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Beat Wermelinger

Forschungsanstalt WSL

Eidg. Forschungsanstalt WSL
Waldentomologie
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Autor(en): Beat Wermelinger
Redaktion: WSL, Schweiz
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Robinien-Gallmücke erstmals in der Schweiz nachgewiesen

Ein Wissenschafter der Eidg. Forschungsanstalt WSL wies 2007 erstmals die aus Nordamerika stammende Robinien-Gallmücke in der Schweiz nach. Bislang verursacht das Insekt keine nennenswerten Schäden.

Robinienblatt mit Blattrandgallen
Abb. 1 - Unterseite eines Robinienblattes mit Blattrandgallen: Jedes Fiederblatt kann mehrere Gallen haben.
 
Gallmückenlarve
Abb. 2 - Die weisslichen, fusslosen Larven der Robinien-Gallmücke fressen auf der Unterseite der Fiederblätter und verursachen ein Einrollen der Blattränder nach unten.
 
Fotos: Beat Wermelinger (WSL)

Der französische Hofgärtner Jean Robin bürgerte 1601 eine Baumart in Europa ein, die seither nach ihm benannt ist: die Robinie (Robinia pseudoacacia). Man schätzte das Gehölz aus Nordamerika als Zierbaum und nutzte es für Wiederaufforstungsprojekte oder um Böden zu stabilisieren. In den vergangenen Jahren gelangten mit der Robinie auch zahlreiche Pflanzen fressende Insektenarten nach Europa. Beispielsweise die Robinien-Miniermotten Parectopa robiniella und Phyllonorycter robiniella.

Im Gegensatz zu den beiden Miniermotten-Arten ist die Robinien-Gallmücke (Obolodiplosis robiniae) erst seit 2003 in Europa bekannt. Im Sommer 2007 wies ein Wissenschafter der Eidgenössischen Forschungsanstalt WSL auch in der Schweiz erstmals Spuren dieses Insekts nach.

Weit verbreitet, geringe Dichten

Funde sogenannter Gallen – das sind Blattverdickungen mit darin lebenden Larven – auf der Alpennordseite (Emmen LU, Birmensdorf ZH), auf der Alpensüdseite (Agarone TI) und im inneralpinen Rhonetal (Susten VS) zeigen, dass die Art wohl schon in den meisten Regionen der Schweiz verbreitet ist. Bei den einzelnen Nachweisen handelte es sich jedoch meist nur um ein einziges befallenes Blatt mit Gallen. Dies lässt auf tiefe Populationsdichten schliessen.

Einige der Gallen enthielten auch Puppen der parasitischen Schlupfwespe Platygaster robiniae, die erst kürzlich neu beschrieben wurde. Normalerweise braucht es eine gewisse Zeit, bis sich einheimische natürliche Feinde an den neuen Wirt anpassen oder bis sich Parasiten aus dem Ursprungsgebiet ebenfalls etabliert haben. In dieser Phase treten oft Massenvermehrungen und phytosanitäre Probleme auf.

Dies scheint bei Obolodiplosis robiniae nicht der Fall zu sein. Es ist jedoch unklar, ob die Schlupfwespe mit der Robinien-Gallmücke aus Nordamerika eingeschleppt wurde oder ob es sich um eine bisher noch nicht beschriebene europäische Art handelt, die sich schnell an den neuen Wirt angepasst hat.

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