In den letzten Jahren entdeckten Mitarbeitende der FVA und des BUND zahlreiche neue Wildkatzenvorkommen, vor allem dank der Unterstützung von Förstern, Wildtierbeauftragten, Jägern und vielen ehrenamtlichen Helfern.

Von besonderer Bedeutung ist dabei der Einzelnachweis im Landkreis Tuttlingen: Hier konnte zum ersten Mal ein genetischer Wildkatzennachweis auf der Schwäbischen Alb erbracht werden. Im mittleren und nördlichen Schwarzwald kommt die Wildkatze ebenfalls vor, was durch einen Totfund bei Loffenau und mehrere Lockstocknachweise im Bühlertal bestätigt wurde. Weitere vereinzelte Wildkatzennachweise gibt es im Ostalbkreis, im Landkreis Esslingen sowie im Kraichgau.

Verbreitungskarte der Wildkatze

Die aktuelle Verbreitungskarte zeigt deutlich, dass Wildkatzen in der Rheinebene in fast allen Waldgebieten vorkommen, während sie in anderen Landesteilen nur vereinzelt nachgewiesen sind. Die Wildkatzen kann sich also ohne Hilfe nur schwer vom Rhein Richtung Osten ausbreiten. Ein Grund dafür sind Hindernisse wie etwa Straßen und strukturarme Ackerlandschaften. Weitere Erkenntnisse hierzu wird das Forschungsprojekt der FVA erbringen, in dem durch die Besenderung von 21 Wildkatzen ihr Raum-Zeit-Verhalten untersucht wird.

Die Vernetzung der einzelnen Lebensräume müssen weiter vorangebracht werden. Ein wichtiges Element ist dabei der Wildkatzenkorridor, den der BUND und seine Partner derzeit bei Herrenberg und Nufringen anlegen. Denn ohne einen funktionierenden Biotopverbund hat die Wildkatze hierzulande keine Chance, in ihre angestammten Lebensräume zurückzukehren.

Sie haben eine Wildkatze beobachtet?

Dann melden Sie bitte die Beobachtung der FVA unter https://www.fva-bw.de/abteilungen/wildtierinstitut/wildtier-melden

Hintergrund Baldrianlockstockmethode

Die Wildkatzennachweise basieren zum Großteil auf Haarfunden, die seit 2007 hauptsächlich von der FVA, dem BUND und der Wildforschungsstelle Aulendorf gesammelt und genetisch als Wildkatze identifiziert wurden.

Um Haare von Wildkatzen zu bekommen, werden mit Baldrian präparierte Lockstöcke aus rauem Holz an geeigneten Waldstandorten aufgestellt. Die durch den Baldrian angelockten Katzen reiben sich an den Stäben (Abb. 2). Die dabei hinterlassenen Haare können im Labor genetisch untersucht werden. Darüber hinaus stammen die Nachweise von tot aufgefundenen Wildkatzen sowie lebend gefangenen Wildkatzen, die im Rahmen des Wildtiermonitorings und des Wildkatzenforschungsprojekt der FVA erfasst wurden.