Die Wege sind not­wendig, um zur Bestandespflege und Holz­ernte in den Wald zu gelangen, und auch wichtig für Ein­satzfahrten der Feuerwehr zur Bekämpfung von Waldbränden sowie für Rettungseinsätze bei Unfällen.

Aufgrund der anfallenden Sanierungs­kosten lautet die Empfehlung für Forst­straßen: Befahren nur bei trockener Fahr­bahn und keinesfalls bei aufgehendem Frost. Dies ist allerdings bei Just-in-Time-­Lieferungen nicht immer einzuhalten.

Anfänglich wurden die Forststraßen nur zaghaft saniert. Nicht zuletzt aus Mangel an geeigneten Maschinen und Geräten. Inzwischen wurden Geräte entwickelt, mit denen rasche und effiziente Sanie­rungsarbeiten möglich sind. Dabei han­delt es sich um mobile Steinbrechanlagen.

So wird saniert

Grundsätzlich wird zuerst das an Ort und Stelle anfallende Material aufgefräst und zerkleinert. Dies kann sowohl mit als auch ohne Grubbern erfolgen. Die Vorarbeiten führt der Grader durch, der den bergseitigen Wassergraben reinigt und das Grobmaterial von beiden Seiten in die Fahrbahnmitte zusammenzieht. Je nach Untergrund kann grober Schotterbruch eingearbeitet werden. Dies ist beispielsweise bei Flysch notwendig. Der Grader gleicht anschließend das gefräste Material in der gewünschten Bombierung an. Anschließend festigt eine Vibrationswalze die neu entstandenen Schichten. In Österreich sind zwei Arbeitssysteme gebräuchlich.

Sanierung mit Dreipunkt-Anbaufräsen

Dieses System bietet zum Beispiel die Firma Holzer aus Neuberg in der Steiermark an (weite­re Geräte siehe Übersicht). Bei Holzer besteht die Maschinenkombination aus Trägerfahrzeug, Eigenbau-Dreipunk­tanbaufräse und Grubber. Das Eigenge­wicht des Trägerfahrzeuges beträgt 7,5 t, das der Fräse 4,5 t und des Grubbers 2 t. Das Trägerfahrzeug hat 330 PS. An diesem ist die Fräse im Heck angebaut, frontseitig der Grubber. Angetrieben wird die Fräse von der Zapfwelle des Zugfahrzeuges über Keilriemen. Die Rotorgeschwindigkeit selbst ist von 800 bis 1300 U/min variabel, womit in unterschiedlichen Gesteinsarten auf optimale Korngröße gebrochen wer­den kann.

Dabei wird die Fräse mit Hydraulikzy­lindern auf geeigneter Frästiefe gehalten. Lockeres Material bricht das Gerät bis 35 cm Tiefe. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um Kalk oder Kristallin (Urgestein) handelt. Im vorgelagerten Arbeitsgang wird die Trag- und Verschleißschicht bis zu einer Tiefe von 15 bis 35 cm im Rück­wärtsfahren aufgegrubbert, dann gefräst. Die Körnung des Fräsmaterials ist hy­draulisch mit drei Brechstufen einstellbar. In diesem Einsatzbereich bilden sie nach Gradern und Walzen eine vollständige Sa­nierungseinheit bei geringem technischem Aufwand, womit Erosionsmaterial zum wertvollen Rohstoff wird.

Selbstfahrfräse mit 17 t

Das zweite System ist die Sanierung mit dem Selbstfahrfräsbrecher STF 503 von Schmid/Hollenstein a. d. Ybbs (Sy­stem-Träger-Fahrzeug): Gegenüber An­baugeräten ist der Fräsbrecher mit 17 t Gesamtgewicht deutlich schwerer. Der Brecher selbst bzw. der Rotor, der zwi­schen Vorder- und Hinterachse montiert ist, wiegt 7 t. Angetrieben wird er über einen Zahnriemen (600 U/min.). Die mittige Anordnung und das Eigengewicht erlauben bei lockerem Material eine Frästiefe von 40 cm und bei festem von 15 cm. Der STF 503 vereint zwei Systeme in einem Gerät:

  • Ein Frässystem, das den Straßenkörper bis 40 cm Tiefe bearbeitet.
  • Ein Brechsystem, das Grobmaterial auf siebliniengerechtes Material zerkleinert.

Die Fräsarbeit verrichten die am Rotor befestigten 70 Fräszähne und 16 Brechbacken. Letztere haben eine Breite von 250 mm und eine Tiefe von 70 mm. Sie zerkleinern in die Fahrbahn rangende Felsköpfe gemeinsam mit dem Grobmaterial und vermischen sie mit den Feinanteilen.

Richtige Korngrößenverteilung für Haltbarkeit wichtig

Das zu brechende Material fördert der Rotor bei der Abwärtsdrehung in die Brechkammer. Dort befinden sich vier Brechleisten, die hydraulisch verstellbar sind. Sie erzeugen Korngrößen von 30 bis 150 mm. Die richtige Korngrößenverteilung ist wegen der Bindung für die Haltbarkeit des Straßenkörpers wichtig. Diese wird mit dem so genannten Sieblinienverfahren festgestellt (Abbildung 3). Haben die Fräsen das Material siebliniengerecht aufgearbeitet, bewegen sich die Korngrößen für die Trag- und Verschleißschicht innerhalb der schwarz gezeichneten Linien prozentuell in den dargestellten Massenanteilen.

Der STF 503 ist in jeder Gesteinsart einsetzbar und durchmischt die gesamte Verschleißschicht mit guten Verbindungseigenschaften zur Tragschicht. Mit der Leistung von 375 kW (510 PS) ist er gut motorisiert. Auch alle anderen Maschinenkomponenten sind großzügig ausgelegt. Im Unterschied zum Beispiel zu Holzer grubbert Schmid nicht auf. Der Gebrauch der Maschine ist schnell erlernt.
Der STF 503 ist durch den Vierradantrieb und durch die unabhängige Vierradlenkung sehr wendig und geländegängig. Der Wendekreisradius beträgt knapp 7 m, die Bodenfreiheit ist mit 350 mm akzeptabel. Die Aufnahmebreite beträgt 2,5 m und die Fräsbreite 2,05 m. Die Leistung der Selbstfahrfräse liegt bei etwa 2 km an einem Acht-Stunden-Tag (ein Fräsdurchgang auf einer Breite von 2,5 m). Holzer gibt eine Leistung von 1,8 km pro Tag an bei Bearbeitung der vollen Straßenbreite. Dabei können drei bis fünf Überfahrten erforderlich sein.

Unterschiedlich sind bei Schmid die Laufmeterpreise für Fräsen in verschiedenen Gesteinsarten. Pro Laufmeter einfachen Durchfräsens im Kalk berechnet er 1,8 Euro, im Urgestein 2,7 Euro, für Gradern etwa 1 Euro und für das Walzen 0,3 Euro. Addiert man die Kosten der einzelnen Arbeitsgänge, kommt der Laufmeter fertiges Planum im Kalk auf etwa 3,1 Euro und im Kristallin (Urgestein) rund 4 Euro/lfm.
Holzer gibt die Kosten österreichweit mit 3,5 Euro pro Laufmeter an. Dies gilt für jede Gesteinsart bei bis zu fünf Überfahrten mit dem Brecher. Es inkludiert das Aufgrubbern und Durchmischen der alten Tragschicht inklusive Gradern und Walzen (alle Preisangaben ohne Mwst.). ­­

Sanierung kostengünstiger als Neubau

Die vorgestellten Verfahren sind aus ökologischen und ökonomischen Gründen empfehlenswert. Die Sanierungsmethode entspricht einem Straßenneubau, ist aber wesentlich konstengünstiger. Weitere Vorteile liegen im raschen Arbeitsfortschritt, der keine langen Straßensperren und für die Koordinierung von nur drei Geräten kurze Vorbereitungszeiten erfordert.
Danach sind Sanierungen nur mehr in größeren Zeitintervallen notwendig. Damit ist eine nachhaltigere Nutzung der Forststraße gewährleistet. Voraussetzung dafür ist aber auch, dass die Straße eine genügende Bombierung und anstatt der Wasserspulen eine entsprechend dichte Anordnung von Durchlässen erhält.

Kontakt

  • Fachbereich Forsttechnik, Bundesforschungs- und Ausbildungszentrum für Wald, Naturgefahren und Landschaft,
    Johann-Orth-Allee 16, 4810 Gmunden, Österreich