Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA)
Abteilung Wald und Gesellschaft
Wonnhaldestr. 4
D-79100 Freiburg
Tel. +49 761 4018 209
| Autor(en): | R. Suchant, K. Opeker, W. Nain |
| Redaktion: | FVA, Deutschland |
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Foto: FVA |
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Blühende Kirschbäume auf der Mittelwald-Versuchsfläche. |
Nur noch auf 0,4 % der Waldfläche Baden-Württembergs
stocken Niederwälder. Diese Seltenheit und eine häufig reichhaltige
Strukturierung mit einer besonderen Pflanzen- und Tierartengemeinschaft machen
den Niederwald zu einem aus Naturschutzsicht wertvollen Landschaftselement.
Eine Charakterart für den bewirtschafteten Niederwald ist das Haselhuhn. Seine
Lebensraumansprüche werden in der hier vorgestellten Arbeit als Indikator für
die ökologische Wertigkeit von verschiedenen Alternativen der
Niederwaldbewirtschaftung angesehen.
Alternativen zum Stockausschlagbetrieb
sind dringend notwendig, da kein Privatwaldbesitzer es sich leisten kann einen
hohen Aufwand ohne Ertrag auf Dauer zu erbringen. Der beschriebene
Kirschen-Mittelwald ist eine ökologische Alternative, weil er einen ähnlichen
oder sogar noch vielfältigeren Struktur- und Artenreichtum wie der Niederwald
aufweist. Als ökonomische Alternative ist der Kirschenanbau deshalb so
attraktiv, weil er bei einem gegenüber der Fichte um 39 % geringeren
Aufwand einen nur geringfügig geringeren Reinertrag erbringt und beim
Roheinkommen mit der Fichte sogar gleichzieht.
Bei einem
Anbauversuch "Kirschen-Mittelwald" konnte für die Anfangsphase des
Behandlungsmodells gezeigt werden, dass die Höhenentwicklung in den ersten
Jahren sehr rasch verläuft. Einen Einfluss auf den Höhenzuwachs hat der
Standort und die Konkurrenz der Stockausschläge. Auf frischem Standort und ohne
direkte Bedränger wachsen die Kirschen deutlich besser.
Die bisherigen
Erfahrungen auf den Versuchsflächen bestätigen andere Feststellungen und
Untersuchungen, nach denen die Kirsche sich sehr gut für den Mittelwaldbetrieb
und damit als Alternative zum Niederwald eignet. Eine weitere Bestätigung in
ökologischer Hinsicht ist die Tatsache, dass auf einer der beiden Flächen
bereits 3 Jahre nach Versuchsbeginn ein Haselhuhn beobachtet wurde.