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Dokumentinformationen
Autor(en): Koni Häne
Originalartikel: Häne, K., 1994: Baum des Jahres 1994: Die Eibe. - Thema International (Internationales Mitteilungsblatt für Motivphilatelie) 23, 90: 51-53.
Online-Version: Stand: 27.08.2007
Redaktion: WSL, CH
Verfügbare Sprachen: Druckansicht  deutsch

Die Eibe (Taxus baccata) - Baum des Jahres 1994

Eibenzweig mit Beeren
Die Eibe ist zweihäusig, das heisst es gibt männliche und weibliche Pflanzen. Im Bild ein Weibchen mit Beeren.
Foto: Toxikologie Uni Zürich, mit freundlicher Genehmigung

Von allen unseren einheimischen Nadelbaumarten ist die Eibe die eigenartigste und unterscheidet sich durch folgende Eigenschaften von Fichten, Tannen, Föhren und Lärchen:

Geschichtliches

Vorgeschichtliche Funde aus verschiedenen Mooren deuten auf die vielseitige Verwendung der Eibe in früheren Zeiten hin. Die alten Ägypter verwendeten sie vor allem für kultische Zwecke. Die Römer hingegen schätzten eher das elastische, aber harte Holz dieser Baumart. Sie und im Mittelalter vor allem die Engländer verwendeten das Holz der Eibe für Pfeilbogen und Armbrust.
Der Name "iwa" bedeutete im Althochdeutschen "Eibe" als Baum wie auch (Pfeil-)Bogen aus Eibenholz. Ortschaften, wie beispielsweise Ibach, Ibenmoos oder Iberg verdanken ihren Namen der Eibe. Die Römer nannten sie Taxus; dies ist wohl eine Ableitung des griechischen "toxon", was ebenfalls "Bogen" bedeutet. Der lateinische Zunahme "baccata" weist auf die beerentragenden Äste dieser Baumart hin.

Eibe auf irischer Briefmarke
Die Eibe auf einer irischen Briefmarke.
Foto: K. Häne (WSL)

Im germanischen Sprachraum galt die Eibe einerseits als "zauberwehrend"; so schützten kreuzweise gelegte Eibenzweige in Wohnräumen angeblich vor Ungeistern und stehlenden Zwergen. Andererseits galt sie bei den Germanen als Symbol der Ewigkeit. Darauf ist wohl der bis heute erhaltene Brauch zurückzuführen, auf Friedhöfen als Zeichen des ewigen Lebens Eiben zu pflanzen.

Trotz alldem: die Eibe ist bei uns selten geworden. Vom Altertum bis ins Mittelalter hat der Mensch einerseits dem wertvollen Holz dieser Baumart nachgestellt. Anderseits wurde diese Baumart wegen der hohen Giftigkeit für Pferde durch Pferdehalter und Fuhrleute systematisch ausgerottet. Der bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts in unsern Wäldern "geduldete" Weidgang durch das Vieh hatte einen starken Verbiss von jungen Bäumen, auch von Eibensprösslingen, zur Folge. Heute sind, wie bereits eingangs erwähnt, junge Eiben durch die hohen Wildbestände stark gefährdet. Zu all dem wurde der schnelle Rückgang durch das langsame Wachstum der Eibe begünstigt.

Waldbauliche Bedeutung

Gemäss Angaben des Schweizerischen Landesforstinventars (1988) sind in unseren Wäldern insgesamt 12 Nadelbaumarten zu finden. Von diesen erfassten 308'089'000 Bäumen mit einem Brusthöhendurchmesser von mehr als 12 cm, sind lediglich 748'000 Eiben. Trotzdem wird dieser nur spärlich vertretenen Baumart eine wichtige waldbauliche Bedeutung zugeordnet. Einige Fachleute weisen darauf hin, dass die Eibe als dienende Baumart, speziell bei Eichenanbau, wertvolle Dienste leisten könnte.

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