Bayerns gingen die Schadholzmengen deutlich zurück. Im Süden Bayerns stieg der durch Borkenkäfer bedingte Anteil regional jedoch an. Dies ist auf die Vorschädigungen durch Hagel, Schnee- und Sturmbruch aus 2023 und 2024 zurückzuführen.
Die Holzeinschlagserhebung im Privat- und Körperschaftswald – Hintergrund
Die LWF führt die Erhebung des Holzeinschlags auf Grundlage des Agrarstatistikgesetzes im Auftrag des Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten seit 1999 im Privatwald und seit 2008 auch im Körperschaftswald durch. Die Teilnahme erfolgt in Bayern auf freiwilliger Basis. Die über Fragebögen und Online-Umfrage erhobenen Daten werden komplett anonym behandelt. Die erhobenen Daten werden an der LWF ausgewertet und dann an das Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung weitergeleitet. Über das Landesamt gehen die Daten an das Statistische Bundesamt, das die Ergebnisse aller Bundesländer zusammenführt und letztendlich im Agrarbericht des Bundes veröffentlicht. Alle Daten können von der Datenbank Genesis-Online des Statistischen Bundesamts heruntergeladen werden.
Zusammenfassung
Die LWF erhebt jährlich den Holzeinschlag im Privat- und Körperschaftswald. Für das Jahr 2025 meldet die bayerische Holzeinschlagsstatistik ein Einschlagsvolumen von 19,8 Millionen Festmetern. Die Gesamteinschlagsmenge war um 4 % niedriger als im Vorjahr. Die Schadholzmenge ging mit 4,9 Millionen Festmetern um 54 % im Vergleich zum Vorjahr zurück. Die Einschlagsmengen werden getrennt nach Besitzarten, Baumarten, Sortimenten und Schadursachen dargestellt. Zudem beleuchtet der Beitrag die Entwicklung des Einschlagsverhaltens sowie dessen Hintergründe.
Neue Teilnehmende gesucht!
Um den gesetzlichen Auftrag der Holzeinschlagserhebung erfüllen zu können, ist die LWF auf die freiwillige Unterstützung durch Waldbesitzende angewiesen. Neue Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind deshalb immer willkommen. Alle, die sich beteiligen, leisten einen wichtigen Beitrag für die Holzaufkommensstatistik und für weitere grundlegende forst- und umweltpolitische Entscheidungen.
Kontakt: Holzeinschlag@lwf.bayern.de










