| Dokumentinformationen | ||
| Autor(en): | Andreas Ehring | |
| Originalartikel: | Ehring, A. (2005): Nussanbau zur Holzproduktion. FVA-Merkblatt 52/2005, 2. überarbeitete Auflage. | |
| Online-Version: | Stand: 08.10.2008 | |
| Redaktion: | FVA, D | |
| Verfügbare Sprachen: |
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Nussanbau zur Holzproduktion
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| Abb. 1: 50-jährige Intermedianuss am Kaiserstuhl, BHD 70cm, Höhe 35m. (Foto: Oswald Keller) |
Nussbaumhölzer erfreuen sich einer stetigen Nachfrage bei hohen Erlösen. Die Anbaumöglichkeiten dieser interessanten Baumarten sind in Baden-Württemberg zwar beschränkt, können aber aus standörtlicher und ökonomischer Sicht deutlich ausgebaut werden. Mit diesem Merkblatt soll den Waldbesitzern die Möglichkeit der Wertholzproduktion mit Nussbäumen aufgezeigt werden. Dabei beschränken wir uns auf die folgenden, forstlich interessanten Baumarten: Walnuss (Juglans regia L.)
Die Walnuss ist ursprünglich eine Baumart Vorderasiens und der Mittelmeerländer. Sie ist hier vor allem seit der Römerzeit eine Baumart der Hausgärten und der Obstanlagen. Im Wald ist sie nur selten zu finden.
Schwarznuss (Juglans nigra L.)
Die Heimat der Schwarznuss ist der Osten Nordamerikas. Dort besiedelt sie ein großes Verbreitungsgebiet und ein weites (vor allem klimatisch gesehen) Standortsspektrum. Die ersten forstlichen Versuchsanbauten wurden in Europa in den Rhein- und Donau- Auewäldern um 1900 durchgeführt.
Hybridnuss
Unter diesem Begriff sind verschiedene (natürliche und künstliche) Kreuzungen
innerhalb der Gattung Juglans zusammengefasst. Sie sind forstlich interessant, da einige der
Kreuzungsnachkommenschaften (F1-Generation) bessere Wuchsleistungen zeigen als
ihre Eltern (luxurierendes Wachstum). Vorgestellt werden zwei Nusshybriden, die
für den Anbau in Baden-Württemberg empfohlen werden und von denen Pflanzgut im
Handel verfügbar ist:
- Intermedia-Hybride (Juglans nigra x Juglans regia), verfügbare Handelssorten NG 23, NG 38 und RENI. Durch die Arbeiten von Schwab (1985, unveröffentlichte Referendararbeit), Scheeder (1990) und Mettendorf (1991) in Baden-Württemberg als "Intermedia" bekannt gewordene Hybridnuss. Die Elternarten hybridisieren nur befriedigend miteinander, die Pflanzen sind in geringem Umfang verfügbar.
- Garavel-Hybride (Juglans major x Juglans regia), verfügbare Handelssorte MJ 209. In Frankreich weit verbreitet und dort die meist angebaute Hybridnuss, da die Eltern leicht hybridisieren und die Pflanzen in genügendem Umfang zur Verfügung stehen. In-vitro-Vermehrung ist möglich.
Standortsansprüche
Optimales Wachstum zeigen die Nussbaumarten in Mitteleuropa in Weinbaugebieten und deren Randbereichen. Die durchschnittliche Jahrestemperatur sollte über 8°C liegen.
Die hier vorgestellten Nussbaumarten benötigen für ein gutes Wachstum tiefgründige, mäßig frische bis frische und nährstoffreiche Böden mit pH-Werten zwischen 5 und 8. Freier Kalk ist kein begrenzender Faktor. Verdichtete und wechselfeuchte bzw. wechseltrockene Standorte sind ebenso wenig geeignet wie luftfeuchte Rinnen und Senken.
Die Schwarznuss beansprucht beste Standorte. Sie ist eine Baumart der Auen und Täler, gedeiht aber auch auf tiefgründigen, gut drainierten Lehmböden. Sie toleriert kurzzeitige Überflutung.
Die Walnuss hat ein deutlich weiteres Standortsspektrum als die Schwarznuss. Sie stellt an die Gründigkeit und die Wasserversorgung nicht so hohe Ansprüche wie die Schwarznuss, zeigt dann aber auch entsprechend geringere Wuchsleistungen.
Für die Hybridnussbäume empfehlen wir dasselbe Standortsspektrum wie für die Walnuss.
Wachstum und Morphologie
Die hier vorgestellten Nussbäume sind Lichtbaumarten mit einem starken Jugendwachstum. Einer gewissen Schattentoleranz in der Jugend steht ein hoher Lichtanspruch und "das Bedürfnis einer freien Krone" im Alter gegenüber. Phototropismus (Lichtwendigkeit) führt nicht selten zu ungünstigen (krumm) Schaftformen. Die Nussbäume sind zumindest in der Jugend starke Pfahlwurzler.
Als Baumart zweiter Ordnung erreicht die Walnuss Baumhöhen von 20 bis 30 m. Die Schwarznuss erreicht Höhen von 30 bis 40 m, die Hybridnüsse erreichen auf ähnlichem Standort bei gleichem Alter i.d.R. größere Höhen als die Schwarznuss.
Anbaurisiken Walnuss
Winterfrost
Je nach Herkunft (Sorte) werden Temperaturen bis ca. –20°C, gelegentlich sogar
bis unter –30°C ertragen. Die Folgen von Winterfrostschäden sind Erfrierungen
ganzer Zweige oder des Kambiums im Stamm mit sichtbaren Schäden wie Frostrissen
und Frostplattenbildung oder unsichtbaren Schäden wie Ringschäle und
Wurzelschäden. Im Extremfall kann ein Baum absterben. Zunächst nicht tödliche
Frostschäden beeinträchtigen häufig die Vitalität, in der Folge kann es dann zu
Befall durch Hallimasch (Armillaria mellea s.l.) und zum Absterben des
Baumes kommen.
Spätfrost
Spätfröste stellen im Ertragsobstbau durch die Gefährdung der Blüten schon bei
Temperaturen von –1° bis –2°C die größte Gefahr für die Walnuss dar. Daher
werden dort spättreibende Herkünfte (Sorten) bevorzugt. Für den Anbau zur
Holzproduktion sind Spätfröste jedoch nur dort gefährlich, wo sie häufig, d. h.
wiederholt auftreten. Die Walnuss regeneriert nach einmaligem Frostschaden gut
und der Verlust der Blüte kann sogar zu verstärktem vegetativem Wachstum
führen.
Frühfrost
Frühfröste schädigen im Herbst das noch grüne Laub sowie Triebe und Kambium
nicht ausreichend verholzter Bäume. Wegen der bei uns für den Nussbaum eher zu
kurzen Vegetationszeit werden hiervon bevorzugt spätaustreibende Individuen
oder solche mit insgesamt langer Vegetationszeit betroffen.
Pilz- und Bakterienbefall
Der Hallimasch (Armillaria mellea s.l.) ist auch bei der Walnuss
ein Schwächeparasit. Er schädigt die anfällige Nussbaumwurzel nach Frost- und
Trockenheitsschäden, aber auch nach mechanischen Verletzungen bei der
Pflanzung. Bei nachlassender Vitalität der Bäume im Alter kann er zum umtriebszeitbegrenzenden
Faktor werden. Neben Kambium- und Wurzelschäden verursacht er eine
stammentwertende Weißfäule und bringt stärker geschädigte Bäume zum Absterben.
Als besonders gefährdet gelten alte Waldstandorte, deshalb wird in Frankreich (Becquey
1991) empfohlen keine Walnuss im Wald anzubauen!
Die Erreger der Blattfleckenkrankheit (Gnomonia leptostyla (Fr.) Ces et de Not) und der Bakterienbrand (Xanthomonas juglandis (Pierce) Dawson) befallen die Blätter und schädigen vor allem junge Bäume. Nekrotische Flecken auf den Blättern und vorzeitiger Blattfall sind die Folgen. Befallsfördernd sind kühl-feuchte Witterung, Dichtstand und die Nachbarschaft von Altbäumen. Der Bakterienbrand kann zusätzlich Triebsterben verursachen. Die Anfälligkeit der Herkünfte (Sorten) ist unterschiedlich.
Anbaurisiken Schwarznuss
Tiefe Wintertemperaturen (bis ca. –40°C) werden ohne Schäden ertragen – unter Beachtung des klimatischen Standortspektrums der Schwarznuss in ihrem Herkunftsgebiet. Die Schwarznuss ist empfindlich gegen Spätfrost, dies kann zu ungünstigen Wuchsformen im Kulturstadium führen. Die Gefährdung durch Pilz- und Bakterienbefall ist geringer als bei der Walnuss.
Anbaurisiken Hybridnuss
Die Hybridnüsse ertragen Wintertemperaturen bis ca. – 30°C ohne Schäden. Die Empfindlichkeit gegen Spätfrost ist geringer als bei der Schwarznuss (Becquey 1991), trotzdem können auch bei der Hybridnuss ungünstige Wuchsformen nach Spätfrost entstehen.
Die "Garavel-Hybride", Handelssorte MJ 209, benötigt eine lange Vegetationszeit. Bei einem Frühfrost kann das noch grüne Laub sowie der Trieb geschädigt werden, allerdings sind uns keine Bestände bekannt, in denen dieser Schaden bisher auftrat.
Die Gefährdung durch Pilz- und Bakterienbefall ist geringer als bei der Walnuss.
Bestandesbegründung - Herkunftswahl
Walnuss
Aufgrund der unterschiedlichen genetischen Veranlagung der Walnussherkünfte
hinsichtlich Frost- und Schadresistenz sowie Wuchsverhalten stellt die richtige
Herkunftswahl eine entscheidende Voraussetzung für den forstlichen Anbauerfolg
dar. Zur Zeit können jedoch nur vorläufige Empfehlungen ausgesprochen werden,
da erbwertgeprüfte Herkünfte bislang nicht zur Verfügung stehen.
Aus den bisherigen Erfahrungen erscheinen folgende Sorten zum forstlichen Anbau empfehlenswert:
- Absaaten von Ertragssorten aus dem deutschen Nusssortiment: Güls/Mosel Nr. 120, Geisenheim/Rüdesheim Nr. 26, Weinheim/Bergstraße Nr. 139 (Müller, 1997, unveröffentlichte Diplomarbeit an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg).
- Absaaten der französischen Sorte "Lozeronne" zeigen beim Internationalen Nussbaumprovenienz- und Sortenversuch von 1995 sehr gute Wuchsleistungen und Qualitäten.
- Absaaten von Nussbeständen aus dem Ursprungsgebiet der Walnuss. Die Herkünfte Dachigam (Kaschmir, Indien), Manshi (Pakistan) und Kanshian (Pakistan) zeigen in Versuchsbeständen der ETH Zürich hervorragende Qualitäten.
- Absaaten der Sorte A117 (Ungarn) scheinen erfolgversprechend.
Schwarznuss
Wir empfehlen, auf "bewährte" Herkünfte entlang des Rheins
zurückzugreifen (z. B. Breisach, Philippsburg, Straßburg, Bellheim, Bensheim).
Hybridnuss
Siehe oben.
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| Abb. 2: Einjährigre Hybridnusspflanzen aus Absaaten NG38 (links), NG23 (Mitte) und aus in-vitro-Vermehrung MJ209 (rechts). (Foto: Wolfgang Hertel) |
Pflanzung
Empfohlen wird die Pflanzung von einjährigen Sämlingen. Das Pflanzverfahren
muss sich nach der Wurzellänge der Nussbäume (ca. 50 cm!) richten. Möglich ist
die Pflanzung mit Spaten, Pflanzlochbohrer oder Kleinbagger. Nur überlange
Seitenwurzeln und beschädigte Wurzelteile werden mit einer scharfen Schere
beschnitten.
Nusskulturen sind keine klassischen Forstkulturen! Sie zeichnen sich dadurch aus, dass wenige genetisch gesicherte Pflanzen ausgebracht, geschützt, gepflegt und gefördert werden. Bei der Hybridnuss sind Pflanzenzahlen von 100 bis max. 250 pro ha zu empfehlen, dies entspricht beispielsweise Pflanzverbänden von 14 x 7 m bis 10 x 4 m. Die Pflanzen sind relativ teuer (3 bis 6 € pro Pflanze), erwachsen homogen und sind konkurrenzkräftig. Zur Ergänzung einer Laubholznaturverjüngung können auch weniger Pflanzen pro ha ausgebracht werden.
Bei Walnuss und Schwarznuss werden aus Kosten- und Pflegegründen ebenfalls geringe Pflanzenzahlen mit weiten Reihenverbänden empfohlen. Allerdings erwachsen sie nicht so homogen wie die Hybridnuss, deshalb werden Pflanzenzahlen von 250 bis max. 1000 pro ha empfohlen, dies entspricht beispielsweise Pflanzverbänden von 10 x 4 m bis 5 x 2 m.
Bei der Erstaufforstung von landwirtschaftlichen Flächen sollten
"Treibhölzer" wie z. B. Weiden (evtl. als Steckhölzer) oder andere Baum- und Straucharten ausgebracht werden, um das Aststärkenwachstum der Nussbäume zu reduzieren. In Plantagen werden Quadratverbände
bevorzugt.
Naturverjüngung
Walnuss und Schwarznuss verjüngen sich gut.
Sofern
Walnussbäume in der Feldflur vorhanden sind, findet man häufig im
Waldrandbereich einzelne Walnussbäume in der Verjüngung (von Vögeln und Nagern
aus der Feldflur eingetragene Nüsse). Es bietet sich an, qualitativ gute und
wuchskräftige Pflanzen gezielt zu fördern und in den Waldbestand zu übernehmen.
Auch die Hybridnuss verjüngt sich, allerdings tragen die Hybridnussbäume wenig Früchte. Diese Nachkommen spalten als F2-Generation genetisch auf, so dass i.d.R. nur ein geringer Anteil dieselben günstigen Wuchseigenschaften zeigt wie die Elternbäume.
Saat
Im Hinblick auf die Wurzelverletzungen bei den Nussbäumen durch die Pflanzung erscheint die Saat als gute Alternative. Allerdings ist die Beschaffung von geeignetem Saatgut, mit Ausnahme der Schwarznuss (Beerntung von bewährten Beständen), schwierig. Darüber hinaus erfordert die Saat eine intensive Pflege in den Folgejahren, so dass vermeintliche Kosteneinsparungen i.d.R. ins Gegenteil umschlagen. Die Risiken bei einer Saat sind hoch. Speziell bei den Nussbäumen können Wildschweine, Mäuse, Schnecken, Krähen und Frost zu Totalausfällen führen.
Wer sich dennoch für die Saat entscheidet, sollte folgendermaßen vorgehen:
- Saatgut kühl und trocken überwintern
- Nüsse vor der Aussaat kurz (1 Tag) in Wasser vorquellen
- Aussaat ab ca. Mitte März
- Je 3 Nüsse pro Saatplatz in ca. 3 – 5 cm Tiefe stecken
- Stab dazu stecken (wegen Kontrolle und Pflege)
Kultursicherung
Aufgrund der geringen Verbissgefährdung der Nussbäume und der geringen Pflanzenzahlen kann i.d.R. auf Zaunschutz verzichtet werden. Zur Vermeidung von Fegeschäden ist Einzelschutz jedoch in jedem Fall angebracht (Fegeschutzpfahl, Fegeschutzspirale, Netzhülle). Die Erfahrungen mit Wuchshüllen sind sehr unterschiedlich, deshalb kann keine Empfehlung ausgesprochen werden.
Vor allem in Erstaufforstungen kann Graskonkurrenz zu starken Wuchsdepressionen führen. Eine Baumscheibe von gut 1 m Durchmesser sollte deshalb von dichtem Graswuchs freigehalten werden (z. B. durch Hacken, Mulchplatte, Mulchen, Fräsen oder Herbizide). Die Beimischung von Schattbaumarten (z. B. Hainbuche) kann ebenfalls dazu beitragen, den Graswuchs durch Beschattung und früheren Dickungsschluss zu hemmen.
Zusätzlich wird in den ersten Jahren ein Zwieselschnitt empfohlen. D. h., bei Verzwieselung oder Verbuschung wird mit der Schere auf den stärksten Trieb (Terminalknospe) vereinzelt. Der Eingriff sollte möglichst früh in der Vegetationsperiode im grünen Holz erfolgen, um eine Förderung des verbleibenden Leittriebs zu erreichen. Der optimale Zeitpunkt ist im Juni, bei Spätfrostschäden u. U. früher.
Düngung
Auf den empfohlenen Standorten ist i.d.R. keine Düngung notwendig. Generell sollten Düngemaßnahmen erst nach einer Bodenuntersuchung durchgeführt werden.
Bei "verhockten" Hybridnuss-Anbauten auf guten Standorten, aber pH-Werten unter 5 wurden Boden- und Blattanalysen durchgeführt. Diese ergaben einen gewissen Magnesiummangel bei insgesamt ausreichender Nährstoffversorgung und teilweise hohen Stickstoffwerten. Zur kurzzeitigen Düngung wurden 70 g Kieserit (Magnesiumsulfat) pro Pfl. und zur langfristigen Düngung 300 g Dolomit (Kalk) pro Pfl. im beginnenden Frühjahr ausgebracht. Die Pflanzen "kamen ins Ziehen" und die Blätter hatten eine kräftigere Farbe.
Bestandespflege
Ziel der Bestandespflege sollte es sein, in möglichst kurzer Zeit starkes und astfreies Nussbaumholz zu produzieren.
Pflegeeingriffe
Eine erste Mischwuchsregulierung ist spätestens bei 5 m Oberhöhe vorzunehmen, zusätzlich werden die qualitativ guten und vitalen Nussbäume freigestellt. Bei 8 m Oberhöhe können 100–120 Z-Baumanwärter pro ha ausgewählt und freigestellt werden. Die endgültige Auswahl der Z-Bäume (60 – 80 pro ha), deren abschließende Wertästung und der sukzessive Auszug aller Konkurrenten erfolgt schließlich ab einer Oberhöhe von ca. 13 m (Walnuss), bzw. 16 – 18 m (Schwarz- und Hybridnuss).
Ästung
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| Abb. 3: Auf 6m geästete Walnuss. (Foto: Andreas Ehring) |
Weite Verbände und/oder starke Freistellung verhindern das rechtzeitige Absterben der Äste im unteren Schaftbereich. Um eine ausreichende astfreie Schaftlänge zu erreichen, muss eine Grünästung durchgeführt werden. Eine natürliche Astreinigung durch Dichtstand geht stark zulasten des Durchmesserzuwachses und ist deshalb nicht zu empfehlen.
Bei den Nussbäumen wird eine Frühsommer-/ Sommerästung oder Spätwinterästung empfohlen. Zu beachten ist, dass die Bäume bei der Frühsommer-/ Sommerästung in vollem Saft stehen und deshalb die Gefahr für Verletzungen und Rindeneinrisse sehr hoch ist. Eine Ästung im Spätwinter kann je nach Witterungsverlauf zum sogenannten "Bluten" der Nussbäume führen, die Bäume erleiden dadurch aber keinen Schaden.
Entscheidender als der Ästungszeitpunkt ist die Ästungsqualität! Deshalb sollte die Ästung mit "Leitertechnik" und scharfer Säge durchgeführt werden. Die Äste sollten nicht stärker als 4 cm sein und sie müssen "auf Astring" abgetrennt werden, nicht stammeben. Rindeneinrisse sind zu vermeiden.
Empfohlen wird bei Walnuss eine Ästung auf 5 – 6 m, bei Schwarz- und Hybridnuss auf 6 – 10 m Höhe. Nach der Ästung sollten 40–50 % der Baumhöhe als grüne Krone verbleiben.
Die Ästungsintervalle richten sich nach den Aststärken (max. 4 cm). I.d.R. sind mindestens 3 Ästungsdurchgänge erforderlich, um die gewünschte astfreie Schaftlänge zu erreichen. So kann z. B. ein 4 m hoher Baum im ersten Ästungsschritt auf ca. 2 m, dann als 7 m hoher Baum auf 3 - 4 m und bei 10 m Baumhöhe auf 5 - 6 m geästet werden. Im Extremfall (große Standräume, keine Konkurrenz) sind jährliche Ästungsdurchgänge notwendig. Um zu große Astdurchmesser zu vermeiden, können auch einzelne Steiläste aus dem verbleibenden Kronenbereich entnommen werden (dynamische oder vorauseilende Ästung).
Durchforstung
Nussanbauten im Wald stehen in Konkurrenz zu anderen Laubbäumen. Entscheidend für ihre Konkurrenzkraft ist das jeweilige Höhenwachstum der Nussbäume.
Die Walnuss ist eine Baumart zweiter Ordnung, d. h. sie erreicht geringere Höhen als die Konkurrenzbaumarten. Sie kann mit anderen Laubbäumen in der Jugend zwar im Höhenwachstum mithalten, bleibt jedoch im Durchmesserwachstum zurück. Deshalb muss sie im Waldbestand als Mischbaumart laufend "herausgepflegt", d. h. begünstigt werden. (Empfehlung: Anbau von Reinbeständen, am Waldrand, in der Feldflur oder Aufforstung landwirtschaftlicher Flächen).
Die Schwarznuss und die Hybridnussarten zeigen ein vergleichbares, teilweise sogar besseres Höhenwachstum als die einheimischen Laubhölzer (Abb. 4), deshalb können sie auch als Mischbaumarten integriert werden.
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| Abb. 4: Höhenwachstumskurven von Buche und Esche auf Spitzenstandorten, im Vergleich mit Intermedia-, Schwarz- und Walnuss auf Spitzenstandorten am Kaiserstuhl (Versuchsflächen der Abt. WW). |
Um bis zum Alter von 60–80 Jahren starkes Nussbaumholz mit Brusthöhendurchmessern über 50 cm ernten zu können, müssen die Nussbäume frühzeitig und kräftig freigestellt werden.
Literatur
Einen ersten Einstieg in die weitverstreute Literatur zum Nussanbau im
Wald bieten zwei Schwerpunkthefte der "Allgemeinen Forstzeitschrift".
Die im Text genannten Veröffentlichungen sind ebenfalls hier zu finden:
- AFZ 1990, 45. Jg., Nr. 48
- AFZ 1991, 46. Jg., Nr. 12
Dort finden sich neben Aufsätzen verschiedener Autoren zahlreiche Hinweise auf weiterführende Literatur.
Link
- Die Walnuss als Waldbaum
- Die Wertästung
- Wann soll die Walnuss geästet werden?
- Die Walnuss - Baum des Jahres 2008
- Schwarznuss – ein wertvoller Waldbaum
Kontakt
- Andreas Ehring
- Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg
- Wonnhalde 4
- 79100 Freiburg im Breisgau
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| 15.04.2008 | Verfasser borki |
| Saatgut | |
| Sehr geehrter Herr Ehring Ich habe in der Region Bodensee in den letzten Jahren einige Nussbaumsorten auf meinen Waldparzellen angepflanzt. Das ganze Projekt soll so etwa um die drei Hektaren gross werden. Ich möchte im nächsten Jahr wiederum etwa 30 Aren mit Hybridnuss bepflanzen. Wo kann ich Hybridnuss Saatgut besorgen. Die Jungpflanzen sind doch einiges zu teuer. Besten Dank im Voraus für die Antwort. Freundliche Grüsse borki |
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| 18.04.2008 | Verfasser RedaktionFVA |
| Hybridnuss-Saatgut | |
| Hybridnuss-Saatgut ist nicht im Handel! Die Produktion von Hybridnusspflanzen ist sehr aufwändig und wird nur von einzelnen hoch spezialisierten Baumschulen praktiziert. Das Saatgut wird in Samenplantagen gewonnen. In diesen Plantagen stehen veredelte Mutterbäume und einzelne veredelte Vaterbäume (Samenspender). Entscheidend ist, dass die Blühzeitpunkte exakt aufeinander abgestimmt sind. Reines Hybridnuss-Saatgut gibt es nicht, es sind immer bestimmte Anteile nicht hybridisierter Nüsse dabei. Die Hybriden können erst im Saatbeet als solche erkannt werden und kommen dann meist als einjährige Pflanzen in den Handel. Häufig ist die Nachfrage nach Hybridnusspflanzen größer als das Angebot. Mit freundlichen Grüßen aus Freiburg Andreas Ehring |
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| 22.04.2008 | Verfasser borki |
| Hybridnuss | |
| Vielen Dank für Ihre Antwort. Gibt es ein Verzeichnis der Produzenten in Deutschland? Die letzten 100 Hybridnussbäume habe ich in Frankreich bezogen. Für die Antwort bedanke ich mich im Voraus recht herzlich. Freundliche Grüsse borki |
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| 23.04.2008 | Verfasser RedaktionFVA |
| Hybridnuss - Produzenten in Deutschland | |
| Das Verzeichnis ist sehr übersichtlich! Mir ist nur ein Produzent in Deutschland bekannt, die Adresse werde ich Ihnen direkt mitteilen. Mit freundlichen Grüßen Andreas Ehring |
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| 16.06.2008 | Verfasser BantleM |
| Beschaffung Hybridnuss | |
Guten Tag, ich interessiere mich für die Hybridnuss. Wo kann ich geeignete Setzlinge herbekommen. Können Sie mir bitte weiterhelfen. Danke. Email: Michael.Bantle@Marquardt.de MfG Michael Bantle |
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