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Dokumentinformationen
Autor(en): Philipp Mayer, Peter Brang, Matthias Dobbertin, Stefan Zimmermann
Originalartikel: Mayer P. et al. (2004): Sturmschäden auf sauren Standorten häufiger. Inf.bl. Forsch.bereich Wald 16: 1-4, Eidg. Forschungsanstalt WSL.
Online-Version: verändert, Stand: 03.09.2004
Redaktion: WSL, CH
Verfügbare Sprachen: Druckansicht  deutsch

Sturmschäden auf sauren Standorten häufiger

Wurzelteller einer Fichte.
 
Wurzelteller einer Buche.
Bei tiefem pH-Wert sind Bäume besonders sturmgefährdet.

Fotos: T. Reich (WSL)

Nach den schweren Stürmen Ende 1999 schien es zunächst, dass sich die Bäume überall den Windkräften beugen mussten, wo Böen orkanartig übers Land fegten. Doch dieser Eindruck täuscht. Eine grossräumige Studie mit Daten aus Frankreich, Süddeutschland und der Schweiz zeigt, dass bei hohem Nadelholzanteil und bei tiefem pH-Wert im Boden mehr Bäume dem Orkan zum Opfer gefallen sind.

Die Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) ging den Ursachen der Schäden im Rahmen des vom Bundesamt für Umwelt (BAFU) finanzierten Lothar-Programms auf den Grund. Ziel der Untersuchung war, später die Risiken auch an anderen Orten besser einschätzen und präventive Massnahmen treffen zu können, um zukünftige Schäden zu vermindern.

Nach "Lothar" und "Martin" schien es zunächst, dass sich die Bäume überall, wo die Böen orkanartig übers Land fegten, den Windkräften beugen mussten. Doch dieser Eindruck täuscht. Eine grossräumige Studie mit Daten aus Frankreich, Süddeutschland und der Schweiz zeigt, dass Bäume bei hohem Nadelholzanteil und bei tiefem pH-Wert im Boden besonders leicht Opfer des Orkans wurden. Solche pH-Werte kommen vor allem auf saurem Gestein (z.B. auf Granit, Gneis, silikatischem Sandstein) vor.

Welche Rolle dabei versauernde Einträge aus der Luft spielen, bleibt vorerst unklar. Die verwendeten Daten erlauben dazu keine gesicherte Aussage. Auf von Natur aus sauren Böden könnten versauernde Einträge aus der Atmosphäre die Stabilität der Bäume vermindert haben. Solche Böden sind in der Schweiz allerdings deutlich weniger häufig als nur leicht saure bis basische Böden.

Die WSL empfiehlt, auf sauren Standorten zurückhaltender in die Waldpflege zu investieren als auf basischeren Standorten. Wo die Standortbedingungen das zulassen, empfiehlt es sich zudem, den Laubholzanteil langfristig zu erhöhen.

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