Bayerische Landesanstalt
für Wald und Forstwirtschaft
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| Autor(en): | Redaktion waldwissen.net – LWF |
| Redaktion: | LWF, Deutschland |
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Abb. 1:Im Zuge des Waldumbaus sollen instabile Fichten-Reinbestände zu klimatoleranteren Mischbeständen umgewandelt werden (Foto: T. Bosch). |
Gerade im Bereich der Forstwirtschaft ist der Klimawandel ein großes Thema. Die deutschsprachigen forstlichen Forschungs- und Versuchsanstalten haben ein gemeinsames Papier – die "20 Freisinger Punkte" – mit einer abgestimmten Haltung zu Klimawandel und Handlungsbedarf formuliert. Aber es werden auch Stimmen laut, die dem Klimawandel eher skeptisch gegenüber stehen oder ihn gar leugnen.
Klimaskeptiker bezweifeln nach einer Eigenauskunft, dass
Tatsächlich wird diese Skepsis nur von wenigen Menschen, noch weniger Wissenschaftlern und nur einer verschwindend geringen Minderheit an Fachleuten aus Meteorologie, Geografie und artverwandten Disziplinen geteilt. Nichts desto trotz kann man verschiedene Typen von Klimawandelskeptikern unterscheiden:
Viele der Argumente, die von Fundamental- und Ursachenskeptikern seit längerem vorgebracht werden, wurden von verschiedenen Seiten umfassend aufgegriffen und widerlegt. Die Aufgabe der forstlichen Forschung ist es nun, die Auswirkungen des Klimawandels auf die Wälder und die Forstwirtschaft zu erfassen, zu bewerten und Anpassungsmaßnahmen nach dem Stand von Wissenschaft und Technik zu entwickeln.
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Abb. 2: Vergilbte Nadeln wie bei dieser Fichte waren Anfang der 80er Anzeichen für das Waldsterben (Foto: Archiv LWF). |
Oft wird beim Klimawandel auch die naheliegende Parallele zum Waldsterben der 1980er-Jahre gezogen. Allerdings gibt es zwischen diesen beiden Umweltproblemen gewaltige Unterschiede:
Den Diskussionen von damals und heute wird Hysterie und Übertreibung vorgeworfen. Allerdings wird bei den scheinbar nicht eingetroffenen Prognosen zum Waldsterben meist übersehen, dass die Mahnungen der Wissenschaftler zu einer drastischen Reduktion der Luftverschmutzung durch Schwefeldioxid geführt und die Wälder so vor weiteren Schäden bewahrt haben. In den Schwerpunktregionen des Schwefeldioxideintrages sind Wälder dennoch schwer geschädigt worden oder abgestorben.
Scheinbar falsche Prophezeiungen und vielleicht auch die eine oder andere Übertreibung beim Waldsterben haben zur Folge, dass man nun dem Klimawandel und den vorgeschlagenen Anpassungsmaßnahmen der Forstwirtschaft mit deutlich mehr Skepsis begegnet als es dem Ernst der Lage angemessen wäre. Wie bei allen langsam anwachsenden Problemen werden hier schnelle Lösungen vordergründig nicht verlangt. Skeptiker liefern wohlfeile Argumente für das bequeme Aussitzen des Problems. Gerade in der Forstwirtschaft mit ihren langen Produktionszyklen kann das fatale Folgen haben: Zukunftsfragen erweisen sich in dieser Branche als Gegenwartsproblem.
"Es kommt nicht
darauf an, die Zukunft vorauszusagen, sondern darauf, auf die Zukunft
vorbereitet zu sein." wusste schon der große athenische Staatsmann Perikles. Unsicherheit und Risiko
gehören zu den Grundkonditionen der Forstwirtschaft, dürfen uns aber nicht vom
Handeln abhalten. Die forstliche Ressortforschung wird durch objektive
Untersuchungen und neutrale Aufklärung dazu beitragen, durch den Klimawandel
neue Risiken in der Forstwirtschaft aufzudecken und Schäden am Waldeigentum zu
vermeiden. Ganz im Sinne der "20 Freisinger Punkte".