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Dokumentinformationen
Autor(en): Sonja Wipf
Originalartikel: Wipf, S. (2006): Wärmere Winter: Wie reagieren die Pflanzen? http://www.waldwissen.net, 17.01.2006.
Online-Version: Stand: 30.03.2007
Redaktion: WSL, CH
Verfügbare Sprachen: Druckansicht  deutsch english

Wärmere Winter: Wie reagieren die Pflanzen?

Soldanellen
Abb. 1 - Durch die wärmeren Winter schmilzt die Schneedecke früher.
 
Forcierte Schneeschmelze
Abb. 2 - Anhand einer "künstlich forcierten Schneeschmelze" untersucht die Wissenschafterin, wie Pflanzen auf die vorzeitige Ausaperung reagieren.
 
Vegetationsaufnahme
Abb. 3 - Vegetationsaufnahmen liefern Erkenntnisse, wie die Klimaveränderung auf Tundra-Pflanzen wirkt.

Fotos: S. Wipf (SLF)

Unser Klima wird wärmer - und dies vor allem im Winter. Die Wintertemperaturen sind in den letzten Jahrzehnten vielerorts doppelt so stark angestiegen wie diejenigen im Sommer. Die Schneeschmelze in den Bergen findet deshalb immer früher statt. Können die Pflanzen den verlängerten Sommer für Wachstum nutzen? Verändert sich dadurch die Vegetation? Eine Doktorandin untersucht, wie sich veränderte Schneedecken-Eigenschaften auf die Pflanzen auswirken.

Seit 1980 findet die Ausaperung (Abb 1) an der Waldgrenze in Davos um durchschnittlich drei Wochen früher statt. Für gewisse Standorte bedeutet dies, dass sich die Dauer ohne Schneedecke um einen Viertel verlängert hat. Wie die Pflanzen darauf reagieren, ist noch weitgehend unbekannt.

In Ihrer Dissertation simuliert eine Forscherin die Klimaveränderung, indem sie die Schneedecke manipuliert. Einerseits entfernt sie während des Winters Schnee, wodurch die Schneedecke weniger gut isoliert, der Boden auskühlt und gefriert. Andererseits beschleunigt die Doktorandin im Frühling die Schneeschmelze und misst die Änderungen in Lebenszyklus, Wachstum und Reproduktion der Pflanzen (Abb. 2).

Die Wissenschafterin führt Vegetationsaufnahmen durch und misst Phänologie, Wachstum und Reproduktion von markierten Pflanzen. Die Vegetations-Aufnahmen (Abb. 3) finden einerseits in alpinen Zwergstrauchheiden an der Waldgrenze bei Davos statt, andererseits in der subarktischen Tundra in Alaska. Die Artenzusammensetzung beider Standorte ist sehr ähnlich, aber die winterlichen Temperaturen und Schneedecken unterscheiden sich stark.

Erste Erkenntnisse

Die Klimaerwärmung führt zu einem früheren Beginn der Vegetationsperiode. Dies kann aber paradoxerweise für alpine Pflanzen zu einem kühleren Frühlingsklima und vermehrtem Frost führen, weil die isolierende Schneeschicht fehlt. Wahrscheinlich war das der Grund, weshalb gewisse Pflanzenarten im Experiment den längeren Sommer nicht nutzen konnten und teilweise sogar schlechter wuchsen.

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