Waldbau-Institut der Universität Freiburg
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| Originalartikel: | Weich Thomas, Unseld, Rüdiger (2011): Energie-Vorwälder in Südwestdeutschland – Erntetechniken im Energievorwald und Konsequenzen für den Waldbau (Teil 3 von 6). AFZ-DerWald 5/2011, S. 20-23. |
| Autor(en): | Thomas Weich und Rüdiger Unseld |
| Online-Version: | Stand: 27.01.2012 |
| Redaktion: | FVA, D |
| Verfügbare Sprachen: | deutsch |
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Im klassischen Waldbau nutze man den Vorwald, um die Hauptbaumarten zu etablieren. Im Zuge der Jungbestandspflege bei gesichertem Hauptbestand wurden die Vorwaldbaumart dann geringelt oder gefällt und im Bestand belassen. Das Holz entnahm man in der Regel aus Kosten- und Pfleglichkeitsgründen nicht.
Daraus ergeben sich folgende Anforderungen für die Ernte des Vorwaldschirmes:
Den Originalartikel mit dem Literaturverzeichnis können Sie auf energievorwald.de als PDF
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Weitere Artikel zum Projekt auf waldwissen.net:
- Vorwald – Biomasse für Energie und Industrie
- Wachstum von Pappeln im Vorwald
- Vorwälder fördern die Bodenfruchtbarkeit
- Energie-Vorwälder: Kooperative Geschäftsmodelle
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| Abb. 1: Varianten zur Ernte von Vorwaldbäumen vom Bestand bis zur Waldstraße: 1. entkoppelte Logistikkette, 2. teilkombiniertes und 3. kombiniertes Arbeitsverfahren. |
Drei Grundtypen von Verfahrensvarianten zur Bereitstellung von Hackschnitzeln aus Vorwäldern sind denkbar (Abb. 1):
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| Abb. 2: Tragschlepper mit Sammelaggregat bei der Versuchsbeerntung. |
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| Abb. 3: Rückepferd beim Vorliefern der angelehnten Bäume. |
Bei Abständen der Rückegassen von mehr als 20 m ist in den Zwischenblöcken ein Vorliefern als weiterer Arbeitsschritt notwendig. Ein Zufällen der Laubhölzer würde hier zu großen Schäden führen, daher erscheint motormanuelles Fällen mit dickörtigem Vorliefern als Verfahren der Wahl.
Eine Versuchsbeerntung wurde im Forstamt Simmern, Rheinland-Pfalz, durchgeführt. Für die Versuchsbeerntung standen 19-jährige Vorwaldflächen mit Aspen und Birken zur Verfügung. Sie erreichten bis zum Erntezeitpunkt mittlere Durchmesser zwischen 14–21 cm und Mittelhöhen zwischen 13–19 m. Die Zielbaumart Eiche war zum Zeitpunkt der Beerntung 3–4 m hoch.
Das
teilkombinierte Arbeitsverfahren wurde im Vorfeld der Untersuchung als
besonders pfleglich eingestuft und wurde daher für folgende Untersuchung
näher betrachtet.
Um auch Aussagen für Rückegassenabstände größer
20 m treffen zu können, wurde die Versuchsbeerntung in zwei Teilschritte
aufgeteilt:
In den Versuchen wurden die Schäden für die beiden Teilschritte des Arbeitsverfahrens getrennt quantifiziert. An der Zielbaumart Eiche wurden mit Rindenschäden, Astverluste, Schaftbrüche, Neigungen und Totalverluste verschiedene Schadensarten ausgewiesen und zudem die Schadintensität erhoben. Die häufigste Schadensart waren Astverluste, die im Teilschritt "Vorliefern" durch Fällvorgänge entstanden. Bei Vorliefern wurden ebenfalls Schäden wie Schaftbrüche und Rindenschäden häufiger gefunden. Bei der mechanisierten Beerntung dagegen traten verstärkt Astverluste und schief gestellte Bäume (Neigungen) auf, die aus den Kranbewegungen resultierten. Betrachtet man bei Mechanisierung nur die Bereiche außerhalb der Gassen, so wurden äußerst geringe Schäden an den Eichen verursacht.
Bei Betrachtung der Schadintensität (Abb. 4) zeigt sich, dass in beiden Teilschritten nur wenig stark geschädigte oder gänzlich ausgefallene Bäume zu finden waren. Betrachtet man diesbezüglich die räumliche Verteilung (Abb. 5) so wird deutlich, dass im Teilschritt Vorliefern starke Schädigungen und Totalausfälle bei den Eichen mehr über die Fläche verteilt waren als bei der mechanisierten Ernte. Diese verursachte dagegen vor allem Schäden auf bzw. im Nahbereich entlang der Rückegassen.
Insgesamt waren die Schäden so gering, dass der freigestellte Hauptbestand durch die Erntemaßnahmen nicht gefährdet wurde. Auch für dichtere Pflanzverbände ist davon auszugehen dass mit dem Ernteverfahren eine ausreichende Bestockung erhalten bleibt.
Die Größe der beernteten Flächen ließ lediglich Aussagen zu den reinen Arbeitzeiten zu. Sie wurden der geernteten Biomasse gegenübergestellt und daraus die Systemkosten ermittelt. Die Ergebnisse zeigen, dass im Teilschritt der mechanisierten Beerntung kostendeckend gearbeitet werden konnte. Kombiniert man die Teilschritte "Mechanisiert" und "Vorliefern" gedanklich und geht von einem Vorliefern auf 50 % der Fläche aus (z. B. bei 40 m Gassenabstand), so liegen die Gesamtkosten für die Produktion von Waldhackschnitzeln ebenfalls noch unter den nach c.a.r.m.e.n 2010 erzielbaren Preisen. Interessant kann je nach Dimension der geernteten Bäume die Aushaltung eines stofflich nutzbaren Sortiments sein. Da Sammelaggregate auch mit Entastungsfunktion angeboten werden, wäre dies beim getesteten Arbeitsverfahren ohne größeren Mehraufwand möglich. Entscheidend für die Nutzung als Industrieholz sind letztendlich die Durchmesserverteilung des Vorwaldbestandes und die regionalen Preisunterschiede zwischen Energie- und Industrieholz