In Österreich wickelt die "Drehscheibe Waldpädagogik" alle waldpädagogischen Förderbelange ab. Hinter der "Drehscheibe" steht der Natur- und Wildpark Buchenberg, Rösselgraben 15, 3340 Waidhofen/Ybbs unter der Leitung des Geschäftsführers OFÖ Andreas Plachy mit seinem Team (www.schulewald.at).

Der Natur- und Wildpark Buchenberg war dazu bereit, Förderanträge für alle Waldpädagogen in ganz Österreich zu stellen und somit das Risiko einer Vorfinanzierung einzugehen. Die einzelnen WaldpädagogInnen und Waldschulen stellen Honorarnoten an die Drehscheibe. Der Förderantrag für alle Waldausgänge aller Waldpädagogen in Österreich wird dann von der Drehscheibe an das Lebensministerium gestellt. Die Abrechnung soll in Folge vom Verein monatlich erfolgen.

Waldpädagogische Führung ist eine Bildungsmaßnahme

In dem EU-Programm ländliche Entwicklung LE 07-13 wird der eigentlichen Fortbildung ein höherer Stellenwert eingeräumt. Da die Waldpädagogik (wie auch die Schule am Bauernhof) eine pädagogische Bildungsmaßnahme darstellt, wird nun die Zukunft des ländlichen Raumes mit der Wichtigkeit der nachhaltigen Wald- und Landbewirtschaftung verbunden.

In der neuen Förderperiode wird der waldpädagogische Ausgang als Bildungsmaßnahme deklariert und der zertifizierte Waldpädagoge als Referent im engeren Sinn angesehen.

Details zur Abrechnung

Die "Drehscheibe Waldpädagogik" benötigt den ausgefüllten Zahlungsantrag (AMA), die saldierten Rechnungen (Belege) und die Teilnahmebestätigungen der waldpädagogischen Ausgänge.

Bevor die Auszahlung an den (Einzel)WaldpädagogInnen oder die Waldschule erfolgen kann, benötigt der Verein gewisse Eckdaten der waldpädagogischen Personen. Alle Formulare können im Internet unter www.schulewald.at heruntergeladen werden oder direkt bei der Drehscheibe Waldpädagogik bezogen werden.

Als wichtiges Formular wird das Stammdatenblatt mit Verpflichtungserklärung angesehen. Dieses ist mit Originalunterschrift an die Drehscheibe zu senden, ebenso eine Kopie vom Nachweis der waldpädagogischen Zertifizierung. Weitere zwei Formulare, das Abrechnungsformular der monatlichen waldpädagogischen Ausgänge und das Bestätigungsformular der Ausgänge, sind im Original in der Folge an den Verein zu senden, um die absolvierten Führungen bezahlt zu bekommen.

Zertifikat als Qualitätsgarant

Jeder vom Verein registrierte Waldpädagoge erhält auch eine Evidenz-Nummer, die er in den Formblättern anzugeben hat. Vor den abgehaltenen Führungen soll die Anzahl der geplanten Führungen bekannt gegeben werden.

Als wohl wichtigste Voraussetzung für die Förderung gilt das Zertifikat über die Waldpädagogenausbildung. Dem Verein vorgelegte Führungen können erst ab dem Ausstellungsdatums des Zertifikats akzeptiert werden. Da das Zertifikat als ein Qualitätsgarant angesehen wird, sind keine Ausnahmen oder Sonderregelungen möglich. Die Weiterbildung für Waldpädagogen (Modul D innerhalb der Ausbildungskurse) ist von Seiten des Lebensministeriums zwar erwünscht, aber nicht verpflichtend.

Weitere wichtige Auflagen sind:

  • Die Mindestdauer eines Ausgangs beträgt 3 Unterrichtseinheiten (1 Unterrichtseinheit = 50 Min.).
  • Die Mindestgröße der geführten Gruppe beträgt 10 Personen.
  • Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen dürfen maximal 18 Jahre alt sein.
  • Die Gruppengröße "sollte" 25 Personen nicht überschreiten.
  • Maximal vier Ausgänge mit einer Gruppe sind pro Jahr möglich.
  • Bei Gruppen mit besonderen Bedürfnissen entfällt das Alterslimit und die Gruppenuntergrenze der Teilnehmer.
  • Das Einvernehmen mit dem Waldbesitzer ist herzustellen.

Die Förderhöhe für Waldausgänge mit saldierter Rechnung beträgt 100 Euro pro Waldausgang. Diese Fördersumme wird zu 100% über das EU-Programm ländliche Entwicklung 07-13 finanziert. Weiters steht es dem Waldpädagogen und der Waldpädagogin frei für zusätzliche Aufwendungen, einen Maximalbetrag von 6 Euro/Person zusätzlich einzuheben.

Pro vorgelegter Führung an die Drehscheibe Waldpädagogik ist ein Unkostenbeitrag von 8 Euro an diesen Verein zu zahlen. Über das hier vorgestellte Fördermodell werden ausschließlich waldpädagogische Ausgänge gefördert. Einen Rechtsanspruch auf Fördergelder gibt es keinen.

Ziel: jedem Schulkind seine waldpädagogische Führungen

Mit dem vorgestellten Modell soll eine einheitliche und flächendeckende Abgeltung der waldpädagogischen Ausgänge erzielt werden, um den derzeit 554 zertifizierten Waldpädagogen gerecht zu werden. Ziel ist es auch, jedem Kind einmal in seiner Schulzeit einen Waldausgang zu ermöglichen.