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Dokumentinformationen
Autor(en): Peter Brang
Originalartikel: Brang, P. (2005): Räumliche Verteilung der Naturverjüngung auf grossen Lothar-Sturmflächen. - Schweiz. Z. Forstwes. 156, 12: 467-476.
Online-Version: verändert, Stand: 12.01.2007
Redaktion: WSL, CH
Verfügbare Sprachen: Druckansicht  deutsch français

Heterogene Naturverjüngung auf Lothar-Sturmflächen

Adlerfarn-Wald auf der Fläche Habsburg
Abb. 1 - Sturmfläche Habsburg: Dichtes, mannshohes Adlerfarn-Dickicht spriesst, die Verjüngung fehlt. In der Mitte eine Person auf der Suche nach jungen Bäumchen.
 
über ein halbes Dutzend junge Fichten
Abb. 2 - Unweit davon wachsen über ein halbes Dutzend junger Fichten dicht gedrängt an einer für die Verjüngung günstigen Stelle.

Fotos: T. Reich (WSL)

Auf vielen Lothar-Sturmflächen wächst reichlich Naturverjüngung. Aber nicht überall. Eine Studie zeigt, dass die jungen Bäumchen dort, wo es nur wenig Verjüngung hat, oft geklumpt vorkommen und dass sie verjüngungsfreie Stellen nur zögerlich besiedeln.

Bei spärlicher Naturverjüngung auf Sturmflächen (Abb. 1) stellen sich viele Fragen:

Antworten gibt ein Feldexperiment, mit dem die Eidgenössische Forschungsanstalt WSL testet, wie sich Eichen-Trupppflanzungen auf neun grossen Lothar-Sturmflächen im schweizerischen Mittelland entwickeln. Dabei haben die Forschenden in den Jahren 2001 und 2004 auch alle natürlich verjüngten Bäume und Sträucher ab 20 cm Höhe erfasst, und zwar pro Sturmfläche 141 bis 144 Probeflächen von 10 m2 Grösse.

Naturverjüngung geklumpt

Die Verjüngungsdichte der Bäumchen pro Versuchsfläche lag 2001 zwischen 118±35/ha (Mittelwert± Standardfehler des Mittelwertes) und 5285±652/ha, 2004 zwischen 617±121/ha und 6806±864/ha. Der so genannte Varianz- Mittelwert-Index (Cox 1971) zeigte mit Werten deutlich über 1 auf allen Sturmflächen eine starke und statistisch signifikante Klumpung an. Von 2001 bis 2004 nahm diese Klumpung mit Ausnahme der Fläche Bülach zu. Ausschlaggebend dafür ist wahrscheinlich die Verteilung der Samenbäume, sei es als Überhälter oder am stehen gebliebenen Bestandesrand.

Weniger Probeflächen ohne Verjüngung

Der Anteil der Probeflächen ohne Naturverjüngung sank zwischen 2001 und 2004 von durchschnittlich 74% auf 42%. Die durchschnittliche Abnahme pro Jahr lag bei 11%, mit Extremwerten von 2,5% (Fläche Habsburg) und 18,0% (Fläche Lausanne). Je dichter die Naturverjüngung auf einer Sturmfläche war, desto geringer war der Anteil 10 m2 grosser Probeflächen, auf denen kein einziges Bäumchen wuchs (Abb. 3). Auf allen neun Sturmflächen kamen bis 2004 auf den Probeflächen, die 2001 noch keine Verjüngung aufwiesen, weniger neue Bäume hinzu als auf Flächen, auf denen es schon damals Naturverjüngung gab (Abb. 4).

Folgerungen für die Wiederbewaldung

Das Naturverjüngungspotenzial auf Sturmflächen in Tieflagen ist grundsätzlich gross. Die zunehmende Klumpung der Verjüngung in den vorliegenden Daten deutet aber darauf hin, dass sich auf grossen Sturmflächen mit Verjüngungsschwierigkeiten kleinere "Fehlstellen" nur langsam füllen. Die Verjüngung stellt sich also nicht bevorzugt dort ein, wo sie noch fehlt, sondern eher an den Stellen, wo bereits Bäume vorhanden sind. Je nach Bewirtschaftungsziel ist dies erwünscht, da es zu stärker strukturierten Beständen führt. Eine unregelmässige Verteilungkann aber auch unerwünscht sein, wenn sie zu Produktionsausfällen führt oder punktuell die Schutzwirkung gegen Naturgefahren vermindert. In solchen Fällen sind Ergänzungspflanzungen angebracht.

Diagramm Verjüngungsdichte
Abb. 3 - Zusammenhang zwischen dem Anteil von verjüngungsfreien, 10 m2
grossen Probeflächen und der Verjüngungsdichte. Orange Rhomben bezeichnen
Werte von 2001, blaue solche von 2004.
 
Diagramm Flächen ohne Zunahme
Abb. 4 - Anteil der Probeflächen ohne Zunahme der Verjüngungsdichte von 2001 bis
2004 auf neun Sturmflächen, getrennt nach Probeflächen mit (rot) und ohne (hellblau)
Verjüngung 2001 .

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