
Abb. 1: Grafik: BFW
Südkorea gehört zu den vier waldreichsten Ländern nach Finnland, Schweden und Japan (OECD-Länder). Auf Grundlage von Satellitendaten wird die Zahl der Bäume im Land auf rund 7,2 Milliarden geschätzt. Wald ist ein wesentlicher Bestandteil der koreanischen Landschaft und zugleich eine wichtige Wirtschaftsgrundlage.
Der Holzvorrat zeigt die forstwirtschaftliche Bedeutung der koreanischen Wälder. Im Jahr 2020 betrug der durchschnittliche Vorrat bei rund 165 Kubikmetern pro Hektar. Zum Vergleich: Für die OECD-Länder wird ein Durchschnitt von 131 Kubikmetern pro Hektar angegeben. Insgesamt beträgt der Holzvorrat in den koreanischen Wäldern rund 1,04 Milliarden Kubikmeter. Zu einem einzigen Würfel aufgetürmt, hätte dieser eine Kantenlänge von 31,6 Kilometer.
Blick in die Geschichte
Das war nicht immer so. In den 1960er-Jahren belief sich der Holzvorrat auf nur etwa 10 Kubikmeter pro Hektar. Während der japanischen Kolonialherrschaft (1910–1945), der Teilung Koreas ab 1945 und des Koreakriegs (1950–1953) wurden die Wälder massiv genutzt. Entwaldung und starke Erosion, vor allem in Berg- und Küstenregionen, waren die Folge. Diesen Problemen wurde mit zwei umfassenden Aufforstungsprogrammen zwischen 1973 und 1987 entgegengetreten. In dieser Zeit sollte auch eine breite Öffentlichkeit von der Notwendigkeit der Aufforstung überzeugt werden, unter anderem durch Werbung auf Zigarettenpackungen oder Plakatkampagnen.
Verschiedene Waldtypen und Waldforschung
Südkoreas Wälder bestehen aus verschiedenen Typen. Nadelwälder nehmen mit rund 2,34 Millionen Hektar etwa 37 Prozent der gesamten Waldfläche ein. Laubwälder kommen auf rund 2,00 Millionen Hektar beziehungsweise knapp 32 Prozent. Weitere 1,66 Millionen Hektar oder 26 Prozent sind Mischwälder. Auf den verbleibenden Flächen finden sich unter anderem Bambusbestände und unbestockte Waldflächen.
Zu den prägenden Baumarten der koreanischen Wälder zählen die Koreanische Rotkiefer (Pinus densiflora) bei den Nadelbäumen und die Mongolische Eiche (Quercus mongolica) bei den Laubbäumen. Letztere gilt als die am weitesten verbreitete Baumart Südkoreas. Bemerkenswert ist die Eigentumsstruktur. Rund 66 Prozent der Waldfläche befinden sich in privatem Besitz. Etwa 26 Prozent sind Staatswald, weitere knapp acht Prozent gehören anderen öffentlichen Eigentümern.
Eines der wichtigsten Waldschutzthemen Südkoreas sind Waldbrände. Erst 2025 starben bei schweren Waldbränden 20 Menschen, mehr als 5.000 Menschen mussten fliehen. Bei Prävention und Bekämpfung setzt die Forstbehörde Korea Forest Service auf Hightech: Überwachungskameras, digitale Waldbrandprognosen mithilfe von AI, Drohnen und Wärmebildtechnik sollen Feuer früh erkennen und ihre Ausbreitung vorhersagen. Eine besondere Rolle spielt zudem die Brandbekämpfung aus der Luft mithilfe von Hubschraubern.
Auch das österreichische Bundesforschungszentrum für Wald setzt immer wieder auf den Wissensaustausch mit koreanischen Kolleg:innen: An den Forstlichen Ausbildungsstätten in Ossiach und Traunkirchen zum zeitgemäßen Einsatz von Forsttechnik und am Institut für Waldökologie und Boden vor allem zum Themen Langzeit-Monitoring. Hier gibt es einen regen Austausch mit den Kolleg:innen vom Korea National Arboretum zu Methoden, Parametern und Ergebnissen zu Nährstoff- und Wasserkreisläufen im Wald, Erhaltung der Biodiversität sowie dem Klimawandel.




