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Dokumentinformationen
Autor(en): Martin Obrist
Originalartikel: Obrist, M. (2006): Fledermäuse: Kleine Flieger mit grossen Tönen. (http://www.wsl.ch/news/). 17.07.2006
Online-Version: Stand: 21.04.2008
Redaktion: WSL, CH
Verfügbare Sprachen: Druckansicht  deutsch english
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Fledermäuse: Kleine Flieger mit grossen Tönen

Bechsteinfledermaus
Wie die Bechsteinfledermaus gibt jede Fledermausart artspezifische Laute von sich. Eine von der WSL entwickelte Technik macht es möglich, die Arten zu unterscheiden.
Foto: M. Obrist (WSL)

Alle Fledermausarten sind in der Schweiz gefährdet und stehen auf der Roten Liste. Um ihre Lebensräume zu erhalten, ist es wichtig, ihre Jagdgewohnheiten besser zu kennen. Forschende der WSL haben ein Verfahren entwickelt, das vorbei fliegende Fledermausarten erkennt. So lassen sich spezifische Schutzmassnahmen für einzelne Arten erarbeiten.

Im Sommer ziehen Fledermäuse ihre Jungtiere auf. Um Energie für sich und die Säugung ihrer Jungen zu gewinnen, jagen sie nach Insekten. Doch wo jagen sie am liebsten? Welche Landschaft passt ihnen am besten? Welche Unterschiede bestehen zwischen den Arten?

Mit Hilfe der Echoortung finden Fledermäuse ihre Beute. Diese mit den Stimmbändern gebildeten Ortungslaute sind meist artspezifisch. Diese Tatsache haben sich Martin Obrist und Ruedi Boesch von der WSL zu Nutze gemacht. Es ist ihnen gelungen, ein computergestütztes, automatisches Verfahren zu entwickeln, mit dem sich die Art der Tiere anhand der Sonarsignale bestimmen lassen. Sie setzen dafür ein Spezialmikrophon ein, das die Laute aufnimmt, wenn die Fledermäuse vorbeifliegen.

Dank dieses Werkzeugs lassen sich nun vielfältige Fragen beantworten. Erste Resultate kann das Team bereits aufweisen. Zum Beispiel jagen in ausgelichteten Kastanienselven deutlich mehr Arten mit sehr viel höherer Aktivität, als an zugewachsenen, ungepflegten Standorten. Dies, obschon kein Unterschied im Futterangebot besteht. Offenbar behindert die dichtere Vegetation den schnell fliegenden Tieren den Zugang zur Nahrung.

Im Rahmen eines Pilotprojektes untersuchen die Wissenschafter, inwiefern sich die automatische Methode zur Anwendung in breitem Masse eignet. Damit liessen sich in der ganzen Schweiz vergleichbare Aussagen über die Verbreitung der Fledermäuse gewinnen. Dies ist wichtig, um die 30 hierzulande nachgewiesenen Fledermausarten, die alle auf der Roten Liste der gefährdeten Tierarten stehen, am besten zu schützen. Die neue akustische Methode der WSL verspricht eine wissenschaftlich fundierte Lösung, um die Roten Listen periodisch zu aktualisieren.

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Fledermaus im Haus - was tun?

Im Sommer beginnen die Jungtiere ihre ersten Flugversuche. Verirrt sich ein Jungtier in Ihr Schlafzimmer, findet es leicht selbst wieder hinaus, wenn Sie das Schlafzimmerfenster weit öffnen.

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