| Dokumentinformationen | ||
| Autor(en): | Dagmar Nierhaus-Wunderwald | |
| Originalartikel: | Nierhaus-Wunderwald, D. (1994): Die Hallimasch-Arten. Biologie und vorbeugende Massnahmen. - Merkbl. Prax. 21: 8 S. ISSN 1424-2876 | |
| Online-Version: | Stand: 10.05.2007 | |
| Redaktion: | WSL, CH | |
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Die Hallimasch-Arten - Biologie und vorbeugende Massnahmen
Ein Merkblatt für die Praxis
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| Dunkler Hallimasch (Armillaria ostoyae) |
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| Honiggelber Hallimasch (Armillaria mellea) |
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Weisses Fächermyzel unter abgestorbener Fichtenrinde. Fotos: O. Holdenrieder (ETH) und Phytophatologie (WSL) |
Dieses achtseitige Merkblatt fasst die wichtigsten Informationen zu den einheimischen Hallimascharten in verständlicher und attraktiver Weise zusammen:
Systematik
Die Gattung "Hallimasch" (Armillaria) zählt zur grossen Klasse der Ständerpilze (Basidiomycetes), welche die meisten Holzbewohner, Speise- und Giftpilze umfasst. Innerhalb dieser Gattung gehört Armillaria zur Ordnung der Blätterpilze (Agaricales).
Vorkommen
Fast alle Baumarten können von Hallimasch-Arten befallen werden. Lokal verursacht der Pilz grosse Verluste in Kulturen und Jungwüchsen von Nadelgehölzen. Junge Laubbäume sind dagegen kaum anfällig. In älteren Beständen sind sowohl Nadel- als auch Laubbäume gefährdet. Hier verursacht der Pilz häufig Kern- und Stockfäule. Die Folgen sind Wurf oder Bruch bei Windeinwirkung sowie erhebliche Holzverluste. Grosse wirtschaftliche Schäden entstehen durch den Hallimasch in Obstgärten, Weinbergen und Parkanlagen.
Merkmale der Fruchtkörper
Früher wurde der Hallimasch als eine Art behandelt, weil die Fruchtkörper der einzelnen Arten zum Teil nur schwer voneinander zu unterscheiden sind. Heute zählt die Systematik 7 europäische Arten. In der Schweiz haben 5 Hallimasch-Arten eine forstliche Bedeutung:
- Honiggelber Hallimasch (Armillaria mellea)
- Gelbschuppiger Hallimasch (Armillaria gallica)
- Keuliger Hallimasch (Armillaria cepistipes)
- Dunkler Hallimasch (Armillaria ostoyae)
- Nördlicher Hallimasch (Armillaria borealis)
Die sichere Bestimmung der meisten Arten ist nur im Labor möglich. Trotzdem erlauben Fruchtkörpermerkmale in vielen Fälle eine Diagnose. Der Honiggelbe Hallimasch ist immer gut erkennbar an seinem büscheligen Wuchs und dem häutigen Ring am Stiel. Der Dunkle Hallimasch zeigt eine rötliche Hutfarbe, auffällige Hutschuppen und einen wattigen Ring. Der Nördliche Hallimasch ist oft ähnlich. Seine Fruchtkörper treten jedoch zu einem früheren Zeitpunkt in Erscheinung. Die Unterscheidung des Gelbschuppigen Hallimaschs vom Keuligen Hallimasch ist sehr schwierig.
Alle Hallimasch-Arten sind roh ungeniessbar. Ausser dem Honiggelben Hallimasch kann man aber alle Arten blanchiert (Wasser wegschütten!) essen.
Rhizomorphen
Als Besonderheit bildet der Hallimasch wurzelähnliche Stränge (Rhizomorphen), die sich in Funktion und Form unterscheiden. Durch die schnurförmigen Bodenrhizomorphen findet häufig die Infektion der Wurzeln statt. Die Rindenrhizomorphen breiten sich in Form einer dünnen Schicht zwischen Rinde und Holz aus. Sie bilden die bekannten weissen Fächermyzelien (siehe Abb.) aus, die das wichtigste Erkennungsmerkmal für eine Hallimasch-Infektion sind. Rindenrhizomorphen töten das Kambium ab und ermöglichen es dem Pilz, tiefer in das Holz einzudringen.
Infektion
Lebenskräftige Bäume sind meistens in der Lage, eine Hallimasch-Infektion abzuwehren. Gestressten Bäumen gelingt dies kaum. Hier wächst ein Myzelstrang von einer Bodenrhizomorphe in die unverletzte Wurzelrinde des lebenden Baumes ein. Der Pilz schädigt den Baum anschliessend als Rindenparasit ("Kabiumkiller") oder als Kernfäulerrreger.
Aus wirtschaftlicher Sicht verursacht der Hallimasch als Wurzel- und Stammfäuleerreger erhebliche Qualitäts- und Stabilitätseinbussen. Er kann zum Absterben stehender Bäume führen. Aus ökologischer Sicht ist der Pilz ein Nützling, der sich am Abbau toter Holzmasse beteiligt und eine wichtige Rolle als Verjüngungsfaktor im natürlichen Waldökosystem spielt.
Download
- WSL-Merkblatt Die Hallimasch-Arten (PDF, 1,7 MB)
- Notice WSL Les espèces d'armillaires (PDF, 1,7 MB)
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