Bodenschutz beim Einsatz von Forstmaschinen im Wald

Eine effiziente Holzernte führt unweigerlich zu befahrenen Waldböden. Ein Merkblatt der Forschungsanstalt WSL zeigt auf, wie sich Verdichtung und andere Bodenbeeinträchtigungen vermindern lassen.

Immer mehr Holzerntemaschinen unterstützen die Forstleute dabei, den wertvollen Rohstoff Holz möglichst günstig und unfallfrei aus dem Wald an die Strasse zu bringen. Viele dieser Maschinen sind zu schwer für die Waldböden, die häufig unter dem hohen Gewicht zusammengepresst und verdichtet werden. Mehr oder weniger tiefe Fahrspuren sind oft das Ergebnis. Darunter gibt es bis in mehrere Dezimeter Tiefe nur noch wenige Hohlräume, was die Durchlüftung und damit die Bodenfruchtbarkeit über lange Zeit eingeschränken kann.

Derartige Folgen des Maschineneinsatzes widersprechen dem gesetzlich geregelten Bodenschutz. Das Umweltschutzgesetz verlangt, dass die Bodenfruchtbarkeit langfristig erhalten bleiben muss, auch auf den Produktionsflächen im Wald. Jeder Boden muss genügend durchlüftete Hohlräume enthalten, damit Mikroorganismen, Regenwürmer und andere Bodenlebewesen wirken können, damit Wasser versickern und Vegetationsrückstände abgebaut werden können und der Stoffkreislauf im Wald weiter funktioniert.

Ziel: Bodenbeeinträchtigungen vermindern

Dabei ist die Holzernte auch möglich, ohne grosse Bodenschäden zu verursachen: Wer weniger Spuren hinterlassen will, der fährt beispielsweise mit seiner Forstmaschine nicht bei durchnässtem, sondern bei trockenem oder gefrorenem Boden in den Wald und hält sich hierbei strikt an die Rückegassen. Breitere Pneus, niedriger Luftdruck, Raupenbänder und Reisigteppiche helfen zudem, den Druck auf eine grössere Fläche zu verteilen.

Das WSL-Merkblatt Nr. 45 "Physikalischer Bodenschutz im Wald" fasst in leicht verständlicher Weise die wichtigsten Hinweise zusammen, mit denen sich die Bodenfruchtbarkeit langfristig erhalten lässt. Um der Bedeutung des Bodenschutzes und den vielfältigen Ansprüchen Rechnung zu tragen sowie allfällige neue Erkenntnisse umzusetzen, werden künftig themenspezifische - aber auch auf einzelne Akteursgruppen ausgerichtete - Faltblätter als Beilage zum vorliegenden Merkblatt erarbeitet und über das Internet zugänglich gemacht. Diese sollen die Umsetzung der Bodenschutzanliegen weiter verbessern.

Was ist Boden?

Böden bilden die oberste Schicht der Erdkruste. Sie reichen in ihrer Mächtigkeit von der Bodenoberfläche bis zum Ausgangsgestein. Boden entsteht durch die Verwitterung von mineralischen Bestandteilen und die Umwandlung von organischen Stoffen durch zahllose Lebewesen. Er besteht aus Festsubstanz und Porenraum, der mit Wasser und Luft ausgefüllt ist. Die Bodenfestsubstanz enthält mineralische und organische Bestandteile mit spezifischen Eigenschaften. In den mit Luft und Wasser gefüllten Poren findet ein Stoff- und Energieaustausch zwischen der Festsubstanz, dem Ausgangsgestein, der Atmosphäre, der Hydrosphäre sowie den Bodenlebewesen und den Pflanzen statt.

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