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| Autor(en): | Gabriela Lobinger, Ulrich Skatulla, Markus Blaschke | |
| Originalartikel: | Lobinger, G.; Skatulla, U.; Blaschke, M. (2005): Borkenkäfer, Schwammspinner und Hallimasch prägten das Waldschutzjahr 2004. LWFaktuell Nr. 49, Seite 3-5. | |
| Online-Version: | Stand: 19.04.2005 | |
| Redaktion: | LWF, D | |
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Borkenkäfer, Schwammspinner und Hallimasch 2004
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| Abb. 1: In Folge der Trockenheit 2003 befinden sich unter den Schleimflussflecken an Birkenstämmen ausgedehnte Nekrosen. (Foto: M. Blaschke) |
Der Schwammspinner wurde in Franken 2004 auf 3000 ha bekämpft. Beim Borkenkäfer prägte die Einführung des Borkenkäfermonitorings die Arbeit im Waldschutz. Damit werden Waldbesitzer und Forstämter regelmäßig und zeitnah über die Aktivitäten der Borkenkäfer an Fichte informiert. Auch im Jahr 2005 soll diese Vorsorgemaßnahme wieder durchgeführt werden. Daneben sorgte aber auch der Hallimasch an käferfreien Bäumen für erhebliche Schäden in weiten Landesteilen.
Abiotische Ereignisse
Noch immer wirken die Folgen der Trockenheit des Jahres 2003 nach. Insbesondere bei Fichte, Buche und Birke (Abb. 1), vereinzelt auch bei der Kiefer wurden im Frühjahr noch zahlreiche abgestorbene Bäume gemeldet. Von Kulturflächen bis hin zu mittelalten Beständen verursachte ein Spätfrostereignis in der Nacht auf den 24. Mai Triebschäden. Stark betroffen waren Buchen, Eschen, Eichen und Tannen, seltener auch Fichten. Dieses Ereignis war so weit verbreitet und massiv. An 20 der 22 bayerischen Waldklimastationen wurden etwa gleichzeitig Temperaturen gemessen, die letale Schäden an Bäumen befürchten ließen.
Fichte
Die Borkenkäfer an Fichte - Buchdrucker (Ips typographus) und Kupferstecher (Pityogenes chalcographus) hatten witterungsbedingt eine sehr verzettelte Schwärmaktivität. Ausgeprägte Schwärmwellen zeichneten sich kaum ab. Vor allem in den Monaten Juli und August war ein starker Flug und Stehendbefall durch Buchdrucker und Kupferstecher zu verzeichnen (s. Abb. 2 und Abb. 3).
Auf Grund teilweise sehr niedriger Temperaturen und niederschlagsreicher Perioden wurden nur zwei Jungkäfergenerationen angelegt (im Gegensatz zu drei Generationen im Jahr 2003). Dennoch verursachten Buchdrucker und Kupferstecher landesweit erhebliche Schäden. Die Schwerpunkte lagen für beide Käferarten in Südbayern im Bereich der Münchener Schotterebene sowie im Alpenraum. Stark betroffen waren auch Schwaben, Niederbayern, Oberpfälzer Wald, Frankenwald und Fichtelgebirge sowie das westliche Mittelfranken. Hinzu kam eine auffällige Massenvermehrung des Kupferstechers in den höheren Lagen der Alpen, des Bayerischen Waldes und des Fichtelgebirges.
Für dieses Jahr 2005 wird eine günstigere Ausgangssituation erwartet. Gründe hierfür sind die konsequente Überwachung und Bekämpfung der Fichtenborkenkäfer im abgelaufenen Jahr sowie im Winter 2004/2005.
Fraßschäden durch die Fichtengespinstblattwespe (Cephalcia abietis) wurden 2004 nicht beobachtet. Die absolute Dichte wie auch die zu erwartenden Schlüpfzahlen der Pronymphen lagen weit unter dem kritischen Wert. Auch bei der Kleinen Fichtenblattwespe (Pristiphora abietina) waren kaum aktuelle Fraßschäden zu verzeichnen, nachdem der Austrieb der Fichten nicht mit der Schlüpfzeit zusammenfiel. Bei günstigen Bedingungen werden im kommenden Frühjahr wegen des Schlüpfens der Überlieger vor allem in den chronischen Befallsgebieten wieder Schäden erwartet.
Wie bereits nach verschiedenen Trockenjahren (z. B. 1911 und 1947) im letzten Jahrhundert beobachtet, verursachte der Hallimasch insbesondere bei der Fichte massive Schäden. Betroffen waren dabei nicht nur trockene Standorte, sondern teilweise auch die besser wasserversorgten Bereiche mit Schwerpunkt im Jura und Keuper. Im Bayerischen Wald erfasste das Sirococcus-Triebsterben weitere Schadflächen. Die Situation stellt sich in einigen Bestände als kritisch dar, zumal die Fichte wegen der Trockenheit und eines offensichtlich darauf zurückführenden Befalls durch Fichtennadelrötepilze auch von innen mehrere Nadeljahrgänge verloren hat.
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| Abb. 2: Schwärmverlauf 2004 für den Kupferstecher (Wochenanflüge repräsentativ für Südbayern). |
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| Abb. 3: Schwärmverlauf 2004 für den Buchdrucker (Wochenanflüge repräsentativ für Südbayern). |
Kiefer
Die Kieferneule (Panolis flammea), der Kiefernspanner (Bupalus piniarius) sowie die Kiefernbuschhornblattwespe (Diprion pini) sind weiterhin in der Latenz. Beim Kiefernspanner ist örtlich ein leicht erhöhter Anstieg der Puppendichte im Vergleich zu den Vorjahren zu verzeichnen.
Die Nonne (Lymantria monacha) trat nur in geringer Dichte auf. Trotz optimaler Witterungsbedingungen während der Fraßzeit der Raupen sowie der Schwärmzeit der Falter waren die Anflüge an Pheromonfallen in der Regel niedrig. Nur in einigen Bereichen Oberfrankens lassen die Anflugzahlen auf einen leichten Anstieg der Populationsdichte hindeuten.
Zum Befall von Kiefern mit dem Quarantäneschädling Lecanosticta acicola, dem Erreger der Lecanosticta-Nadelbräune, wurde das Monitoring fortgesetzt. Die Trockenheit im Jahr 2003 ließ den Befall von Latschen in den oberbayerischen Moorflächen stark zurückgehen. Allerdings wurde eine neue Befallsfläche entdeckt.
Unverändert schlecht ist der Zustand vieler Schwarzkiefernbestände in Unterfranken. Deren Triebe zeigen einen massiven Befall durch das Diplodia-Triebsterben. Auch wurden weitere Kiefernbestände gemeldet, die nach einem Hagel im Sommer 2003 von dem Pilz befallen wurden und mit hohen Ausfällen aufwarten.
Andere Nadelbäume
2004 wurden zunehmende Populationsdichten bei vielen Laub- und Nadelholzborkenkäfern beobachtet. An der Lärche verursachte der Lärchenborkenkäfer Stehendbefall, mit Schwerpunkten in Unter- und Mittelfranken sowie in Ostbayern (Ips cembrae). Bei den Lärchen aller Altersstufen erfolgte auch Erstbefall oder gleichzeitiger Befall der Lärchenkrone durch den Kupferstecher.
Einzelne Tannen fielen auf Grund von Stehendbefall durch den Krummzähnigen Tannenborkenkäfer (Pityokteines curvidens) aus. Befallen wurden Tannen verschiedener Altersgruppen. Häufig war der Kronenbereich gleichzeitig vom Kleinen Tannenborkenkäfer (Cryphalus piceae) besiedelt. Die Douglasienschütte verschlechterte die Situation auf den bekannten Flächen deutlich. In den vergangenen Jahren waren die meisten Flächen als "deutlich erkennbar" geschädigt eingestuft. Inzwischen gilt ein Drittel der Bestände als "bestandsbedrohend" befallen.
Eiche
Im Frühjahr 2004 wurde der Schwammspinner (Lymantria dispar) auf ca. 3.000 ha mit Dimilin bekämpft. Außerhalb der Bekämpfungsflächen weitete sich die Schwammspinnerkalamität weiter aus. Dies führte stellenweise zu merklichen Fraßschäden. Hinzu kam noch eine insgesamt 500 ha große vom Eichenprozessionsspinner (Thaumetopoea processionea) befallene Fläche. Der Prozessionsspinner trat insbesondere auch an Eichen des öffentlichen Grüns sehr stark in Erscheinung.
Betroffen ist die gesamte Fränkische Platte, so dass auch im Frühjahr 2005 Gegenmaßnahmen auf größerer Fläche nötig werden. Während Eichenwickler (Tortrix viridana) zur Zeit nur in geringer Dichte auftreten, befinden sich die Frostspannerarten (Erannis defoliaria, Operophthera brumata) in einer Kalamitätsphase. Schwerpunkte sind verschiedene Regionen der Fränkischen Platte. Hier entstanden im Frühjahr 2004 merkliche Fraßschäden, die sich in diesem Jahr fortsetzen werden. Bekämpfungsmaßnahmen werden vor allem bei gemeinsamem Auftreten mit dem Schwammspinner erforderlich sein.
Auch Laubholzeulen (Orthosia spec.) verursachten in Mittel- und Unterfranken an Eiche auf größerer Fläche Fraßschäden, die in ihrem Erscheinungsbild denen des Eichenwicklers sehr gleichen. Diese Schädlingsgruppe dürfte auch 2005 erneut auftreten.
Der Eichenprachtkäfer (Agrilus spec.) wird im Jahr 2005, begünstigt von den Fraßschäden der Laubholzschädlinge, deutlich zunehmen.
Der Befall mit Eichenmehltau nahm erstmals seit rund zehn Jahren wieder zu. An jungen Eichen wurde wiederholt ein Befall mit Hallimasch beobachtet. Diese Bäume stammten aus einer Wiederaufforstung nach Sturmwurf.
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| Abb. 4: Befall durch die Buchenblattbaumlaus (Phyllaphis fagi) (Foto: M. Blaschke). |
Buche
Infolge des Trockenjahres 2003 trat die Buchenblattbaumlaus (Phyllaphis fagi) landesweit in Massen auf (Abb. 4). Flächig verbreitet waren Braunfärbungen und Einrollen des Laubes. In Kulturen waren vereinzelt Absterbeerscheinungen festzustellen.
Darüber hinaus wurden in den Befallsgebieten vermehrt holz- und rindenbrütende Sekundärschädlinge beobachtet. In der Folge wurde ein verstärkter Befall durch Buchenprachtkäfer (Agrilus spec.), den Kleinen Buchenborkenkäfer (Taphrorychus bicolor) und den Buchennutzholzborkenkäfer (Trypodendron domesticum) registriert. Regional waren bereits Ausfälle auf Grund dieses Schadkomplexes zu verzeichnen.
Teilweise wurden in Buchenbeständen alle Elemente der klassischen Buchenschleimflusserkrankung beobachtet. Von zahlreichen Buchen wurden auch Phytophthoraarten isoliert. Hierin zeigt sich, dass im Gesamtzusammenhang dieser Krankheit oben genannte Arten eine entscheidende Rolle spielen (JUNG 2005).
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| Abb. 5: Im Käfig geschlüpfter Asiatischer Laubholz-Bockkäfer aus eingeschlagenem und entsorgtem Material (Foto: M. Blaschke) |
Sonstige Laubbäume
Erstmals in diesem Jahr wurde in Bayern der Asiatische Laubholz-Bockkäfer (ALB) nachgewiesen (siehe LWFaktuell Nr. 45/2004). Die Art kam offensichtlich als Larven in Paletten von Granitsteinimporten aus Asien nach Bayern. Die Käfer hatten sich inzwischen rund um die Erstfundstelle in weitere Laubbäume eingebohrt. Alle erkannten Bäume wurden gefällt. Waldflächen blieben bislang verschont.
Die Experten der LWF standen hier ständig im kollegialen Austausch mit den zuständigen Fachleuten der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL). Forstamt und Forstdirektion wurden von der LWF über die Befallsentwicklung laufend unterrichtet.
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| 13.09.2008 | Verfasser hoitz |
| Hallimasch | |
| Der Hallimasch ist in den USA das größte Lebewesen der Welt 3 mal 3 km und bis zu eiem Meter tief . | |
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| 14.09.2008 | Verfasser muck |
| in der Schweiz auch | |
| Hallo hoitz, die Macher von waldwissen haben zu Ihrem Hallimasch in den USA ein Dokument zu einem Pendant in der Schweiz: http://www.waldwissen.net/themen/waldoekologie/pilze_flechten/wsl_riesenpilz_DE Dort wird der von Ihnen erwähnte Pilz offenbar auch schon erwähnt. Gruß, Muck |
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