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Simon Egli

Forschungsanstalt WSL

Eidg. Forschungsanstalt WSL
Mykorrhiza
Zürcherstrasse 111
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Artikel

Autor(en): Simon Egli, Ivano Brunner
Redaktion: WSL, Schweiz
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Mykorrhiza – eine faszinierende Lebensgemeinschaft im Wald

Lebensgemeinschaft von Pilz und Baum
Abb. 1: Pilze und Bäume bilden eine faszinierende Lebensgemeinschaft.
 
Feinwurzeln einer Fichte mit dichtem Pilzmantel
Abb. 2: Der Pilz bildet einen dichten Mantel um die äussersten Feinwurzeln des Baumes.
Fotos: Simon Egli (WSL)
 
Skizze: Lebensgemeinschaft Baum-Pilz
Abb. 3: Pilz und Baum profitieren voneinander durch Austausch von Nährstoffen.
Quelle: WSL

Pilze im Wald kennt jeder, aber weshalb Pilze vorwiegend im Wald wachsen und welche Funktionen sie dort erfüllen, ist den wenigsten bekannt. Ein Merkblatt der Forschungsanstalt WSL gibt Einblick in die faszinierende Lebensgemeinschaft der Mykorrhiza.

Der Begriff "Mykorrhiza" (aus dem Griechischen mukês für Pilz und rhiza für Wurzel) bedeutet nichts anderes als "Pilz-Wurzel", oder etwas feiner übersetzt "verpilzte Wurzel". Eine Mykorrhiza ist eine Wurzel, die von einem Mykorrhizapilz besiedelt ist. Der Pilz hüllt die äussersten, feinsten Wurzeln mit einem dichten Fadengeflecht (sog. Mycel) ein und bildet einen Pilzmantel (Abb. 2.).

Etwa ein Drittel der in unseren Wäldern wachsenden Grosspilze sind Mykorrhizapilze. Unter diesen rund 2000 Arten befindet sich eine ganze Reihe von wertvollen Speisepilzen, aber auch viele Giftpilze. Viele Mykorrhizapilze sind wirtsspezifisch, das heisst, sie sind an ganz bestimmte Baumarten gebunden (z.B. Lärchenröhrling, Eichenreizker). Andere wachsen ausschliesslich in Laubwäldern oder Nadelwäldern. Im Wurzelwerk eines Baumes leben in der Regel mehrere verschiedene Mykorrhizapilze nebeneinander. In Mitteleuropa sind die Wurzeln der Bäume durchwegs mit Mykorrhizen besetzt.

Funktion der Mykorrhiza

  1. Austausch von Nährstoffen
    Die Mykorrhiza ist ein Organ, in dem Stoffe zwischen Baum und Mykorrhizapilz ausgetauscht werden. Während der Baum das Photosyntheseprodukt Zucker an den Pilz abgibt, erhält er von diesem im Gegenzug verschieden Nährstoffe wie Stickstoff und Phosphor, die der Pilz mit den feinen Pilzfäden aus den kleinsten Bodenporen aufgenommen hat (Abb. 3).
  2. Schutz vor Schadstoffen
    Mykorrhizen können die Bäume auch vor giftigen Effekten von Schadstoffen schützen. Die Pilze halten Schwermetalle zurück, die sonst vom Baum aufgenommen würden. Diese Eigenschaft kommt einer eigentlichen Filterfunktion gleich. Der Nachteil ist aber, dass diese Schwermetalle in den Pilzfruchtkörpern angereichert werden. Dies kann zu gesundheitsgefährdenden Konzentrationen in Speisepilzen führen.
  3. Weitere Funktionen
    Mykorrhizierte Pflanzen weisen eine erhöhte Toleranz gegenüber verschiedenen Stressfaktoren auf. Die Bäume sind somit weniger anfällig gegenüber Frost und erhalten zudem eine erhöhte Abwehrkraft gegen krankheitserregende Bodenorganismen. Darüber hinaus bewirken die Mykorrhizapilze eine Förderung des Pflanzenwachstums.

Konkrete forstliche Massnahmen zur Förderung von Mykorrhizapilzen

  • Die Durchforstung dichter dunkler Altbestände kann die Fruchtkörperproduktion von Mykorrhizapilzen fördern.
  • Je mehr verschiedene Baumarten in einem Wald wachsen, desto grösser ist die Artenvielfalt an Mykorrhizapilzen.
  • Nach Sturmschäden sind die verbleibenden Jungpflanzen Refugium für Mykorrhizapilze, die ihren Baumpartner verloren haben. Sie helfen mit, die Pilze in die neue Baumgeneration hinüberzuretten.
  • Schlagabraum nicht verbrennen. Einzelne Totholzstämme liegen bzw. stehen lassen.

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