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Dokumentinformationen
Autor(en): Bernd Steiner, Verena Eggmann
Originalartikel: Steiner, B.; Eggmann, V., 2002: Baumgenossen – Fünfundzwanzig neue Ansichten von Schweizer Bäumen und Wäldern. AT Verlag, Aarau, 150 S.
Online-Version: Stand: 10.06.2008
Redaktion: WSL, CH
Verfügbare Sprachen: Druckansicht  deutsch

Baumgenossen - 25 neue Ansichten von Schweizer Bäumen und Wäldern

Buchdeckel
Buchdeckel: Ein uralter Baumgenosse.
Foto: V. Eggmann
 
Ahorn von Truns
Der sagenumwobene Ahorn von Truns. Stich von 1850/60.

Wälder und Bäume spielen seit jeher eine grosse Rolle im Leben des Menschen. Sie waren geheimnisvolle Orte, Heimat von Feen und Elfen, Freiheitsbäume, Gerichtsbäume oder unverzichtbare Nahrungsquelle für Mensch und Tier. Bäume sind daher oft Bestandteil von Mythen, Sagen, Liedern und Gedichten. Zahlreiche Bücher wurden schon diesem Thema gewidmet. Ein weiteres davon ist «Baumgenossen». Weil die Menschen oft Bäume personifiziert haben – welcher Schweizer kennt den Satz «Manne wie Tanne, Scheiche wie Eiche» nicht – ist die Bezeichnung Baumgenossen in Anspielung an die Eidgenossen sehr gelungen. Der Autor lädt zu einer fotografisch-literarischen Schweizerreise ein, die zu besonderen Baumgestalten und bemerkenswerten Wäldern führt.

Unter den vorgestellten Bäumen und Wäldern befinden sich «alte Bekannte» wie der grösste Fichten-Urwald Europas, der Bödmerenwald am Pragelpass (SZ), oder die Dürsrüti-Tannen im Emmental (BE), welche wohl zurecht als die mächtigsten Bäume des Landes gelten. Natürlich darf in diesem Buch die sagenumwobene Linde von Linn (AG) nicht fehlen. Auch weniger bekannte, aber nicht minder bemerkenswerte Baumgenossen werden porträtiert. Die sogenannte Murtenlinde in Fribourg (FR) haben die Eidgenossen der Legende nach infolge ihres Sieges über Karl den Kühnen gepflanzt. Leider machte eine Autokollision dem Baumgreis 1986 den Garaus. Eines natürlichen Todes starb hingegen der berühmte Bergahorn von Truns (GR). Nach 700 bis 800 Jahren fällte ein Sturm diesen symbolträchtigen Baum, welchem Hunderte von Liedern und Gedichten gewidmet wurden. Heute steht ein Nachkomme an seinem Platz. Ähnliche Bedeutung wie der Trunser Ahorn erlangte der «Arbre de la Liberté». Dabei handelt es sich um eine Platane, welche 1798 nach dem Einmarsch der Franzosen in Cully (VD) gepflanzt wurde. Seitdem erinnert dieser Baum an die Unabhängigkeit der Waadt von den Bernern.

In diesem ungewöhnlichen, interessanten Buch porträtiert der Autor 32 ausgewählte Baumgenossen mit Hilfe von Anekdoten, Mythen und Sagen im Kontext ihrer Geschichte und flicht dabei gekonnt aktuelle gesellschaftliche Themen und regionale Besonderheiten mit ein. Anhand von Gedankensprüngen und Sprachspielereien versteht er es, Historisches, Aktuelles, Komplexes und Banales als zusammenhängende Einheit zu vermitteln. Mit viel Wortwitz gelingt es ihm immer wieder, den Leser zum Schmunzeln zu bringen. Die Sprache wirkt stellenweise allerdings etwas künstlich, einzelne Wortspiele konstruiert. Dennoch ist «Baumgenossen» ein sehr gelungenes Buch, das viel Interessantes zu Tage fördert und Lust macht, einige dieser Baumgestalten selber einmal aufzusuchen.

Das Internationale Baumarchiv (IBA)

"Baumgenossen" ist das vierte Werk aus der Stiftung "Internationales Baum Archiv". Das IBA wurde von der Berufsfotografin Verena Eggmann und dem Journalisten und Schriftsteller Bernd Steiner 1989 gegründet und erforscht die Kulturgeschichte von Baum und Wald. Es verfügt über ein eigenes Museum, das sich in Winterthur befindet. Viele der stimmungsvollen Bilder dieses Buches stammen aus dem Nachlass der Fotografin. Das IBA wird durch einen Förderverein getragen, in dem auch die Eidgenössische Forschungsanstalt WSL Mitglied ist.

Links
Das Internationale Baumarchiv
Webseite "Internationales Baumarchiv"
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Foto: V. Eggmann
350-jährige Zypresse im Tessin 350-jährige Zypresse im Tessin.
Foto: B. Steiner

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