Suche

    
Suche nur in dieser Rubrik

Erweiterte Suche

Kontakt

Ulrich Wasem

Forschungsanstalt WSL

Eidg. Forschungsanstalt WSL
Störungsökologie
Zürcherstrasse 111
CH - 8903 Birmensdorf

Tel: +41 44 739 25 50
Fax: +41 44 739 22 15

Die waldwissen.net-App!

App Waldwissen

Waldwissen Newsletter

Unser Waldwissen-Newsletter informiert Sie vier, fünf Mal jährlich über spezielle Beiträge und Waldwissen-Aktivitäten.

Ihr E-Mail*

Artikel

Autor(en): Ulrich Wasem
Redaktion: WSL, Schweiz
Kommentare: Artikel hat 0 Kommentare
Bewertung: Zu Favoriten Druckansicht 65.065.065.065.065.0 (58)

Auswirkungen von Schnee und Lawinen auf junge Bäume

Verbauungen
Viel Schnee
Abb. 1 - Die Stützverbauungen in der Aufforstungsfläche erfüllen ihre Wirkung im Winter.
Fotos: Ulrich Wasem (WSL)
 
 
 

Schneedruck, Lawinen, Schneegleiten oder Schneekriechen: Der Winter belastet junge Bäume an der oberen Waldgrenze stark. Erfahrungen aus der Aufforstung Stillberg bei Davos.

Der auf der Versuchsfläche Stillberg entwickelte temporäre Stützverbau mit Rundholz-Schneerechen hat mittlerweile allgemeine Verbreitung gefunden. Ein aufgelöster Verbau (Abb. 1) eignet sich, um einzelne Baumgruppen gegen Schneebewegungen zu schützen.

Solange die Bäume klein sind und durch die Schneelast flach auf den Boden gepresst werden, stellen Lawinen kein grosses Problem dar. Die Bäume richten sich nach der Ausaperung wieder auf. Schneebewegungen (Abb. 2) können die Bäume erst ernsthaft verletzen, wenn die Stämme dicker und damit weniger flexibel geworden sind. Diese werden dann angebrochen oder in der Längsrichtung gespalten (Abb. 3).

Solche Verletzungen sind für die Bäume meist nicht unmittelbar tödlich. Sie können wieder vollständig ausheilen, sofern nicht kurz danach die nächste Lawine niedergeht.  Bei häufigen Lawinenniedergängen verheilen die Verletzungen nur unvollständig, was die Stabilität der Bäume beeinträchtigt.

Schneekrichen und Schneegleiten

Die Wuchsform der Bäume wird vor allem durch die langsamen Schneebewegungen beeinflusst. Schon die normale Setzung der Schneedecke nach Schneefällen bewirkt an Steilhängen eine talwärts gerichtete Bewegung (Schneekriechen), welche die Stämme zu Boden drückt.

Oft können sich grössere Bäume (3 bis 5 Meter Höhe) während der Vegetationsperiode nicht mehr ganz aufrichten und bleiben somit talwärts geneigt. Vor allem an südlich exponierten, steilen Hängen rutscht die ganze Schneedecke langsam talwärts (Schneegleiten). Dies führt bei Bäumen schon früh zu säbelförmigem Wuchs. 20 Jahre nach der Pflanzung hatten am Stillberg 70 Prozent der Bäume talwärts geneigte Stämme oder Säbelwuchs.

In der erwähnten Aufforstung bei Davos wiesen 20 Jahre nach der Pflanzung zwei Prozent der Bäume Stammbrüche oder -spaltungen auf. Diese Verletzungen sind vor allem an den Sonnenseiten der Hangrippen zu beobachten, also auf den Standorten mit guten Wachstumsbedingungen. Einige wenige Bäume wurden durch Lawinen vollständig abgebrochen. Mit zunehmendem Stammdurchmesser werden diese Schäden allerdings zunehmen.

Liegende Bäume Geknickter Stamm  
Abb. 2 - Schneegleiten und Schneekriechen drücken die kleinen Bäumchen um. Dies führt oft zu Säbelwuchs. Abb. 3 - Wenn das Stämmchen bricht, sterben die betroffenen Bäume nicht selten ab.  
     
 Fotos: Ulrich Wasem (WSL)    

Mehr auf waldwissen.net